Restaurant Robin Hood
Nina Rölleram 09.02.2017

Essen ist ein Grundbedürfnis aller Menschen. Daher setzen auch viele Hilfsorganisationen bei der Nahrungsmittelversorgung an, um Bedürftigen zu helfen. Über Initiativen wie der Tafel werden wohnungs- und mittellosen Menschen bekanntermaßen in vielen Städten kostenlose Mahlzeiten geboten. Ein Restaurant in Spanien geht aber noch einen Schritt weiter und bietet Armen Gourmet-Abendessen auf Kosten der wohlhabenderen Kundschaft an. Wie dieses Konzept aufgeht und warum das Restaurant „Robin Hood“ mehr vollbringt als volle Mägen, verraten wir Dir hier.

Die Reichen zahlen, die Armen essen: So funktioniert’s

Das Restaurant „Robin Hood“ in Madrid ermöglicht es Bedürftigen, völlig umsonst ein wirklich gutes Abendessen zu sich zu nehmen. Das funktioniert aber nicht direkt über Spenden oder übrig gebliebene Lebensmittel wie bei Suppenküchen. Stattdessen öffnet das Restaurant tagsüber für die zahlende Kundschaft. Die Einnahmen der elf Euro teuren Mittagsmenüs werden dann direkt zur Finanzierung der kostenlosen Abendessen für Mittellose verwendet. Obwohl das Restaurant erst vor wenigen Monaten eröffnet wurde, kommt das Konzept bereits so gut an, dass täglich etwa 100 vorwiegend wohnungslose Menschen mit einem kostenlosen Dinner versorgt werden können. Trotz des kämpferischen Namens handelt es sich bei „Robin Hood“ um ein soziales Geschäftsmodell, bei dem nicht etwa Reiche zugunsten von Armen ausgeraubt werden, sondern vielmehr freiwillig geteilt wird.

Der ungewöhnliche Pfarrer hinter der Idee

Hinter dem Projekt steckt die Hilfsorganisation „Mensajeros de la Paz“, die sich in über 50 Ländern gegen die soziale Isolation von wohnungslosen und alten Menschen einsetzt. Die Idee zu diesem besonderen Restaurant hatte der Pfarrer Ángel García Rodriguez, in dessen Kirche bereits täglich etwa 500 Menschen mit kostenlosen Speisen versorgt werden. Diese herkömmliche Suppenküche, bei der viele Menschen gedrängt in ungemütlicher Atmosphäre speisen müssen, reichte Rodriguez aber nicht aus. Stadtweit ist der Pfarrer bereits durch ungewöhnliche Aktionen wie einem Public Viewing von Champions League-Spielen in der Kirche oder der Segnung von Haustieren bekannt. Mit dem Restaurant „Robin Hood“ wollte der findige 80-Jährige ein weiteres Zeichen für die Inklusion von Bedürftigen in die Gesellschaft setzen.

Ein gutes Essen füllt nicht nur den Magen

Das Konzept dieses sozialen Restaurants lockt täglich Menschen aus ärmeren Schichten der spanischen Hauptstadt an. Bedient werden die nicht zahlenden Gäste wie in einem ganz normalen Restaurant und auch bei den Speisen werden keine Abstriche gemacht. Im Gegenteil: Einmal pro Woche bereiten bekannte Sterneköche exquisite Menüs zu. Rodriguez sieht dies nicht als einen unnötigen Luxus an. Schließlich gehe es beim Essen um so viel mehr als nur um Sättigung. Auch Bedürftige hätten laut ihm ein Recht darauf, in Würde an einem Tisch in einer freundlichen Atmosphäre ein wirklich gutes Essen zu sich zu nehmen. Auf diese Weise schafft ein Restaurant wie „Robin Hood“ ein Gemeinschaftsgefühl und gliedert benachteiligte Menschen ein Stück weit in die Gesellschaft ein.

Es kommt nicht von ungefähr, dass ein Restaurant wie dieses ausgerechnet in Spanien eröffnet wurde. Die Arbeits- und Wohnungslosenquote ist im Vergleich zu hiesigen Verhältnissen deutlich problematischer. Dennoch könnte ein solches Konzept vielleicht auch in Deutschland Bedürftigen helfen. Wärst Du bereit, ärmeren Menschen diesen kleinen Luxus mitzufinanzieren? Teile Deine Meinung einfach in den Kommentaren oder auf Facebook!

Bildquelle: iStock/jacoblund


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