Alexa Chungs “It” – Das gewisse Etwas mit dem gewissen Etwas

am 15.09.2013 um 15:34 Uhr

Auf dem blassrosa Leinen-Einband blickt uns ein eingerahmtes, blaues Auge entgegen, in dynamischer Schreibschrift prangt der Name Alexa Chung auf dem Titel und unter dem Bild in simplen Druckbuchstaben „It“. Das Buch der gefeierten, britischen Stil-Ikone wurde am 5. September endlich vorgestellt und somit auch alle Spekulationen über seinen Inhalt beendet. Nein, bei „It“ handelt es sich nicht um einen mit autobiographischen Referenzen versetzten Stilratgeber, sondern vielmehr um ein buntes Sammelsurium an Inspirationen und Skizzen, Fotografien und kurzen Anekdoten. Es überzeugt vor allem mit etwas, von dem auch die Autorin selbst genug hat: Einer ordentlichen Portion an Stil.

Seit Jahren hält sie den Modebetrieb nun schon auf Trapp und das zu recht: Alexa Chung ist höchst wahrscheinlich die moderne Stilikone unserer Zeit, fernab von einer Paris Hilton oder Kim Kardashian, hat die Britin einfach dieses gewisse Fünkchen an mehr zu bieten. In einer Zeit, in der man das berüchtigte „It“ schneller verliehen bekommt, als man zuschauen kann, wird dann doch die Frage nach der Berechtigung des „It“-Statuses immer lauter. Was aber viele nicht wissen: Das It-Girl ist gar kein Auswuchs unserer Zeit und der Begriff viel älter, als man denken würde.

Die Ursprünge und das erste It-Girl

Was schätzen Sie denn, wer das allererste It-Girl war? Vielleicht Marilyn Monroe oder Jane Birkin? Audrey Hepburn? Tatsächlich ist der Begriff viel älter: Das erste, explizit so bezeichnete „It-Girl“ war der Stummfilm-Star Clara Bow. Mit dem Kinohit „It“ (dt. Titel: „Das gewisse Etwas“) nach dem gleichnamigen Erfolgsoman von Elinor Glyn wurde Bow weltberühmt und hauchte dem Begriff „It-Girl“ erstmals Leben ein – und das 1927!

Der Plot des Stummfilms ist schnell erzählt: Das arme, aber sexy Arbeitermädchen verliebt sich in den wohlhabenden, smarten Juniorchef und setzt alle Waffen einer Frau ein um ihn zu erobern. Elinor Glyn, die ebenfalls die Autorin des Drehbuchs war, soll verzweifelt nach der richtigen Darstellerin mit dem gewissen „It“ für die Hauptrolle gesucht haben, bis sie endlich Bow entdeckte: Das „It” sei eine “innere Magie, ein animalischer Magnetismus”, erklärte Glyn damals. Bow jedoch sollte sich immer fragen, was Glyn damit eigentlich gemeint hatte: „I ain’t real sure”, antwortete sie den Journalisten stets, wenn sie nach dem gewissen Etwas fragten.

Was ist es denn nun, das „It“?

Heute wüssten die Damen schon eher, was sie antworten würden: Das „It“ ist eine mysteriöse Mischung aus Sex-Appeal, Leichtigkeit und einer sich von der Masse abhebenden Eigenschaft, sei sie physischer oder charakterlicher Natur. Eben das gewisse Etwas, dass das It-Girl vom einfachen Girl absetzt. Wichtig ist vielleicht auch noch zu erwähnen: Nach dem „it“ strebt man nicht, man sucht nicht verzweifelt, man hat „es“ eben – oder nicht. Noch treffender hat bisher nur das US-Magazin “Wired” das Phänomen des modernen It-Girls definiert: „Sie ist berühmt, weil sie berühmt ist!”

Alexa hat „es“!

Alexa hat „es“ – soviel steht schon einmal fest. Aber in ihrem Fall meint „es“ eben keinen besonders offensichtlichen, aggressiven Sex-Appeal oder permanente Skandal-Schlagzeilen à la Paris Hilton, sondern ihr „It“ ist viel subtiler: Es ist die Mischung aus einer absoluten Stilsicherheit, die ihre Wurzeln in einer klassischen Ästhetik findet, einer natürlichen Eleganz und unverwechselbaren Coolness. Frauen beneiden Alexa nicht, sondern bewundern sie. Für Männer symbolisiert sie nicht das zu erobernde, sexy Beuteschema: Alexa ist eine Lady. Nicht umsonst widmete das britische Traditionshaus Mulberry ihr eine eigene Tasche. Die “Alexa“-Bag spiegelt alle Merkmale ihrer Muse wieder: Sie ist eine Mischung aus Tradition und Coolness.

Und genau diesen Maßstäben folgt auch Alexas Buch: Es besticht mit eleganten Fotografien und selbstangefertigten Skizzen, kleinen philosophischen Ausführungen (z.B. zum Thema Liebeskummer) und sogar an einigen Stellen mit humoristischen Ankedoten (warum sie String-Tangas verabscheut und früher die Spice-Girls liebte). Unser Fazit: Vor allem für Alexa-Fans sehr lesenswert!

Fotos der  Buchpremiere von “It” mit Alexa Chung finden Sie hier in unserer Bildershow.

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