Beautiful brunette using a phone in a stylish house and smyling

Abhängig!

Handysucht: Bist Du betroffen?

Susanne Falleram 06.04.2016 um 13:28 Uhr

Erwischt! Hängst Du regelmäßig während der Arbeit oder am Abend vor dem Schlafengehen routiniert an Deinem Smartphone, scrollst dich wahllos durch soziale Netzwerke, schreibst mit Freunden oder durchforstest Online-Shops? Dann könntest Du möglicherweise von einer ausgeprägten Handysucht betroffen sein. Tipps und Tricks, wie Du Deine mobile Abhängigkeit unter Kontrolle bekommst, erfährst Du hier.

Nur noch eine Nachricht tippen, ein Bild verschicken, einmal durch die Dating-App wischen und dann noch kurz die Mails checken: Der Griff zum Smartphone erfolgt heutzutage automatisch und wirklich ständig. Bei manchen Leuten geht die Liebe zu ihrem Mobilfunkgerät sogar soweit, dass es zu einer regelrechten Sucht ausartet. Die Symptome sind eindeutig: Man ist kaum noch ohne Smartphone in den Händen unterwegs. Selbst bei Treffen mit Freunden oder einem Date mit dem Liebsten starren wir lieber auf den kleinen Bildschirm als uns zu unterhalten. Die Folge: Bei so viel Geistesabwesenheit kann es schon mal passieren, dass man seine Gesellschaft mächtig verärgert. Das Karma schlägt spätestens dann zurück, wenn wir auch beim Laufen am Handy herumspielen und plötzlich innige Bekanntschaft mit einem Pfosten machen.

Scrollen, Tippen, Wischen: Das Handy wird manchmal zum stundenlangen Zeitvertreib

Zugegeben: Bei genauerem Nachdenken über unseren Handy-Konsum fühlen auch wir uns etwas schuldig. Deshalb rufen wir an dieser Stelle ein kurzes Treffen der anonymen Handy-Holiker ein und gehen den Ursachen dieser ganz neuartigen Abhängigkeit genauer auf den Grund. Warum genau holen wir das Smartphone eigentlich immer wieder reflexartig hervor? Ein Begriff, der sich hier herausgeprägt hat und das Phänomen ganz gut beschreibt ist die sogenannte „Nomophobie“.

Von Nomophobie und Aufmerksamkeitssuche

Phobien gibt es so einige und auch hier spielt eine solche Angst eine große Rolle, warum wir einfach nicht die Finger vom geliebten Handy lassen können. „Nomophobie“ ist die Kurzform für „No-Mobile-Phone-Phobia“ und beschreibt die Angst, über das Smartphone nicht erreichbar zu sein. Wenn sich bei Dir nackte Panik ausbreitet, wenn Du unterwegs feststellst, dass Du Dein Handy zu Hause vergessen hast, dann kommt Dir diese Phobie sicher bekannt vor.

Zudem hat die Smartphone-Sucht auch viel damit zu tun, dass wir durch Posts in sozialen Netzwerken oder das ständige Nachrichten versenden um Aufmerksamkeit buhlen. Der Griff zum Handy hat dann immer etwas mit einem spannenden Überraschungseffekt zu tun. Wer hat die eigenen Bilder geliked, wer hat mir geschrieben, wer hat versucht, mich anzurufen? Kurz gesagt: Für wen sind wir wichtig? Diese Frage bestimmt unser Handeln so sehr, dass wir reflexartig immer wieder nach dieser Bestätigung suchen, indem wir im Minutentakt das Display an- und ausschalten.

Handysucht hat auch viel mit der Suche nach Aufmerksamkeit zu tun

Die Folgen der mobilen Abhängigkeit

Wer ständig am Mobiltelefon hängt, verärgert damit übrigens nicht nur sein Umfeld. Eine weitere, negative Folge schlägt sich logischerweise in unserer Produktivität nieder. Diese leidet nicht nur darunter, dass wir aktiv mit dem Handy beschäftigt sind, sondern auch noch ständig darüber nachdenken.

Auf Dauer werden wir durch die Sucht außerdem ziemlich unglücklich, so wie es anderen Süchtigen eben auch geht. Die ständige Suche nach positiver Bestätigung ist nämlich nicht immer erfolgreich. Dazu gesellt sich, dass wir in unseren Newsfeeds immer wieder mit vermeintlich perfekten Menschen, Urlaubsbildern oder sonstigen Erfolgsnachrichten konfrontiert sind, die Leute natürlich hauptsächlich und nur zu gerne von sich teilen. Für den Betrachter artet das Ganze allerdings in Frust aus, denn eine solche schöne Fassade macht natürlich neidisch und lässt am eigenen Können und Tun zweifeln, wenn auch grundlos. Bei wem läuft schließlich alles so perfekt, wie er es in den sozialen Medien darstellt?

Digital Detox: Was tun gegen die Handysucht?

Wenn auch Dich die Handysucht fest im Griff hat, solltest Du schnell dagegen vorgehen, um Dir selbst einen großen Gefallen zu tun. Mit diesen „Therapie“-Methoden kommst Du langsam, aber sicher, von Deiner Abhängigkeit los:

  • Lasse das Handy mindestens eine Stunde vor dem Schlafengehen und über Nacht ausgeschaltet. Genügend Schlaf ist extrem wichtig und sollte nicht durch abendliche und nächtliche Sucht-Attacken eingeschränkt werden. Du wirst sehen, wie erleichternd der Blick auf die Uhr sein kann, wenn man die Zeit nicht völlig aus den Augen verloren hat.
  • Auch in der Mittagspause gilt: Finger weg vom Smartphone. Man will das Essen schließlich genießen und da sollte eine ständige Erreichbarkeit nicht im Weg stehen. Ein Gespräch mit Kollegen ist außerdem viel entspannter.
  • Generell gilt: Bei Treffen mit anderen Personen sollte das Handy am besten weggepackt bleiben. Das zeugt auch von einem gewissen Respekt für den Gegenüber und es sieht nicht so aus, als wäre man von seiner Anwesenheit gelangweilt.
  • Schließlich kann Dir auch eine App dabei helfen, von Deiner Sucht loszukommen. Klingt erst mal widersprüchlich, hat aber durchaus Sinn: Apps wie beispielsweise „Offtime“ berechnen die Zeit, die wir mit verschiedenen Anwendungen und ganz allgemein mit dem Smartphone verbringen. Zudem kann man sich mit ihr bestimmte Auszeiten einrichten, in der andere Apps gesperrt und auch Anrufe blockiert werden. Auch so kann man durchgreifen und sich vom Handy lösen. Die App gibt es für Android-Telefone und iPhones.

Wenn einen die Handysucht voll im Griff hat, kann das auf Dauer ziemlich anstrengend und deprimierend sein, sowohl für das Umfeld, als auch für einen selbst. Deshalb sollte man lernen, auch mal loszulassen: Die Welt dreht sich schließlich auch ohne ständigen Daten-Austausch weiter.

Bildquellen: iStock/nd3000, iStock/AnaBGD


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