So süß!

Der Fan: DB-Spot bricht Homo-Tabu im Fußball

Daniel Schmidtam 02.06.2016 um 16:42 Uhr

Das Homosexualität in der traditionellen Männerdomäne Fußball nach wie vor ein trauriges Tabu-Thema ist, ist kein Geheimnis. Die Deutsche Bahn bricht mit ihrem neuen Werbespot pünktlich zur EM mit diesem Tabu und zeigt uns eine der süßesten Liebesgeschichten, die es in der Werbung jemals gab.

So süß! Die Deutsche Bahn macht Werbung mit schwulem Fußballer.

So süß! Die Deutsche Bahn macht Werbung mit schwulem Fußballer.

Fußball-Fans gibt es hierzulande viele. Natürlich auch solche, die ihrem Verein grundsätzlich nachreisen und überall mit dabei sind. So auch der Fußball-Fan in dem aktuellen Werbespot der DB mit dem Titel „Der Fan“. Natürlich fährt der besonders gern mit dem Zug, wenn er sich zu den Auswärtsspielen aufmacht. Doch seine Motivation ist viel schöner, als nur die Liebe zum Sport (obwohl die natürlich auch schon schön ist!). Denn es ist nicht unbedingt der Verein, sondern ein ganz besonderer Spieler, der sein Herz erobert hat. Ohne jetzt das wirklich zu Tränen rührende Finale des Spots zu verraten, der übrigens ausschließlich online läuft, am Ende schafft es „Die Bahn“ natürlich, das Herz des verknallten Fans höher schlagen zu lassen.

Schwule im Fußball: Tabuthema Nummer 1!

Während es bei Weitem nicht das erste Mal ist, dass schwule oder lesbische Paare in Deutschland für Produkte und Dienstleistungen werben, stellt Homosexualität im Fußball leider immer noch ein Tabuthema dar. Egal, wie viele Fußballvereine offen und unmissverständlich ihre Solidarität und Akzeptanz ausdrücken – sogar der Deutsche Fußball-Bund hat eine offen tolerante Haltung zum Thema – bei vielen Fußballfans endet die Toleranz am Stadioneingang. Schimpfwörter für Schwule werden nach wie vor regelmäßig dazu benutzt, die Spieler gegnerischer Teams beim Einlauf ins Stadion zu diffamieren.

Hitzlsperger schwul

Ex-Profi Fußballspieler Thomas Hitzlsperger musste seine Homosexualität während seiner aktiven Karriere verstecken.

 

Was der DFB und alle deutschen Vereine bisher nicht geschafft haben, wird sicher auch der Deutschen Bahn mit diesem tollen Spot nicht gelingen. Ein Grund mit der Toleranzarbeit aufzuhören, ist das aber auf keinen Fall. Wie der ehemalige Nationalspieler und inzwischen öffentlich geoutete Ex-Fußballprofi Thomas Hitzlsperger beweist: Irgendwo da draußen befinden sich die Profi-Spieler, die Angst haben müssen, zu sich selbst zu stehen. Schade!

Bildquelle: GettyImages/AFP/iStock/Meinzahn

 

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