André Märtens

Haartrends vom Meister: André Märtens im exklusiven Trend-Interview

am 16.01.2015 um 14:37 Uhr

Seit Beginn der Berliner Fashion Week 2007, ist André Märtens als „Head of Hair“ für L’Oréal für einen Großteil der Haarkreationen während der Modewoche in unserer Hauptstadt verantwortlich. Wir haben dem Fashion-Week-Urgestein und seinem 40-köpfigen Team, unter der Leitung von Wolfgang Zimmer, bei den Lookproben zur Mercedes-Benz Fashion Week einen Besuch abgestattet, sie beim Klammern, Befestigen, Sprayen, Knoten und Flechten in der L’Oréal Professionnel Académie beobachtet und dabei zugesehen, wie die Looks für die Shows entstehen. Exklusiv nahm sich André Märtens dann noch Zeit für unser desired.de-Interview und verrät, welche Trend-Tendenzen er für das Jahr 2015 ausmachen kann, worauf es ab sofort ankommt und wer ihm an die Haare darf. Mehr dazu hier und in unserer Fotoshow .

Sie wissen nicht so recht, ob Ihr Ombré-Look noch wirklich ausgehtauglich ist, der Undercut vielleicht doch langsam wieder wachsen sollte oder Ihr Blond noch einen Tick heller sein könnte? Wir haben diese Fragen für Sie geklärt und im desired.de-Interview mit André Märtens herausgefunden, worauf es 2015 auf unseren Köpfen ankommt.

Hallo André. Kurz und knapp: Findest du drei prägnante Worte für das Jahr 2015?

„Oh. Drei Worte? Es gibt so viele Dinge, die dieses Jahr zum Tragen kommen. Aber versuchen wir es einmal: Zum einen ist das Jahr sehr cool, aber auch farbenfroh und bewegt.“

Geht doch. Bei welchem Style steigen dir 2015 die Haare zu Berge?

„Eigentlich gar nicht. Wenn ich jetzt zum Beispiel über einen Undercut nachdenke, ist das klassische Abrasieren kein wichtiges Thema mehr, allerdings gibt es den Undercut immer noch in einer neuen Variation. Der Unterschnitt ist nicht mehr ganz so kurz gehalten, dadurch hat man bessere Definitionen. Das super-statische ist also definitiv vorbei.“

Das Äquivalent dazu: Was kommt in diesem Jahr?

„Ich glaube, dass in diesem Jahr sehr viel Wert auf Reflektionen gelegt wird. Heißt nicht, dass man einen einfachen Haarknoten mit Gel vollpanscht, aber ein leichter Schimmer ist 2015 ein toller, an den Wet-Look angelehnter, Effekt. Allgemein gehen die Hairstyles in die Shaggy-Richtung, heißt also, dass das Haar viel mehr Bewegung und Lebendigkeit durch beispielsweise Stufungen bekommt.“

Was ist mit dem Undone-Look des letzten Jahres, bleibt das Ungestylte bestehen?

„Die Undone-Looks bleiben auf jeden Fall, allerdings sind sie nicht mehr so matt, wie wir sie kannten. Wir gehen mehr in eine Art Undone-Healthy-Richtung. Die Haare sollen also gesund, definiert aussehen und so einen Bruch zum femininen Look schaffen. Wichtig ist nach wie vor die Natürlichkeit und das Selbstbewusstsein am Look einer Frau. Beschreiben wir es doch so: Eine Frau schmeißt sich nach einer tollen Nacht noch einmal in ihr elegantes Kleid, um nach Hause zu fahren. So in etwa sieht 2015 aus. Und ihr mögt es nicht glauben, aber dieser natürliche Look ist meist viel schwieriger zu stylen als ein cleaner, französischer Style.“

Welchen Stylinghelfer würdest du jeder Frau beim schwierigen Frisieren empfehlen?

„Ich bin ein sehr großer Freund von Curlern, also Lockenstäbe unterschiedlichster Art. Die sind so vielfältig und erleichtern einem das Styling mit ihren verschiedenen Formen. Vor allem für die herausfrisierte Definition sind sie in diesem Jahr wichtig. “

Hast du für die Fashion Week einen Look kreiert, der deiner Meinung nach in diesem Jahr sehr bestimmend sein wird?

 „Ich glaube, dass 2015 wieder sehr durch Zöpfe und Pferdeschwänze bestimmt wird, weil diese so sehr jung und frisch aussehen. Aber auch die werden ganz unterschiedlich interpretiert, einfach zusammen gebunden, in Wellen gelegt oder mit richtig toupiertem Kopf gestylt.“

Wäre das ein Look für jede Frau?

„Das ist natürlich in erster Linie von der Haarlänge abhängig und davon, ob sich eine Frau mit diesem Look wohl fühlt. Wenn man sich im Spiegel nicht ansehen kann, braucht man einem Trend auch nicht zu folgen. Die Einheitslooks von vor 25 Jahren gibt es ja glücklicherweise nicht mehr.“

Welche Haarfarbe dominiert das Jahr?

„Im Sommer bleibt es natürlich wie jedes Jahr Blond. Die Blond-Nuancen sind allerdings ziemlich kühl geworden und haben eine stärkere Aufhellung. Gearbeitet wird mit den hellen Nuancen immer noch mit Flow-Techniken. So entsteht ein herausgewachsener Look, bei dem die Haare nicht vom Ansatz bis zu den Spitzen im gleichen Ton gehalten sind, sondern der Ansatz bewusst dunkler gehalten wird. So wie der Ombré-Look, nur eben viel feiner.“

Wer frisiert eigentlich deine Haare?

„Ach, immer derjenige, der gerade Zeit hat. Ich kann mich bei mir im Salon nur schwierig während der Arbeitszeiten hinsetzen. Das muss dann also jemand sein, der sich abends noch für mich erbarmt.“

Die Liste deiner frisierten, prominenten Köpfe ist lang. Wer fehlt darauf noch?

Nicole Kidman. Ich finde die Frau einfach toll, sie ist super wandelbar und ein guter Typ. Die hätte ich gern mal auf dem Stuhl.“

Wir danken André Märtens für dieses offene Interview und freuen uns auf ein cooles, bewegtes und farbenfrohes Haar-Jahr 2015. In unserer Fotoshow können Sie dem „Head of Hair“ der Mercedes-Benz Fashion Week bei der Arbeit zusehen .

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