Mini-Preis

Die 1-Dollar-Diät: So funktioniert gesundes Essen mit geringem Budget

am 09.04.2014 um 10:09 Uhr

Wahrscheinlich kennen auch Sie eine Vielzahl von Diäten und deren angeblich verblüffende Wirkung. Wir möchten Ihnen ein ganz besonderes, wenig getestetes und doch ziemlich interessantes Konzept einer Amerikanerin vorstellen. Am besten fangen wir mit einem Allgemein-Check an: Wie viel kostet Sie Ihr allmorgendlicher Kaffee beim Bäcker um die Ecke? 1 Euro? Dann nehmen Sie meist gleich noch ein Croissant für einen weiteren Euro mit und starten gestärkt in den Tag. Weiter geht es mittags zum Lunch, das Sie gern mit Ihren Kolleginnen in einer Salatbar verbringen. 4 Euro kostet Ihr gemischter Salat mit Hühnerbrustfilet und Dressing, dazu noch einen frischen Orangensaft – gesund und erschwinglich finden Sie das? Okay, Ihr neuer Diätplan lautet: Essen Sie für nur einen Euro am Tag! Wir beweisen Ihnen, wie günstig gesunde Ernährung sein kann und zeigen Ihnen in unserer Fotoshow, worauf es bei der 1-Euro-Diät ankommt und welche Tücken diese birgt.

1400 Kalorien am Tag und das für nur einen Euro. Geht nicht? Geht schon, beweist Jo Ann York, zweifache, gesunde Mutter und amerikanische Buchautorin von How I feed My Family on $16 a Week, über das sie mit dem Harper‘s Bazaar vor Kurzem sprach. Ihr Normalgewicht hält sie konstant, was bedeutet, dass sie genügend Nährstoffe zu sich nimmt, ihre Gerichte sind einfach und die Zutaten dafür in jedem Supermarkt zu bekommen.

Grundsätzliches ändern

Viele Menschen glauben, dass mit wenig Geld kaum an gesunde Ernährung zu denken ist. Das ist nicht ganz richtig. Denn wem etwas an seiner gesunden Ernährung liegt, der schafft das auch mit kleinem Budget und verzichtet bei nur 1 Euro pro Tag auch notgedrungen auf die schnellen, teuren und ungesunden Snacks zwischendurch. Gespart und abgespeckt in einem – eine Diät, die also nur Positives mit sich führt? Definitiv nicht, denn es ist alles andere als einfach, sich durch die Auswahl im Supermarkt mit so wenig Geld zu shoppen. Angefangen beim Grundsatz der Diät, müssen Sie wahrscheinlich all Ihre Routinen ändern.
Der schmale Taler erfordert allerhand Planung zu Hause, im Supermarkt und auf dem Einkaufszettel sowie eine feste Budgetgrenze, die für die vierköpfige York-Familie bei 16 Dollar pro Woche und für Sie bei 1 Euro pro Tag liegt.

Die Tipps und Tricks

Wenn Sie Ihre Freundinnen nach einiger Zeit zur Coupon-Königin ernennen, haben Sie alles richtig gemacht. Denn die Wertscheine für Schnäppchenjäger sind Ihre Heiligtümer bei der 1-Euro-Diät. Sammeln Sie alle Coupons aus Zeitschriften, Zeitungen, Prospekten und Emails und nutzen Sie diese, wenn Sie EINMAL WÖCHENTLICH Ihren Einkauf für nur 1 Euro pro Tag und pro Kopf tätigen. Als guter Tag für einen Wocheneinkauf bietet sich Freitag an, denn vor allem mittwochs und donnerstags werden gern Preisaktionen gestartet. Außerdem sei Ihnen gesagt, dass Sie weitaus flexibler werden müssen, denn falls Sie zufällig das Sparangebot schlechthin entdecken, müssen Sie dieses selbstverständlich nutzen und Ihre Menüpläne dementsprechend kurzfristig ändern.

Vergleichen Sie! Meist ist gefrorenes oder Dosen-Gemüse günstiger als frisches. Halten Sie sich während Ihres Einkaufs immer auf einem Zettel oder im Kopf fest, für wie viel Geld Sie bereits Essen in Ihren Einkaufswagen gelegt haben. Bezahlen Sie immer in bar und kochen Sie täglich frisch – Fertigessen gehört nun der Vergangenheit an. Und zu guter Letzt: Versuchen Sie, so viel wie möglich selber zu machen. Backen Sie Brot, kochen Sie Suppe, schneiden Sie Käsescheiben und portionieren Sie – so sparen Sie meist über die Hälfte des Supermarktpreises.

Machen Sie sich außerdem mit dem Gedanken vertraut, zukünftig keine Lebensmittel mehr wegzuschmeißen. Verwerten Sie Brotkanten beispielsweise als Brei in einer Füllung wieder. Und benutzen Sie weiche Tomaten in einem Eintopf sowie gequetschte Äpfel und Bananen als Mus.

Aller Anfang ist schwer

Obwohl sich die Einkaufsliste für die 1-Dollar-Diät selbstverständlich sehr übersichtlich und vor allem günstig gestaltet, ist eine derart niedrige Summe beispielsweise beim ersten Versuch dieser Diät kaum zu schaffen. Ihr erster Einkaufszettel für die Diät könnte also wie folgt aussehen:

Eier, 12 Stück ab 90 Cent
Mehl, 1000 Gramm ab 50 Cent
Käsestück, 300 Gramm ab 2 Euro
Haferflocken, 500 Gramm ab 40 Cent
Trockenmilchpulver, 300 Gramm ab 3 Euro
Süßungsmittel, 30 Gramm ab 3 Euro
Grüne Paprika, 3 Stück ab 55 Cent
Reis/Nudeln, 500 Gramm ab 40 Cent
Gehacktes, 1 Kilo ab 3,50 Euro
Dosen-Tomaten, 400 Gramm ab 70 Cent
Günstige Äpfel, Bananen pro Stück ab 10 Cent
Grüne Gurke, ein Stück ab 30 Cent

Die Summe von 15,35 Euro würde der Einkauf also auch ergeben, wenn Sie nur für sich allein einkaufen und damit hätten Sie Ihre 7 Euro pro Woche schon deutlich überschritten. Zudem hätten Sie nur einen Apfel, eine Gurke und eine Dose Tomaten für die gesamte Woche – das ist dann doch ein wenig knapp bemessen, wie wir finden. Sie müssen sich also zu Beginn erst einmal eine Grundlage an Dingen schaffen, die Sie immer wieder benötigen. Erst dann wäre es möglich, mit 7 Euro in der Woche haushalten zu können.

Starten Sie gestärkt in den Tag

Der Tag sollte immer mit einem guten Frühstück beginnen. Verzichten Sie daher nicht auf ein Ei oder Müsli und Milch, um optimal in den Tag zu starten. Auch Ihr allmorgendliches Glas Orangensaft müssen Sie keinesfalls vermissen. Greifen Sie allerdings zu gefrorenem Orangensaft-Konzentrat. Denn das ist weitaus günstiger als herkömmlicher Saft, ist ergiebiger und hat zudem viel mehr Vitamin C. Dazu gibt es dann Haferflocken – die günstigsten unter den Zerealien. Pro Portion kosten die Flocken nur etwa 3 Cent, mit Magermilch und Süßungsmitteln wären wir dann bei 7 Cent, die nahrhaft und vitaminreich investiert wurden. An anderen Tagen können Sie auch zu Weizenflocken greifen. Lassen Sie allerdings auf jeden Fall die Finger von abgepackten Portionen und Müslimischungen mit Früchten – das ist nämlich nur herausgeschmissenes Geld. Wichtig ist, dass Sie verschiedene Nahrungsmittel miteinander kombinieren, auch, wenn Sie nur ein wenig von jedem haben.

Auch bei der Milch können Sie sparen: Greifen Sie zu Trockenmilchpulver! Dieses ist nicht nur frei von Milchfett, sondern auch überraschend günstig und ebenso gesund wie flüssige Milch.

Energiereiches Lunch

Zum Mittag sind bei Jo Ann York vor allem Käse und Eier die Grundnahrungsmittel für jede Speise. Ein Omelett mit Käse ist beispielsweise ideal zum Lunch. Auch auf Pasta, Kartoffeln, Hirse oder Buchenweizen können Sie zum Lunch zurückgreifen. Die Tomatensoße ersetzen Sie durch Dosen-Tomaten, jedoch sogenannte Koch-Tomaten, die sind nämlich weitaus billiger als geschmorte Tomaten. Gefrorene Erbsen oder Bohnen sind eine willkommene Abwechslung als Beilage. Dann wären sie pro Portion bei etwa 15 Cent.

Für die Arbeit machen Sie es am besten wie Ihre Mama früher: Schmieren Sie sich ein Sandwich. Ein gegrilltes (oder getoastetes) Brot mit einer Scheibe Käse (selbstgeschnitten vom Stück) kostet etwa 10 Cent, spendet Energie und sättigt – passt somit also perfekt in Ihren Ernährungsplan. Ein Brot mit Eiersalat (aus einem Ei, gehackter, grüner Paprika und Sellerie) kostet nur 2 Cent mehr.

Proteinpower am Abend

Fleisch am Abend zu essen, ist das Geheimrezept einer gesunden und kalorienarmen Ernährung. Und Fleisch sollten Sie bei der Low-Budget-Diät tatsächlich so viel kaufen, wie Sie brauchen, wenn Sie denn einige Ratschläge beherzigen.

Sie sparen 40 Cent am Rindfleisch und 20 Cent am Huhn, wenn Sie das Fleisch selbst zerlegen. Benutzen Sie die Rinderknochen wiederum für eine Suppe. Auch Hühner-Herzen und –Knochen können Sie einfrieren und später für eine Suppe nutzen. Kaufen Sie große Mengen, denn dadurch wird der Preis meist günstiger, portionieren Sie diese und frieren Sie sie gegebenenfalls ein. Kaufen Sie ebenso ganzen Fisch anstatt Filet-Stücke. Ein Kilo Blaubarsch bietet Ihnen zum Beispiel genügend Fleisch für eine vierköpfige Familie und gehört zu den günstigsten Fischsorten. Ein weiteres Muss auf Ihrer Einkaufsliste ist Lammbrust, denn diese gehört zu einem der besten, versteckten Schnäppchen in der Welt der Supermarkt-Angebote. Außerdem ist der Fettanteil niedrig und das Fleisch voll mit Proteinen. Auch Hackfleisch ist ein wahres Preiswunder, bei dem 350 Gramm schon für eine Mahlzeit für vier Personen reichen – gestreckt mit Haferflocken, Paniermehl und Ei natürlich.

Probieren Sie doch zum Beispiel Schmorgurken mit Hackbällchen: ¼ gelbe Zwiebel für einen halben Cent, 75 Gramm gemischtes Hackfleisch für 30 Cent, ½ Gurke für 13 Cent  und 50 Gramm Reis für 4 Cent ergeben eine Summe von 47,4 Cent. Schälen Sie die Zwiebel, würfeln Sie diese und mischen Sie sie mit Hack und etwas Haferflocken. Salzen und pfeffern Sie die Masse und formen Sie daraus kleine Bällchen. Danach waschen und würfeln Sie die Gurke, die Sie in einem Topf mit etwas Margarine andünsten. Anschließend geben Sie die Hackbällchen dazu. Das Ganze wird nun bei mittlerer Hitze 20 Minuten geschmort, ohne umzurühren. Den Reis bereiten Sie wie gewohnt zu und servieren ihn als Beilage. Insgesamt wären wir dann bei einer Summe von etwa 50 Cent mit Öl, Margarine und Haferflocken.

Für die Süßen unter uns

Sie mögen Süßigkeiten? Ja, diese leckeren Zwischenspeisen sind etwas Feines, aber nicht unbedingt notwendig. Bei der 1-Euro-Diät sind Desserts vor allem dazu gut, um zusätzlich Eier und Milch aufzunehmen. Puddings sind also ein guter Nachtisch. Auch Bananen sind echte Kraft-Pakete. Komischerweise neigen Menschen dazu, lose Bananen und nicht etwa eine ganze Staude zu kaufen, daher schmeißen Supermärkte lose Bananen gern zu Spottpreisen raus. Süßen können Sie Ihre Desserts am besten mit konzentriertem Süßstoff. Zwar bekommen Sie davon nur kleinere Mengen als vom Kristallzucker, allerdings ist das Konzentrat sehr ergiebig.

In unserer Fotoshow haben wir noch einmal Tipps zur 1-Euro-Diät für Sie festgehalten.

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