Endlich Ordnung

Revolutionär: Aufräumen mit der Konmari-Methode

Susanne Falleram 07.09.2016 um 10:51 Uhr

Nicht nur Ordnungsfetischisten, sondern gerade diejenigen von uns, die eher chaotisch veranlagt sind, sollten unbedingt die Konmari-Methode kennenlernen. Erfunden wurde diese Aufräum-Methode von der japanischen Bestseller-Autorin Marie Kondo. Warum Deine Wohnung nach Anwendung der Konmari-Prinzipien nicht nur perfekt aufgeräumt aussieht, sondern Dich auch noch richtig glücklich macht, erfährst Du hier.

Video: Tipps für mehr Platz im Kleiderschrank

Schuldig in Sinne der Anklage: Ich schaffe es selbst nicht, länger als ein paar Tage Ordnung in meiner Wohnung zu halten. Jeden Morgen hektisch Klamotten vor der Arbeit heraussuchen, durch die Schuhsammlung wühlen, das alles hinterlässt eben seine Spuren. Im Prinzip müsste ich jede Woche aufs Neue aufräumen, und zwar so richtig. Das kostet einiges an Zeit und Nerven, sodass ich es gerne so weit hinauszögere, bis entweder Besuch kommt oder die Schuldgefühle inmitten des Messi-Daseins zu groß werden. So kommt auch mir die Konmari-Methode gerade gelegen.

Das Buch zur Konmari-Methode kannst Du Dir zum Beispiel auf Amazon kaufen.

Mehr zu den Grundprinzipien erfährst Du aber schon hier.

Konmari-Methode

Reduziert, minimalistisch und einfach wohnen, ohne im Chaos zu ersticken: Das gelingt mit der Konmari-Methode.

Das Aufräum-Prinzip nach Marie Kondo

Geht man nach den Prinzipien der Konmari-Methode, ist Aufräumen nicht nur ein Mittel zum Zweck. Es geht nicht nur darum, am Ende eine ordentliche Wohnung zu haben. Vielmehr geht es um den Weg, wie man zu diesem Ergebnis kommt. Das Aufräumen muss auf eine gewisse Weise bewusst geschehen und so, dass man währenddessen einiges an Ballast loswird. Aufräumen ist also mit Ausmisten verbunden.

Sieh Dich mal bei Dir zu Hause um: Sind die Räume nicht vielleicht auch viel zu vollgestopft? Hier eine immense Sammlung an Nagellacken, da ein Berg an Büchern und Zeitschriften, jeder Winkel der Wohnung ist vollgestellt. Das macht es nicht nur zur Qual, alles aufräumen zu müssen, weil wir ins Prokrastinieren verfallen, es macht sogar in geordnetem Zustand unglücklich. Warum? Weil uns nicht jeder Gegenstand in der Wohnung mit Freude erfüllt. Das hört sich vielleicht komisch an, aber genau auf diesem Gedanken basiert das Aufräum-Prinzip von Marie Kondo.

Jedes Möbelstück und jeder kleinste Gegenstand in der Wohnung erfüllt eine Aufgabe und sollte uns glücklich machen, wenn wir ihn ansehen, tragen oder benutzen. Es gilt also, nur die Dinge beim Aufräumen zu behalten, die diesen Anspruch erfüllen.

Marie Kondo

Marie Kondo ist die Erfinderin der Konmari-Methode. Fun Fact: Im Englischen wird ihr Nachname sogar als Verb gebraucht, was dann so viel heißt wie „einen Schrank aufräumen“.

Anleitung: So sorgst Du mit der Konmari-Methode für Ordnung

Dein Chaos vs. Du: Bist Du bereit? Keine Sorge, so schwierig ist es gar nicht. Auch, wenn es am Anfang wohl etwas emotionale Überwindung kostet, sich von einigen Sachen zu trennen. Deine neue Ordnung gehst Du deshalb am besten nach und nach an:

# Schritt 1: Alle Dinge einer Kategorie zusammensammeln

Wie räumst Du sonst immer auf? Wahrscheinlich ein Zimmer nach dem anderen. Wirfst Du dabei viel weg, was Du eigentlich gar nicht brauchst? Wahrscheinlich nicht. Versuch es doch mal auf diese Weise, die Marie Kondo vorschlägt: Lege all Deine Besitztümer, die zu einer bestimmten Kategorie gehören, auf einen Haufen. Das kann Kleidung sein, aber auch Schuhe, Bücher, CDs, Beauty-Artikel, eben alles, was sich bei Dir stapelt. Das Ganze kannst Du jetzt in Deinem Zimmer ausbreiten oder auf Dein Bett legen. So kannst Du Dir erst mal richtig vor Augen führen, wie VIEL Du eigentlich von etwas besitzt. Das kann schon ein kleiner Schock sein, weil man das so oftmals gar nicht realisiert.

# Schritt 2: Gegenstände, die Du nicht mehr brauchst, verabschieden

Nun geht es daran, vor dem Einräumen ordentlich auszusortieren. Schließlich solltest Du nur Sachen behalten, die Dich glücklich machen und die noch eine gewisse Aufgabe erfüllen. Um das für jedes einzelne Stück herauszufinden, nimmst Du es in die Hand, betrachtest es und sinnierst über genau diese Aspekte. Macht Dich dieses eine Kleid zum Beispiel glücklich, trägst Du es gerne, passt es Dir überhaupt richtig? Wenn Du auch nur einen dieser Punkte verneinst, dann solltest Du ihm Lebewohl sagen. Und zwar laut! Das mag komisch wirken, ist aber sinnvoll, um einen Schlussstrich zu ziehen. Zu manchen Stücken baut man, wie Du es vielleicht selbst kennst, eine emotionale Bindung auf, weil sie einen vielleicht an einen bestimmten Moment im Leben erinnern. Doch wenn es danach ginge, dann dürfte man ja kaum noch etwas wegwerfen. Also verabschiede Dich mit ein paar Worten, bedanke Dich dafür, dass der Gegenstand seine Aufgabe erfüllt hat und pack ihn dann zum Entsorgen, Verkaufen oder Verschenken weg.

# Schritt 3: Den Überbleibseln einen festen Ort in der Wohnung geben

Alle Teile, die das Aussortieren überlebt haben, bekommen nun einen festen Platz in der Wohnung. Wichtig: Wenn Du Dir etwas Neues kaufst, dann solltest Du nicht anfangen, die Sachen noch dazu zu quetschen, sondern Dich von alten Gegenständen im Austausch verabschieden. Und dann gilt: Ob in den Kleiderschrank, in eine Schublade oder eine Box, alles wird ordentlich zurückgeräumt.

Wie das geht, zeigt Marie Kondo am Beispiel von Unterwäsche selbst:

Warum man durch die Konmari-Methode glücklicher wird

Hast Du Deine gesamte Wohnung auf diese Weise entrümpelt, wirst Du schnell die positiven Effekte erleben, die die Konmari-Methode mit sich bringt. Du wirst Dich befreit fühlen und gern in Deiner Wohnung herumlaufen. Warum? Weil sie nur noch aus Lieblingsteilen besteht! Jedem einzelnen hast Du seinen Platz zugesprochen, weil sie Dich glücklich machen. Was könnte es beispielsweise Schöneres geben als morgens in einen abgespeckten, aufgeräumten Kleiderschrank zu schauen, der nur noch aus den liebsten Stücken besteht? Zudem wird es Dir künftig leichter fallen, Ordnung zu halten und Dich sogar bewusster dafür entscheiden, bestimmte Sachen zu kaufen, weil Du Dir Gedanken darum machst, ob sie Dir auch langfristig Freude machen werden.

Hier kannst Du Dir nochmal einen Erfahrungsbericht zur Konmari-Methode ansehen:

Bildquelle: Getty Images/Mark Sagliocco, iStock/KatarzynaBialasiewicz

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