Anna Wintour

Was würde Anna sagen? Fünf unbezahlbare Stylingtipps der Fashion-Queen

am 03.11.2014 um 13:03 Uhr

Dunkle Sonnenbrille, perfekter Pagenschnitt und ein unterkühltes Lächeln: Anna Wintour ist die einflussreichste Frau im Fashion-Business. Ihr bekanntestes Zitat:„Selbst wenn ich komplett unsicher bin, tue ich so, als wüsste ich genau, wovon ich spreche, und treffe eine Entscheidung!“ Ihre Spitznamen: ‚Eiskönigin‘, ‚Nuclear Wintour‘, ‚eiserne Lady‘, ‚der Teufel in Prada‘. Bereits seit 1988 ist sie Chefredakteurin der US-amerikanischen Vogue und ihr Werdegang zur berühmtesten Frau der Modewelt verlief wie ein Krieg, deren Schlachten immer nur sie gewann. Seit über zwei Jahrzehnten bestimmt Wintour mit einem Kopfnicken darüber, wer in der Fashion-Industrie erfolgreich ist, und wer sang- und klanglos untergeht. Marc Jacobs, John Galliano, Proenza Schouler und Stella McCartney haben angeblich nur Karriere gemacht, weil sie es so wollte. Nun wird Anna Wintour 65 Jahre alt – und ist noch lange nicht am Ende ihrer Kariere angelangt. Wir haben den wohl wichtigsten Geburtstag der Fashion-Welt zum Anlass genommen, um für Sie hier und in unserer Bildergalerie die fünf besten Stylingtipps der Mode-Monarchin zusammenzustellen. Ganz frei nach dem Motto: Wollen Sie das wirklich SO anziehen? Was würde Anna sagen?

Die Phrase „Was würdest du tun?“ ist ein weltbekanntes Spaßorakel und lässt sich beliebig anwenden: Anlässlich ihres 65. Geburtstages am 3. November 2014, lassen wir die Königin der Mode, die große Anna Wintour, einmal selbst zu Wort kommen und formulieren das Wortspiel um in: „Was würde Anna sagen?“ Die Trendexpertin hat nach über vierzig Jahren im Modebusiness so einiges erlebt, gesehen und auch mitzuteilen: Legendär sind ihre Schelten gegenüber anderen Redakteuren in Sachen Stil und Stilregel-Brüchen! Bevor wir uns aber den Styling-Tipps der Vogue-Koryphäe widmen, wollen wir uns noch einmal an den Beginn ihrer zarten Karriere als kleine, unbedeutende Mode-Redakteurin erinnern:

Eine kleine Biographie: Anna Wintour auf dem Weg nach Oben

Anna Wintour wurde am 3. November 1949 in London als Tochter von Charles Wintour, dem Herausgeber sowie Chefredakteur des London Evening Standard und des Sunday Express Magazine, geboren. Und wie heißt es so schön? Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm und so wusste Anna Wintour schon als Jugendliche, in welche Richtung ihre berufliche Karriere einmal gehen sollte. Eine Anekdote aus ihrer Jugend besagt, dass sie für die Schule in einem Fragebogen ihr Lebensziel hat angeben müssen. Sie soll ihren Vater gefragt haben, was sie schreiben solle, und dieser antwortete: „Chefredakteurin der Vogue!“ Tatsächlich konnte es Anna Wintour auf dem Weg nach Oben gar nicht schnell genug gehen: Ihre Karriere als Modejournalistin begann sie im Alter von 21 Jahren als redaktionelle Assistentin beim britischen Hochglanz-Magazin Harper’s Bazaar, das damals kurzzeitig mit der Zeitschrift Queen zu Harper’s & Queen fusionierte. In fünf Jahren arbeitete sie sich von der Assistentin zur stellvertretenden Chefin hoch – und hatte trotzdem keine Geduld. Als 1976 ihre Vorgesetzte in London gefeuert wurde und nicht sie, sondern eine andere Kandidatin die Nachfolge der Chefredaktion antrat, setzte sich Wintour kurzerhand ins Flugzeug nach New York, um dort ihre Karriere fortzusetzen. Nach einem Jahrzehnt kehrte sie als Chefredakteurin der britischen Vogue in ihre Heimat zurück, triumphierend. Der Rest ist Geschichte: Als die junge, französische Zeitschrift Elle begann, am Image der US-Vogue zu kratzen und die Leserzahlen sanken, suchte der berühmt-berüchtigte Globalplayer Condé-Nast eine neue Chefredakteurin: Anna Wintour zögerte keine Sekunde und marschierte quasi über Nacht ins Chefredakteurs-Büro der US-Vogue, direkt am Times Square. Und bekam den Job.

Auf Wintours erstem, amerikanischen Vogue- Cover war übrigens das israelische Model Michaela Bercu mit blonder, vom Wind verwuschelter, Wallemähne, in einem 10.000-Dollar-Couture-Shirt von Christian Lacroix und einer 50-Dollar-Jeans von Guess zu sehen. Den Skandal nach dem ersten Cover kommentierte Wintour so: „Es war eben das genaue Gegenteil des typischen Vogue-Covers, einem eleganten Close-up mit Tonnen von Make-up und ausladendem Designer-Schmuck. Dieses Cover brach alle Regeln. Michaela sah einen nicht direkt an, schlimmer noch: Ihre Augen sind auf dem Foto halb geschlossen. Das Haar weht ihr durchs Gesicht, es sieht einfach, casual aus, wie ein Schnappschuss von der Straße – was es ja auch war! Nach dem ersten Sturm erreichte mich dann eine Vielzahl an Interpretationen: Ging es um das Mixen von High-Couture und Streetwear? War das riesige Kreuz auf dem Shirt ein religiöses Statement, da Michaela zur Zeit des Shootings schwanger war? Aber nichts von all dem war relevant für mich. Ich habe dieses Foto gesehen und gleich einen Wind der Veränderung gespürt. Von deinem ersten Cover kannst du nicht mehr verlangen.“

Was würde Anna Sagen? Fünf unbezahlbare Stylingtipps der Fashion-Queen

Kein Wunder also, dass es die ‚Eiskönigin‘ oder ‚ Frau Stalin auf Stilettos‘ – wie sie oft auch wenig schmeichelhaft genannt wird – so weit gebracht hat: Mit einem untrüglichen Gespür für Trends und Stil, einem eisernen Willen, knallharter Disziplin und einer Extraportion an Durchsetzungsvermögen hat sich die heutige 65-jährige Britin ihren Platz auf dem Thron der Modewelt zu Recht erarbeitet und verteidigt ihre Machtposition rigoros. Und wenn es etwas gibt, dass Anna ‚Nuclear‘ Wintour gar nicht leiden kann, dann sind es fiese Fashion- Fauxpas!

1. „Wollen Sie wirklich in diesem komplett schwarzen Outfit auf die Straße gehen? Sie sehen aus wie ein trauriger Grufti – im negativen Sinne!“

Seit dem legendären Interview „73 Fragen mit Anna Wintour“ ist es raus: La Wintour findet komplett schwarze Outfits einfach schrecklich und so gar nicht stylisch! Intellektuellen-Attitüde, klassischer Minimalismus? Fehlanzeige! Laut Wintour sollte das Leben kein Trauerspiel sein und Mode im besten Fall die Zelebration von Lebensfreude. Beleben Sie also Ihre Grufti-Garderobe mit ein paar farbigen Eyecatchern: Eine bunte Handtasche, ein gemusterter Schal oder Gürtel – und schon ist auch Anna wieder glücklich. Selbiges gilt übrigens für das klassische Kleine Schwarze: Ohne ein farbiges Element, wie zum Beispiel eine ausladende Statement-Kette, würde es die Wintour auch niemals tragen.

Übrigens: Auch „Head to Toe“-Vintage-Looks findet die Chefredakteurin der US-Vogue nicht gerade top: Schließlich leben wir in der Gegenwart und sollten es mit dem Retro-Trend nicht übertreiben…

Anna Wintour rät: Peppen Sie ihr komplett schwarzes Outfit mit bunten Accessoires auf, dann sieht das Ganze schon nicht mehr so düster aus. Beim Kleinen Schwarzen tut es zum Beispiel auch schon metallisch schimmernder Statement-Schmuck…

2. „Finden Sie Ihren persönlichen Lieblingsschuh, der elegant ist und perfekt zu Ihnen passt, dann können Sie das Modell auch getrost jahrelang tragen!“

Jaja, Anna Wintour und ihr heißgeliebtes Paar nudefarbener Manolo-Blahnik-Slings sind mittlerweile weltberühmt. Schöne, elegante Schuhe sind ja bekanntlich die Grundlage einer jeden stilvollen Garderobe und Frau Wintour hat wahrscheinlich einen schier überquellenden Schrank voller Designer-Schuhe, trotzdem entscheidet sie sich bereits seit 1994 (!!!) immer wieder gerne für ihre schlichten, eleganten Blahniks. Egal, ob in der Front Row einer Haute-Couture-Schau, auf dem roten Teppich oder auf einer Charity-Gala, Wintour trägt ihre Sandaletten bereits seit 20 Jahren. Man munkelt, der berühmte Schuhmacher Manolo Blahnik habe ihr das 625-Euro-Modell auf den Leib geschneidert und die Slings in zwei ähnlichen Nuancen angefertigt, die perfekt zu Annas Teint passen. Seitdem stehe in seinem Atelier ein Abdruck von ihren Füßen, nach welchem er alle weiteren Schuhe für sie anfertigt, sodass diese wie angegossen sitzen. Dementsprechend bekommt die Wintour jede Saison eine neue Lieferung ihrer absoluten Lieblingsschuhe – für beide Seiten wohl ein lukrativer Deal…

Anna Wintour rät: Investieren Sie doch bitte in Qualitätsstücke, die sich über Jahre auch in Ihrem Kleiderschrank halten können. Es ist überhaupt nicht tragisch, zu mehreren großen Events auch mal die gleiche Sache zu tragen. Schließlich sind wir alle ja gegen Fast-Food-Fashion und für nachhaltige Mode! Und wenn Sie schon dabei sind, schaffen Sie sich ein Paar nudefarbene Heels an, die sehen einfach immer elegant aus.

3. „Sehe ich nicht richtig oder tragen Sie etwa Strumpfhosen zu Ihren offenen Schuhen? Wollen Sie mich ins Grab bringen? Das ist unverzeihlich!“

Strumpfhosen und Anna Wintour – das ist bestimmt kein Dream-Team und wird auch niemals eines werden! Die Fashion-Königin ist bekannt dafür, dass sie auch bei kalten Temperaturen nichts von wärmenden Strumpfhosen hält, tatsächlich hat man sie auch noch niemals in welchen gesehen. Der größte Fashion-Fauxpas in puncto Strumpfhosen ist aber Jener Nylon-Strumpf der Marke Oma. Glänzend, 40 DEN und fleischfarben – für die Wintour der absolute Albtraum.

Anna Wintour rät:  Tragen Sie niemals fleischfarbene Strumpfhosen. Damit tun Sie sich und Ihrer Umwelt keinen Gefallen! Wenn es Ihnen mit nacktem Bein zu kalt ist, dann beißen Sie wie alle anderen eben die Zähne zusammen, oder tragen kein kurzes Kleid und offene Schuhe im Winter!

4. „Hosen sind überbewertet, Sie sind doch eine Frau, kleiden Sie sich auch öfter einmal wie eine!“

Frau Wintours Vorliebe für Kleider, Kostüme und Röcke ist fester Bestandteil ihres Signature-Stils. Sie bevorzugt es eben feminin-elegant und greift auch gerne zu absoluten Fashion-Insignien dieses Stils. Trotz vehementem Gegenwind trägt sie unbeirrt weiterhin Pelz, liebt Pastell-Strickjäckchen im Jackie Kennedy-Stil, weibliche Blumenprints und seidige Stoffe. Zu ihren Lieblingsmarken gehören unbestritten Chanel und Prada, aber auch in Balenciaga, Saint Laurent oder sogar Erdem wird sie des Öfteren gesehen.

Anna Wintour rät: Trauen Sie sich ruhig mal wieder, mehr Kleider zu tragen. Wie wäre es mal mit einem bedruckten Etui-Kleid aus Seide? Das ist elegant und klassisch zugleich. Sanfte Farben, wie pastelliges Blau oder Rosé, wirken zudem besonders feminin.

5. „Sobald draußen die Sonne scheint, sollten Sie zu Ihrer XXL-Sonnenbrille greifen! Nicht nur um Ihre Augen so lange wie möglich faltenfrei zu halten, sondern auch, weil es einfach stylisch aussieht. Punkt.“

Anna Wintour nimmt ihre große schwarze Sonnenbrille – vorzugsweise von Chanel – so gut wie niemals ab, auch in dunklen Räumen nicht. Böse Zungen behaupten ja, die Brille solle wie ein Schutz wirken und jegliche Unsicherheiten verstecken. Wir sind uns hingegen sicher, dass Queen Wintour einfach nur den optimalen Stylingfaktor mit dem maximalen Sonnenschutz kombiniert. Schließlich sollte man sich die Augenpartie der nun 65-Jährigen einmal genauer ansehen: Genau, nahezu faltenfrei! Sie selbst antwortete einmal auf die Frage, was sie hinter den Gläsern verstecke: „Ich halte wahrscheinlich gerade ein Nickerchen.“ Soviel also dazu, die Modekönigin sei komplett humorlos! Wir finden ihren trockenen, britischen Humor überaus amüsant.

Anna Wintour rät: Die richtige Sonnenbrille ist gar nicht so leicht zu finden. Achten Sie beim Kauf vor allem auf Ihre Gesichtsform, finden Sie eine Brille, die Ihnen schmeichelt. Runden Gesichtern zum Beispiel, stehen am besten Brillen in leichter Schmetterlingsform (dazu zählt auch Anna Wintour), der ovalen Gesichtsform stehen so gut wie alle Formen, eckige Gesichter sollten breite und kantige Brillenformen meiden!

Noch mehr Stylingtipps und Impressionen aus dem Leben der Vogue-Chefredakteurin, finden Sie hier in unserer Bildergalerie.

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