Alte Bräuche

Walpurgisnacht: Der Hexen-Tanz in den Mai

Susanne Falleram 29.04.2016 um 11:23 Uhr

Jedes Jahr, in der Nacht vom 30. April zum 1. Mai, feiern viele von uns die Walpurgisnacht mit einem ausgelassenen Tanz in den Mai. Doch woher kommt diese Tradition eigentlich? Wir verraten Dir mehr zur Geschichte, was Hexen damit zu tun haben und welche skurrilen und lustigen Bräuche diese besondere Nacht mit sich bringt.

Walpurgisnacht

In der Nacht zum 1. Mai wird gern ausgelassen gefeiert

Bestimmt hast auch Du die erste Mainacht schon mal so richtig gefeiert. Überall gibt es mittlerweile groß angelegte Feste zur Walpurgisnacht, die gut besucht sind. Üblicherweise gehen die Festlichkeiten nicht nur mit gutem Essen und einer Menge zu trinken einher, auch ein großes Feuer, um das sich alle versammeln, gehört dazu. Jedes Jahr aufs Neue ist die Nacht ein rauschendes Fest, das man sich nicht entgehen lässt. Doch warum ist gerade diese Nacht so besonders? Wozu zündet man ein Lagerfeuer an – abgesehen von der kuscheligen Wärme und knisternden Romantik? Und warum spielen Hexen eine Rolle? Um die Walpurgisnacht ranken sich tatsächlich viele Mythen und Bräuche. Wir verraten Dir die wichtigsten Fakten.

Walpurgnisnacht: Ein teuflisches Vergnügen

Wie für viele historische Bräuche hat auch die Walpurgisnacht keinen eindeutig belegbaren Ursprung. Es wird jedoch angenommen, dass ihre Wurzeln noch weit vor christlichen Zeiten liegen. Tatsächlich sollen schon die Germanen an diesem Tag ein Fest gefeiert haben, mit dem sie den Frühling begrüßt haben. Dabei verkleideten sie sich mit Masken, entfachten ein Feuer und machten mit Pfeifen und Trommeln reichlich Lärm, um nicht nur den Winter, sondern auch gleich noch böse Geister zu vertreiben. Auch die Kelten hielten schon ein Fest namens Beltane in dieser Nacht ab, das den Sommeranfang markierte und gleichzeitig als Pendant des heutigen Halloweens galt. Vor allem heidnische Priester und Schamanen waren zu diesen Zeiten sehr gefragt für die Geistervertreibung.

Walpurgisnacht Feuer

Die Walpurgisnacht ist mit Mystik und Aberglaube verbunden

Mit der Christianisierung und dem aufkeimenden Glauben an Hexen kam der Nacht nochmal eine besondere Bedeutung zu. In vielen Beschreibungen aus dieser Zeit geht hervor, dass man annahm, dass sich Hexen in dieser Nacht zu einem gemeinsamen Fest mit dem Teufel treffen, um ein Feuer tanzen und wilde Orgien feiern. Besonders auf dem Brocken im Harz, auch Blocksberg genannt, sollen sie es bunt getrieben haben. Deshalb wird die Walpurgisnacht auch gerne als Hexennacht bezeichnet. In diesen Nächten fanden Hexenverbrennungen damals auch gerne mal einen traurigen Höhepunkt.

Der Name Walpurgisnacht leitet sich von der heiligen Walburga ab, einer englischen Äbtissin, die im 8. Jahrhundert gelebt hat. Sie hat jedoch nichts mit Hexerei zu tun. Der Zusammenhang mit dem Fest entstand vor allem dadurch, dass ihre Heiligsprechung auf einen 1. Mai fiel. Zudem werden ihr viele Wundertaten zugeschrieben, sodass sie für viele Leute eine Schutzpatronin darstellte und als solche gegen böse Geister auch gefeiert wurde.

Die schönsten und skurrilsten Bräuche des Fests

Der Tanz in den Mai ist die moderne Variante der traditionellen Walpurgisnacht. Verbunden ist das ausgelassene Feiern rund um den 1. Mai trotzdem gerne noch mit diversen, historischen Bräuchen:

  • Das Maifeuer entzünden: Mit einem großen, lodernden Feuer sollen in dieser Nacht traditionell böse Geister vertrieben werden. Wenn das Feuer erloschen und nur noch eine Glut vorhanden ist, schließt sich ein weiterer Aberglaube an: Wer nämlich mit einem gewagten Sprung darüber hüpft, dem soll ein Wunsch in Erfüllung gehen. Wenn ein Pärchen gemeinsam darüber springt, soll es für immer in aller Treue zusammen bleiben.
  • Maibaum

    Zur Tradition gehört auch ein Maibaum

    Einen Maibaum aufstellen: Einen solchen Baum geschmückt aufzustellen, meist übrigens eine Birke, soll für die Fruchtbarkeit der Natur stehen, die auf den Mensch übergehen soll.

  • Geweihtes Salz verstreuen: Um sein Haus vor dem Bösen zu schützen, soll man auf der Türschwelle eine Portion Salz verstreuen.
  • Einen Holunderzweig aufhängen: Wer heute noch ein wenig abergläubisch ist, der sollte in der Walpurgisnacht einen Holunderzweig vor die Tür hängen. Dieser soll Zauberkräfte eliminieren.
  • Einen Obstbaum schütteln: Wenn eine Frau in dieser Nacht einen Obstbaum schüttelt und daraufhin Gebell von einem Hund hört, soll ihr aus der Richtung der Laute bald ihre große Liebe erscheinen. Versuchen kann man es ja mal.

Feierst Du dieses Jahr die Walpurgisnacht? Dann kannst Du Dich ja gleich einmal an ein paar Bräuchen versuchen. Schaden kann’s nicht – und der Tanz in den Mai wird dadurch sicher noch lustiger.

Bildquelle: iStock/VBaleha, iStock/BlackAperture, iStock/Teka77

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