cellulite magazin
Diana Heuschkelam 04.01.2017

Die amerikanische Ausgabe des Glamour-Magazins will in ihrer Januarausgabe ein lang überfälliges (aber nichtsdestotrotz sehr mutiges) Experiment wagen: Verkaufen sich Magazine genauso gut, wenn auf dem Cover statt retuschierter Models und gephotoshopter Schauspielerinnen mit „Idealmaßen“, Frauen aller Fasson und – jetzt kommt der Clou! – inklusive ihrer Makel wie Cellulite dargestellt werden?

Das Verlangen von Frauen nach einer realistischeren Darstellung ihres eigenen Geschlechts in den Medien wird scheinbar von Jahr zu Jahr größer. Auch wenn wir die elfengleich schlanken und glamourösen Models in den Frauenmagazinen gelegentlich bewundernd anschauen, der Konsens ist eindeutig: Wir wollen, dass ALLE Arten von Frauen in den Medien repräsentiert werden – auch die älteren, die mit Speckfalten und Cellulite, die, die nicht über eine Wallemähne aus Extensions verfügen, jene mit unreiner Haut und nicht zuletzt die mit Behinderungen. Wir wollen Vielfalt! Wir sehnen uns nach mehr Natürlichkeit, in der wir uns selbst wiedererkennen können! Und vor allem wollen wir uns nicht mehr wie Zyklopen fühlen müssen, nur weil wir den unrealistischen Standards nicht gerecht werden, die uns von den Medien als das Maß der Dinge angepriesen werden.

„Dein Look. Dein Körper. Dein Glück.“

Doch was passiert, wenn diesem Wunsch nach mehr Natürlichkeit endlich Folge geleistet wird?! Werden Magazine, in denen „echte“ Frauen, unretuschiert und mit Cellulitedellen an den Beinen oder am Po, auf dem Cover zu sehen sind, überhaupt gekauft? Genau das will die US-Frauenzeitschrift Glamour diesen Monat auf die Probe stellen. Das Cover seiner Januarausgabe, die bewusst von Frauen für Frauen zusammengestellt wurde, zeigt die Darstellerinnen der HBO-Serie „Girls“. Das Bild der vier Ladies wurde jedoch nicht, wie sonst üblich, mit Photoshop bis zur Perfektion verschönert, sondern man erkennt deutlich die (wenn auch nur dezenten) Dellen, die sich an Lena Dunhams Beinen abzeichnen:

Das Credo „Dein Look. Dein Körper. Dein Glück.“, prangt in großen Lettern vor dem Foto der Schauspielerinnen, die sich schon seit Jahren gegen Bodyshaming und für mehr Vielfalt und Natürlichkeit aussprechen. „Ich will nicht aufhören, mich fotografieren zu lassen“, hatte Lena Dunham einst in einem offenen Brief auf dem Blog „Lenny Letter“ postuliert, „aber ich habe genug davon, Bilder zu erlauben, auf denen mein Gesicht und Körper erst retuschiert und rekonfiguriert werden müssen, bevor sie veröffentlicht werden.“

Wir sind begeistert von diesem Experiment und sind gespannt, ob die Januarausgabe der Glamour wirklich den Geschmack der Leser trifft. Wünschenswert wäre das allemal, denn dann könnten andere Medien diesem Beispiel getrost folgen.

Bildquelle: iStock/IvanMikhaylov , iStock/Staras


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