Fotografin Body Shaming
Nina Rölleram 30.10.2017

Ein Foto der Modefotografin Alexandra Cameron sorgt derzeit für Aufsehen. Dabei hat diese statt eines berühmten Models einfach mal sich selbst in Dessous fotografiert und dabei komplett auf Photoshop verzichtet. Warum sie das so viel Überwindung gekostet hat und wie sehr ihr Selbstbewusstsein aufgrund ihres Jobs gelitten hat, erfährst du hier.

Lange hatte sie sich nicht getraut…

Als Profifotografin hat die Britin Alexandra Cameron alltäglich damit zu tun, Fotos von Models und Prominenten zu schießen. Doch sie selbst hatte sich bisher nur selten vor die Linse getraut – zumindest nicht so freizügig wie viele ihrer Models. Auch wenn sie den Frauen vor ihrer Kamera immer ein positives Selbstwertgefühl vermitteln wollte, sah es in ihr selbst lange Zeit anders aus: Aufgrund von Komplexen hatte sich Alexandra nicht getraut, sich unretuschiert zu zeigen. Mit einem neuen Selbstporträt auf Instagram setzt sie nun endlich ein Zeichen gegen gesellschaftliche Schönheitsnormen und ihre eigenen Selbstzweifel.

Uncut. I've been wanting to take this photo for a while, years actually, the reason it's taken me so long is it terrified me, the idea of taking a photo showing the real me, the unretouched me, was an idea that filled me with dread and empowered me at the same time, equal measures of the opposing emotions. When you're a photographer you have photoshop and the skills to use it at your fingertips! And it is so easy to touch myself up! I can mould myself into the most ideal version of myself! Here's the thing, I live in a world where I am constantly photographing the most 'desired' women. I shoot them so frequently that slowly but surely, over the years, it has broken down my self confidence to 0. I compared myself and saw I came up short, so short in fact that I felt like a Hobbit next to everyone. My favourite things about people are their imperfections. I adore the story behind scars, the pattern of moles, the shape of one person being completely different to the next, yet with me? I just felt like a failure, I goblin, a nobody. Why do I want so bad to be thin? I'm not sure, it might be that the entire world celebrates thin people, attractive people and if you don't fit the ideal you're told to try and be that way, to lose weight, to have better skin, to work out. You're shamed for being fat, and more so nowadays, your shamed for not being 'healthy'. The health culture has turned into its own elitist club where you're frowned upon if you eat a burger. I don't want to be invisible or be ashamed of my size, my belly, my cellulite. I want it to be ok to be unique and be accepted, no elitism, no beauty hierarchy, no shame. So here is me. I haven't retouched my body, I haven't nipped it in or smoothed it out. I'm not posing to be flattering or stretch my body out. This is me. I hope that this makes those who also are scared of their truth to feel braver, more accepting, and I hope that those out there who are lucky enough to currently fit the worlds ideal of beauty and size, I hope you don't look down on me. I am flawed and I'm not going to hide from it anymore. I can create photos no matter what I look like, and that's empowering too.

A post shared by Alexandra Cameron (@alex_cameron) on

Obwohl sie Meisterin in der Anwendung von Photoshop ist, hat sie bei diesem Foto komplett darauf verzichtet. In ihrem Instagrampost schreibt sie, dass es ihr darum geht, ihr wahres Ich zu zeigen – eine Vorstellung, die sie lange Zeit verängstigte. Es sei so einfach, all die kleinen Makel mit ein paar Mausklicks unsichtbar zu machen und eine perfektionierte Version seiner Selbst darzustellen. Zuvor hatte sie zwar auch schon Selbstporträts gepostet, hatte sich aber nie getraut, sich so freizügig und unretuschiert zu präsentieren.

Wie sich Alexandra in ihren wunderschönen Fotografien selbst inszeniert, kannst du dir in diesem Behind The Scenes-Clip ansehen. Wenn du auch mit Selbstporträts experimentieren willst, bekommst du hier den passenden Fernauslöser für deine Kamera.*

Der ständige Vergleich mit „perfekten“ Frauen

Viel häufiger als sich selbst fotografiert Alexandra allerdings Models, die dem gesellschaftlich vorherrschenden Schönheitsideal entsprechen. In ihrem Instagrampost gesteht sie ein, dass sie sich durchaus mit diesen vermeintlich „perfekten“ Frauen verglichen hat:

Ich habe mich verglichen und gemerkt, dass ich den Kürzeren ziehe. Ich habe mich neben diesen Frauen wie ein Hobbit gefühlt.

Alexandra Cameron auf Instagram

She just gets naked around me! Maybe she has a crush on me? @wonderful_u 's lady garden 🌿

A post shared by Alexandra Cameron (@alex_cameron) on

Bei ihren Models sind es vor allem die kleinen Makel, die Alexandra so faszinieren. Mit sich selbst ging sie jedoch stets viel strenger ins Gericht und fühlte sich im direkten Vergleich einfach wie eine völlige Versagerin. Sie stellt sich auch selbst die Frage, warum sie unbedingt schlanker sein will. In ihrem Instagram-Post macht sie vor allem den aktuellen Gesundheits-Lifestyle dafür verantwortlich: Wer nicht schlank ist, dem wird unterstellt, sich gehen zu lassen, nur weil man sich mal einen Burger gönnt.

Auch Models erfahren Body Shaming: So cool reagieren diese Model-Freundinnen auf fiese Kommentare

Artikel lesen

Selbstbewusster durch Body Confidence Shoots

Mit dem mutigen Instagram-Post möchte Alexandra aber mehr erreichen, als nur ihr eigenes Selbstbewusstsein zu stärken. Vielmehr möchte sie anderen Frauen mit ähnlichen Komplexen zeigen, dass man sich auch ohne perfekte Maße und der Hilfe von Photoshop schön fühlen kann. Fotos können dabei eine große Stütze sein, da sie neben dem Blick in den Spiegel unsere Selbstwahrnehmung formen.

Daher bietet Alexandra auch sogenannte Body Confidence Shoots, also Körper-Selbstbewusstseins-Shoots, an, in denen sie verspricht, auch von „ganz normalen Frauen“ wunderschöne Aufnahmen zu machen. Auch die Bloggerin Katie Snooks hat sich von Alexandra zum ersten Mal freizügig ablichten lassen. Dabei hatte sie zu der Zeit des Shoots zugenommen und hasste ihren Körper, wie sie in diesem Blog-Post erzählt. Das können wir wirklich nicht verstehen. Dieses Foto sieht doch wirklich toll aus, oder?

Oft sind wir selbst unsere größten Kritiker, wenn es um die Bewertung des eigenen Aussehens geht. Helfen dir Fotos, ein besseres Selbstwertgefühl zu bekommen oder verunsichern sie dich nur noch mehr? Was liebst du an deinem Körper und womit bist du manchmal unzufrieden? Erzähl uns davon in den Kommentaren! Wie es um deine Selbstwahrnehmung steht und ob du dich selbst unattraktiv findest, kannst du in diesem Test herausfinden.

* Partner-Link

Bildquelle:

iStock/Carther


News zu Lifestyle, Liebe, Mode & mehr!

In 2 einfachen Schritten per WhatsApp auf dein Smartphone:

1. Klicke auf „Start“ und schick in WhatsApp die Nachricht ab

2. Speichere unbedingt unsere Nummer als „Erdbeerlounge“!

Was denkst du?