Schlecht gelaunt

Hangry: Wenn man vor Hunger richtig sauer wird

Jessica Tomalaam 12.10.2016 um 11:18 Uhr

„I’m sorry for what I said when I was hungry!“ Kommt Dir dieser Satz auch so bekannt vor wie mir? Mein Freund sagt immer, wenn ich sage, dass ich Hunger habe, bedeutet das, dass ich jetzt (also in diesem Moment!) etwas essen muss. Nicht in einer Stunde. Mein maximales Zeitfenster von der Ansage „Ich habe Hunger“ bis „Ich sagte ich habe Hunger, und wenn wir jetzt nicht sofort was essen, reiße ich Dir den Kopf ab“, liegt bei 15 Minuten. Das ist nicht sonderlich lang. Zum Glück bin ich mit diesem Tick nicht alleine. Viele Menschen werden zickig, manche sogar richtig wütend, wenn sie nicht genügend gegessen haben. Dafür gibt es einen Begriff: Hangry. Was dahinter steckt und wie man vermeiden kann, dass sich Deine Umgebung schon mal vorsorglich in Sicherheit bringt, wenn sich bei Dir Hunger ankündigt, sagen wir Dir hier.

Die Antwort darauf, wie „Hanger“ eigentlich entsteht und vor allem, was man eigentlich dagegen tun kann, liegt auf jeden Fall in den Prozessen, die in unserem Körper stattfinden, wenn wir hungrig werden. Du musst Dir das so vorstellen: Kohlenhydrate, Fette, Proteine und alles, was Du über den Tag verteilt so zu Dir nimmst, werden durch die Verdauungsprozesse in unserem Körper in sogenannten Einfachzucker, wie zum Beispiel Glucose, Aminosäuren und freie Fettsäuren umgewandelt. Diese Nährstoffe gelangen dann in unser Blut und werden von dort aus zu allen Organen und ins Gewebe transportiert, und dort als Energie benutzt.

Plötzlicher Abfall des Blutzuckerspiegels

Wenn Du nun Deinen gesunden Chiasamen-Pudding mit Cashew-Beeren-Creme gegessen hast, steigt Dein Blutzuckerspiegel zunächst an und alles funktioniert optimal. Du keifst keinen an und bist natürlich ein zauberhaftes Persönchen wie eh und je. Schlimmer ist es, wenn Du entweder nicht genug isst (Kein Wunder, dass ich immer Grumpy Cat ähnele, wenn ich eine Diät mache) oder wenn Du Dir zum Mittagessen ausnahmsweise nur einen Burger mit Pommes geholt hast. Dann sinkt Dein Blutzuckerspiegel ziemlich schnell wieder und unserem Gehirn geht plötzlich die Puste aus. Vielleicht ist Dir das auch schon mal aufgefallen, dass Du dann plötzlich Fehler bei der Arbeit machst, Dir mehr Versprecher leistest oder Dich einfach nicht mehr konzentrieren kannst. Das liegt daran, dass unser Gehirn unbedingt Glukose braucht, um richtig zu funktionieren. Alle anderen Organe können sich auch mit anderen Nährstoffen behelfen.

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Hangry: Das Zusammenspiel von Psychologie und Physiologie

Dazu kommt, dass wir in diesen Hangry-Momenten auch unsere guten Manieren vergessen. Soziale Normen, wie freundlich zu unserem Gegenüber zu sein, fallen da plötzlich weg. Und zwar gerade bei Leuten, die uns eigentlich nahe stehen. Da ist die Hemmschwelle geringer, mal ordentlich rumzustänkern. Im Büro willst Du das ja nicht machen. Da versuchst Du Dich noch etwas am Riemen zu reißen. Hangry zu sein, ist also nicht nur abhängig von den Prozessen in unserem Körper, sondern auch von unserem Naturell. Wenn Du eh schon ein etwas temperamentvoller Mensch bist, fällt es Dir auch nicht schwer, Deinen Frust rauszulassen, wenn Du hangry bist. Wenn Du eher zurückhaltend bist, kannst Du Dich vielleicht doch etwas besser im Zaum halten.

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So kannst Du Hangry-Attacken vermeiden

Die einzige Möglichkeit, Dich und Deine Umwelt vor Hangry-Attacken zu schützen, ist deshalb regelmäßig, ausgewogen und gesund zu essen. Damit beugst Du Hungerattacken vor. Wenn das mal nicht funktionieren sollte, weil Du auf der Arbeit bist und Dich plötzlich der Hunger überfällt, ist unsere erste Intuition meist nach einem Schokoriegel oder Ähnlichem zu greifen. Das lässt Deinen Blutzuckerspiegel aber schnell ansteigen und wieder fallen und lässt Dich nur noch hungriger zurück. Besser wäre es in diesem Fall zu etwas Obst, Nüssen, einer Stulle Brot oder Ähnlichem zu greifen. Und schwere Entscheidungen, Streitgespräche oder wichtige Meetings im Büro solltest Du generell nur meistern, wenn Dein Magen auch wirklich gefüllt ist. Schließlich willst Du keine Hangry-Momente, die Du später bedauerst.

Bildquelle: iStock/AnaBGD

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