Porträt

New York: Das Phänomen Anna Wintour!

am 09.09.2013 um 13:05 Uhr

Die ganze Fashion-Szene blickt immer wieder nach New York. Denn in der Metropole findet nicht nur regelmäßig die legendäre New York Fashion Week statt, sondern hier regiert Vogue-Chefin Anna Wintour, deren Urteil darüber entscheidet, ob eine Kollektion Erfolg hat oder nicht. Wir haben uns die Lady mit den charmanten Spitznamen wie „Stalin auf Stilettos“ oder „eiskalter Engel“ einmal genauer angesehen.

Forever Young

Mal ehrlich, hätten Sie gedacht,  dass Miss Wintour bereits 63 Jahre alt ist? Wir auch nicht. Vermutlich ist das Geheimnis ihres zeitlosen Aussehens eine perfekt sitzende, honigblonde Bob-Frisur mit akkuratem Pony, eine übergroße Sonnenbrille, die die Augenpartie stets verdeckt und damit immer vor schädlichem UV-Licht schützt und ein durchtrainierter Körper, der in jedes Designer-Kleidchen passt. Diesen Look zieht Anna Wintour bereits seit 30 Jahren durch und wird wahrscheinlich auch nicht mehr davon abkommen. Warum auch, denn diese Attribute gehören zu ihrem Image wie ihr versteinertes Lächeln.

Der Teufel trägt Prada

Bis zur Premiere des Kinohits „Der Teufel trägt Prada“ im Jahr 2006, war der Name Anna Wintour wohl nur wenigen ein Begriff. Doch schnell wurde klar, dass die Rolle der Miranda Priestly, gespielt von Meryl Streep, alles andere als ausgedacht war. In der gleichnamigen Buchvorlage verarbeitet Ex-Assistentin Lauren Weisberger ihre Zeit unter der tyrannischen Chefin, die von ihren Mitarbeitern das Unmögliche verlangt und zu jeder Tages- und Nachtzeit terrorisiert. Der Film spielt mit vielen Klischees und die Vogue-Chefin scheint maßlos übertrieben dargestellt zu sein. Doch nur ein Jahr später scheint der Film alles andere als überspitzt zu sein. Der Dokumentarfilm „The September Issue“ zeigt Wintour während der Entstehung der September-Ausgabe der Vogue, die für Wintour die wichtigste im Jahr ist. Und tatsächlich: Anna Wintour ist unnahbar, kühl und kühn. Genau wie im Hollywood-Streifen muss auch in der Realität stets ein frisch aufgebrühter Kaffee auf dem Schreibtisch stehen, wenn Wintour das Verlags-Gebäude betritt. Ihre Mitarbeiter hat sie immer im Griff, verlangt von ihnen alles ab und bekommt immer ihren Willen. Bei der Premiere des Spielfilms „Der Teufel trägt Prada“ saß Wintour übrigens im Publikum – komplett in Prada gekleidet.

Das Erfolgsgeheimnis

1970 begann Wintour ihre steile Karriere als Mode-Journalistin bei der amerikanischen Harper’s Bazaar. Bei der US-Vogue landete sie dann 1983. Die damalige Chefin Grace Mirabella soll sie gefragt haben: „Welchen Job hätten Sie denn gern?“, und Wintour antwortete daraufhin ganz cool: „Ihren.“ Fünf Jahre später war sie dann Chefredakteurin der Vogue und revolutionierte die Zeitschrift. Denn sie mixte auf ihrem ersten Cover sündhaft teure Designerkleidung mit Styles von der Stange. Das Model trug eine 50-Dollar-Jeans zu einem 10.000-Dollar-Pullover von Christian Lacroix – vorher eine undenkbare Kombination. Des Weiteren setzte Wintour vermehrt auf Prominente statt auf Models auf den Titelseiten – erfrischend anders und für die damalige Zeit absolut neu. Die New York Times fasst ihren Einfluss so zusammen: „Anna hält ihren Finger nicht in den Wind, sie ist der Wind.“

In unserer Fotoshow können Sie sich Anna Wintour noch einmal anschauen!

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