Shisha rauchen
Nina Rölleram 18.07.2017

In vielen Städten bemerkt man sie schon im Vorbeigehen: Aus Shisha-Bars strömt stets ein fruchtig-süßer Gummibärchengeruch – und das, obwohl darin Tabak geraucht wird. Anders als bei Zigaretten riecht der Rauch von Wasserpfeifen eher angenehm, je nachdem welche Aromastoffe der Tabak enthält. Das macht ihn gerade für Jugendliche und eigentliche Nichtraucher interessant. Doch stimmt es, dass Shisha-Rauchen sogar gesundheitsschädlicher als der Genuss einer Filterzigarette ist? Wir zeigen dir die drei größten Gesundheitsrisiken und gehen dem Gerücht auf den Grund.

Shisha rauchen

Der fruchtige Geschmack des Shisharauchs täuscht über die gesundheitlichen Gefahren hinweg.

Gesundheitsgefahr #1: Glycerin

Ja, auch in herkömmlichen Zigaretten finden sich zahlreiche Zusatzstoffe. In einer klassischen Marlboro-Kippe finden sich unter anderem Saccharose, Propylenglycol, Glycerin, Lakritzextrakt, Guarkernmehl, Kakaoprodukte, Johannisbrotextrakt und Aroma. Während in Filterzigaretten aber nur geringe Mengen des Feuchthaltemittels Glycerins zum Einsatz kommen, versetzen viele Shisharaucher ihren Tabak ordentlich damit, denn so entsteht eine höhere Rauchentwicklung. Das Problem dabei: Es wird vermutet, dass beim Erhitzen von Glycerin der hochgiftige Stoff Propenal entsteht. Gesundheitsexperten sind sich aber uneinig, ob die niedrigere Verbrennungstemperatur im Kopf einer Wasserpfeife im Gegensatz zu einer normalen Zigarette die Entstehung von Propenal verhindert. Scheinbar muss an dieser Stelle noch ausgiebiger geforscht werden.

Gesundheitsgefahr #2: Der kalte Rauch

Shisha-rauchen

In einer Sisha-Session inhaliert man sehr viel Rauch!

Wer das allererste Mal an einer Kippe zieht, muss in der Regel zunächst ordentlich husten. Denn der Rauch kratzt in den Atemwegen, wenn der Körper durch regelmäßigen Zigarettenkonsum nicht schon abgestumpft ist. Beim Shisha-Rauchen ist das aber ganz anders: Der charakteristische Rauch wird durch Wasser gekühlt und lässt sich so viel leichter inhalieren. Leichteres Inhalieren bedeutet aber nicht nur, dass der Genuss von Wasserpfeifen somit auch für Jugendliche reizvoller wird, sondern auch, dass der Rauch tiefer eingeatmet wird. So entsteht das gleiche Problem wie mit den vermeintlich unschädlicheren Light-Zigaretten: Das Inhalieren führt zwar weniger zu Hustenanfällen, die Stoffe können aber auch viel tiefer in die Lunge eindringen. Forscher sehen genau hierin ein gesteigertes Krebsrisiko.

Gesundheitsgefahr #3: Die Illusion des schadstofffreien Rauchens

Neben dem angenehm sanften Rauchgefühl spielt beim Shishagenuss noch ein weiterer Faktor eine Rolle. Die Funktion des Wassers wird von vielen missverstanden. Denn im Wesentlichen dient das Wasser dazu, den Rauch zu kühlen und nicht, alle Schadstoffe herauszufiltern. Im Wasser von Shishas findet man hinterher zwar durchaus Schadstoffe wie Formaldehyd und Essigsäure, jedoch ist der Rauch trotzdem nicht völlig „sauber“ oder gar unschädlich. Denn es gibt auch Chemikalien, die nun einmal nicht wasserlöslich sind, wie etwa das giftige Kohlenstoffmonoxid. Dieses Gas wird durch das Shisha-Rauchen in einer höheren Dosis aufgenommen als durch Zigaretten und kann in seltenen Fällen auch zu Vergiftungen führen.

Trotz vieler Studien zum Thema Shisha- und Zigarettenrauchen lässt sich gar nicht so einfach bestimmen, welche von beiden Gewohnheiten nun ungesünder ist als die andere. Klar ist, dass beide gesundheitsschädlich sind. Wenn jedoch behauptet wird, dass Shisha-Rauchen viel gefährlicher sei als Zigaretten, sollte man skeptisch sein. Denn die wenigsten konsumieren Wasserpfeifen so, wie andere ihre Kippen. Bleibt es beim gelegentlichen Besuch einer Shisha-Bar, fällt das Gesundheitsrisiko vermutlich geringer aus als die tägliche Schachtel Zigaretten.

Bildquelle: iStock/shironosov, iStock/Nikolay_Donetsk, iStock/Kichigin


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