Kraftübungen

Freeletics Bodyweight: Bis ans Limit

Jessica Tomalaam 15.09.2016 um 14:47 Uhr

Liegestütz, Hampelmänner, Knie und Rumpfbeugen – immer wieder, bis die Muskeln brennen und die Lunge pfeift. Was einst zu den Kernübungen des Kraftsports gehörte, heißt jetzt Freeletics und hat mittlerweile über elf Millionen Anhänger.

Wer einen Blick auf die Internetseite von Freeletics wirft, der sieht sie. Durchtrainierte, vor Muskeln nur so strotzende Sportler, die in knapper Sportkleidung posieren. Darunter in Großbuchstaben der Slogan: „Die Form Deines Lebens. Garantiert.“ Genau das ist der Kern: Quält Euch, damit Ihr gut ausseht. Und die Qual ist bei Freeletics garantiert.

Strenger Trainingsplan über mehrere Wochen

FL_Logotype_BlackFreie Athleten, so nennen die Macher von Freeletics, Münchner Sportvernarrte und Kölner Sportwissenschaftler, ihre Nutzer. Inzwischen gibt es drei Ausrichtungen: Freeletics Bodyweight, Running und Gym. Die Athleten quälen sich bei Freelectics Bodyweight durch einen strengen Trainingsplan, der nicht nur äußerste Disziplin von den Sportlern verlangt, sondern auch ein gewisses Maß an Verrücktheit. 50 Burpees, 50 Squats, 50 Situps. Übersetzt bedeutet das: 50 Liegestütz und Strecksprünge, 50 Kniebeugen, 50 Rumpfbeuger. Dann folgt die nächste Runde mit rund 40 Wiederholungen, dann 30, dann 20, dann 10. Und danach liegt der freie Athlet auf dem Boden und hofft, dass jemand ihm eine Sauerstoffmaske bringt. Freeletics Running bietet 12 verschiedene Intervallworkouts und Freeletics Gym soll auf effiziente Weise helfen Muskeln aufzubauen, abzunehmen, in Form zu kommen und allgemein fitter zu werden.

Die Einheiten dauern zwischen 15 und 45 Minuten

Freeletic

Die Freeletic-Workouts haben die Namen griechischer Götter.

Die Einheiten bei Freeletics Bodyweight haben die Namen griechischer Götter: Aphrodite, Dione, Metis, Iris, Zeus. Wer sich die Freeletics App auf sein Handy herunterlädt oder sich auf der Homepage registriert, hat Zugriff auf ein Basis-Set von kostenlosen Workouts mit dem eigenen Körpergewicht. Wer einen individuellen und strukturierten Trainingsplan machen möchte, der entweder darauf ausgerichtet ist, Fett zu verbrennen, Muskeln aufzubauen oder beides zu vereinen, kann ein 1,3,6 oder 12-monatiges Abo (Kosten zwischen 12,99 und 79,99 Euro) abschließen. Das Gute ist: Wer einen Training Coach für Bodyweight kauft, kann damit automatisch und ohne Mehrkosten auch Freeletics Running oder Freeletics Gym vollumfänglich nutzen. Ein zusätzlicher Ernährungsplan kostet 29,90 Euro. Bei den Einheiten, die zwischen 15 und 45 Minuten dauern, kommt es letztlich nicht nur darauf an, die Übungen auszuführen, bis man selbst am Limit ist, sondern sich über die App auch noch mit anderen Athleten zu messen. Die App stoppt die Zeit, in der man die Workouts schafft. Über die Bestenlisten können sich die Athleten untereinander vergleichen.

Trainiert werden kann überall

„Absolute Freiheit: Du trainierst ausschließlich mit deinem Körpergewicht. Überall und zu jeder Zeit. Zu Hause, im Freien, in Fitnessstudios, in Hotels“ heißt es auf der Homepage. Stimmt. Philipp Merlin Scharff ist seit Oktober 2013 ein freier Athlet und trainiert regelmäßig mit anderen Sportwütigen am Fischzug auf der Halbinsel Stralau in der Nähe vom Treptower Park in Berlin. Die Mitglieder organisieren sich über den Nachrichtendienst WhatsApp oder über Facebook. 77 Mitglieder hat die Gruppe von Scharff bei Facebook, die Freeletics-Gruppe Kreuzberg-Neukölln hat über 240 Mitglieder. „Die Kerngruppe, die wirklich immer dabei ist, beschränkt sich allerdings auf zehn Leute“, erzählt der 29-Jährige. „Es kommen aber immer wieder neue Leute dazu. Seit ich angefangen habe, habe ich bestimmt schon mit 100 neuen Leuten trainiert.“ Sport-Anfänger würden sich teilweise beim ersten Mal übergeben oder einen Muskelkater davontragen, der einige Tage anhält. „Die Einheiten sind für Leute, die sportlich noch gar nichts gemacht haben, etwas zu übermütig konzipiert“, meint Scharff. Die Gruppe am Fischzug ist inzwischen dazu übergegangen reine Freeletics-Übungen nur noch ein- bis zweimal wöchentlich zu machen, bei den anderen Treffen werden die Übungen mit Spielen vermischt. Doch wie steht es mit dem Erfolg? Verändert sich der Körper wirklich so stark, wie es sich die Sportler zu Beginn des Trainings erhoffen? Fakt ist, es wirkt – wenn die Sportler diszipliniert sind und das Training durchhalten.

Freeletics

Deine Freeletics-Übungen kannst Du auch bei Dir zu Hause machen.

Welche Erfolge kannst Du mit Freeletics erzielen?

Im Internet gibt es zahlreiche Videos, Artikel und Fotos, die den Erfolg belegen. „Mit Freeletics wird man nicht zu einem riesigen, muskelbepackten Schrank, sondern ein eher kantiger Fitnesstyp mit extrem hoher Fitness“, sagt auch Philipp Merlin Scharff. Nicht jeder Körper verändert sich aber gleich stark: „Ich glaube, dass man auch einfach einen bestimmten Körpertyp dafür haben muss. Es gab einige Leute, mit denen ich zusammen Freeletics gemacht habe, deren Körper sich längst nicht so stark verändert hat.“

Bildquellen: Freeletics

Mein Fazit

Jessica Tomalaam 15.09.2016 um 14:47 Uhr

Freeletics bringt was! Zugegeben, beim ersten Durchlauf war ich der Meinung, dass ich niemals bis zum Ende der Einheit durchhalten werde. Mir wurde sogar schwarz vor Augen. Eine Atemmaske wäre hilfreich gewesen. Aber wenn man sich durchbeißt und bis zum Ende durchhält, hat man nicht nur das Gefühl, wirklich etwas für seinen Körper getan zu haben, sondern ist auch unheimlich stolz auf sich selbst. Je mehr Trainingseinheiten ich absolviere, desto leichter werden die Übungen. 150 Situps sind jetzt kein Problem mehr, auch bei den Kniebeugen habe ich das Gefühl, plötzlich Sprungfedern in meinen Beinen zu haben. Meine Achillesferse sind Burpees. Auch nach vier Wochen Freeletics schaffe ich keine 150 Stück davon. Trotzdem bemerke ich langsam auch Veränderungen an meinem Körper. Deshalb gilt für mich: Dranbleiben und weitersporteln!

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