Normal, oder?

Phubbing: Diese Sucht hast Du GARANTIERT auch

Susanne Falleram 17.06.2016 um 15:06 Uhr

Ja, ja, ja. Auch wir gestehen ein, dass wir unser Smartphone wirklich lieb haben. Und ja, auch wir bekennen uns des Phubbing schuldig, das mit unserer Handy-Liebe einhergeht. Was es mit dieser ominösen Sucht auf sich hat, erklären wir Dir hier.

Was wären wir nur alle ohne unser Smartphone? Tägliches Herumtippen und -wischen, Telefonieren, Status-Updates und neue Profilbilder checken, kommt Dir das nicht auch bekannt vor? Das ist ja auch irgendwo völlig normal. Wenn man sich zum Beispiel beim Weg zur Arbeit einmal in öffentlichen Verkehrsmitteln umschaut, dann sieht man wohl ein ganzes Sortiment an Smartphones vor sich, schön behütet in den tippenden Händen der Besitzer verteilt. Das Nutzen des Handys kann jedoch auch so weit gehen, dass wir ein sogenanntes Phubbing-Verhalten an den Tag legen. Und das ist nicht gerade etwas, das man als höflicher Mensch tun sollte. Aber irgendwie verfällt man ihm dann doch zu leicht und unkontrolliert…

Phubbing

Na, heute auch schon dem Phubbing verfallen?

Phubbing was?

Phubbing ist ein Kunstbegriff und setzt sich aus den englischen Begriffen „Phone“ und „Snubbing“ (auf Deutsch so viel wie „Abweisung“ oder „Vor den Kopf stoßen“). Was mit dem Phubbing also genau gemeint ist, ist jenes unhöfliche Verhalten, das jeder von uns garantiert schon einmal ausgeübt hat, gleichzeitig aber mit Sicherheit schon davon als „Opfer“ betroffen war: Leute, die auf Smartphones starren. Und das ständig. Man nennt sie übrigens auch mehr oder weniger liebevoll, aber in jedem Fall zutreffend, Smombies.

Kim Kardashian Phubbing

Kim Kardashian: Ein Phubbing-Paradebeispiel

Opfer einer solchen Phubbing-Situation zu werden kannst Du Dir in etwa so vorstellen: Du triffst Dich mit Deiner besten Freundin auf einen Kaffee, doch anstatt, dass sie Dir zuhört, zückt sie lieber in aller Ruhe und Regelmäßigkeit ihr Smartphone, um Facebook zu checken, Whatsapp-Nachrichten zu schreiben oder einfach wahllos durch Instagram zu scrollen. Selbst wenn Du sie direkt ansprichst, reagiert sie nicht, weil sie so in ihr Smartphone vertieft ist. Ganz schön unhöflich, oder? Kein Wunder, dass der Ge-Phubbte sich irgendwann vernachlässigt, oder, deutlicher gesagt, einfach blöd vorkommt. Warum bekommt man vom Phubber keine Aufmerksamkeit geschenkt? Und wozu trifft man sich eigentlich, wenn das Handy doch eh viel wichtiger zu sein scheint als die reale Kommunikation?

Stop Phubbing: Aufhören mit dem Sittenverfall!

Ursprünglich entstand das Wort Phubbing im Zuge einer Marketingkampagne für einen australischen Verlag. Doch auch, wenn das Wort an sich nicht zunächst direkt im Zusammenhang mit einer tatsächlichen Realität stand, beschreibt es diese doch erschreckend gut. Leute, die auf Smartphones starren. Sie sind überall. Na gut, inklusive uns.

Phubbing Verhalten

Reden ist Silber, Schweigen ist, weil man das Smartphone in der Hand hält, Gold? Nicht ganz, liebe Phubber!

Im Zuge dieser Handysucht wurde vom australischen Studenten Alex Haigh die Webseite „stopphubbing.com“ ins Leben gerufen. Hier kann sich jeder Betroffene und Geplagte ein paar witzige Statistiken anschauen und lernen, wie man Phubber richtig von ihrer Sucht befreit (Tipp: Eine Intervention ist fällig!). Man bekommt sogar ein eigens vorformuliertes Schreiben, das man nur noch mit dem Namen des Phubbers und ein paar anderen Daten ausfüllen muss. Und schließlich kann man sich eine Galerie voller heimlich fotografierter Phubber anschauen, die von ihren genervten, eigentlichen Gesprächspartnern so an den Pranger gestellt werden. Natürlich mit einem Augenzwinkern.

Bildquelle. iStock/Antonio_Diaz, meganfuckingprescott via giphy, iStock/AntonioGuillem

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