Trend 2014

Beauty-Trend 2014: „Mink“ – der Make-up-Drucker

am 12.05.2014 um 16:15 Uhr

Stellen Sie sich einmal vor, Sie könnten jegliche Art von Make-up in guter Qualität und jeder erdenklichen Farbe ganz einfach Zuhause herstellen. Dieses Traumszenario soll nämlich noch in diesem Jahr möglich sein. Und zwar mit dem 3D-Drucker „Mink“, einer Erfindung der „Harvard Business School“-Absolventin Grace Choi. Wir haben hier und in der Fotoshow alle wichtigen Informationen der potentiellen Beauty-Revolution für Sie zusammengestellt.

Auf der der Erfinderkonferenz TechCrunch Disrupt in New York stellte Grace Choi den Prototypen „Mink“ vor. Einen 3D-Drucker, der es uns mit nur wenigen Klicks ermöglichen soll, Lippenstifte, Make-up, Lidschatten, Nagellack und Co. in jeder Wunschfarbe ganz einfach selbst herzustellen. Noch in diesem Jahr soll „Mink“ in den USA für 330 US-Dollar (ca. 215 Euro) erhältlich sein.

Die Idee: Warum ein Schmink-Drucker für Zuhause?

Laut Grace Choi verwendet ein Großteil der Make-up-Industrie billige Inhaltsstoffe und verlangt einen horrenden Preisaufschlag aufgrund der Farbdesigns. Ergo: Es sind die Farben, die unsere Make-up-Produkte so teuer machen. Und dabei handelt es sich der Harvard-Absolventin zufolge bei Farbdesigns um etwas, was Technologie uns frei zur Verfügung stellt.

Neben dem Kostenaspekt entstand der Make-up-Drucker allerdings primär aus einer anderen Motivation heraus, welcher Grace Choi auch persönlich am Herzen liegt: Sie möchte Frauen dazu motivieren, möglichst viele verschiedene Looks auszuprobieren. Die Farbauswahl von Beauty-Produkten soll nicht länger der Kontrolle durch die Industrie unterliegen, sondern jeder Mensch sollte die komplette Freiheit über die Farbauswahl von Schminke haben. „Wenn es keinen grünen, schwarzen oder farblich exotischeren Lippenstift gab, begann ich zu denken, dass mit meiner Art zu denken etwas komisch sei,“ sagt Choi. Unter diesen Erfahrungen litt ihr Selbstbewusstsein und die junge Asiatin begann zu denken, dass alle ihre Ideen abnormal seien. Mit „Mink“ plant Grace Choi eine Beauty-Revolution: Die Definition von Schönheit sollte langfristig etwas von jeder Frau ausnahmslos Selbstbestimmtes sein.

Make-up aus dem 3D-Drucker: So funktioniert „Mink“!

Die Handhabe ist denkbar einfach: Der Prototyp „Mink“ ist Hardware – ein Drucker, der nicht größer ist als gewöhnliche Heimdrucker, der aber noch auf die Größe eines Mac Minis reduziert werden soll. Sie benötigen keine neue Software, sondern können nach Belieben mit bekannten Programmen wie Photoshop oder Paint arbeiten. Mit dem Pipetten-Werkzeug kann nun eine Farbe – beispielsweise aus einem Beauty-Tutorial, von einem Foto des Lippenstifts Ihrer Freundin oder auch von einem Produktfoto – identisch kopiert und als gewünschtes Beauty-Produkt ausgedruckt werden.

Laut Choi wird der Drucker mit denselben günstigen Rohmaterialen ausgestattet, die in der klassischen Schönheitsindustrie verwendet und als teure Markenprodukte verkauft werden. Je nach gewähltem Basisstoff können so Puder, Lippenstifte, Lidschatten und Co. exakt nach der am Computer ausgewählten Farbe gedruckt werden. Der 3D-Drucker macht es demnach möglich, jeden Make-up-Look – von der Freundin bis hin zum Celebrity – farbgetreu nachstylen zu können. Choi selbst bringt diesen Gedanken auf den Punkt: „Mink macht das Web zur größten Kosmetik-Filiale der Welt.“

Macht „Mink“ das Web zur größten Kosmetik-Filiale der Welt?

3D-Drucker sind derzeit unglaublich im Trend – ob zur Herstellung von Essen, Schmuck, Waffen, Spielzeug oder eben auch Make-up. Aber hat „Mink“ wirklich das Potential, eine ersthafte Konkurrenz für die Beauty-Industrie darzustellen? Auch wenn man seine Lieblingsfarben einfach selbst herstellen kann, schwört man erprobten Produkten ab, um Drucktinte auf den Lippen zu tragen? Jim Hammer, führender Experte der Kosmetik-Chemie-Branche, äußert gegenüber harpersbazaar.com skeptische Gedanken zu dem Hype um „Mink“: „Viele der Farbmittel, die in Kosmetikprodukten enthalten sind, bestehen aus mineralischen Pigmenten, eisenhaltigen Oxiden, ultramarinen Farbstoffen etc. Dabei handelt es sich um unlösliche Puder, die nicht vergleichbar mit flüssigen Farbmitteln sind – solche, die in CMYK-Farbmodell-Druckern verwendet werden. Ebenso werden Make-up-Produkte zum Teil auch mit glänzenden- oder glitzernden Pigmenten angereichert, dafür hat „Mink“ bisher keine Lösung.“ Weiter führt Hammer aus, dass „für die Herstellung von hochwertiger Schminke auch hochpreisige Basisstoffe benötigt werden“.

Fazit: Der Make-up-Printer ist definitiv eine spannende und visionäre Idee, dessen Realisierung in Hinsicht auf alle Kundenbedürfnisse sicher noch viel Entwicklung benötigt, um eine realistische Alternative zu Markenprodukten zu sein.

Klicken Sie sich durch unsere Bildershow, um den Prototypen „Mink“ zu sehen und mehr über den 3D-Schmink-Drucker sowie deren Erfinderin Grace Choi zu erfahren.

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