Die Macht der Arroganz: Kann Arroganz erfolgreich machen?

am 02.10.2015 um 20:53 Uhr

Es gibt sie überall, diese Schnösel, die sich schlichtweg für etwas Besseres halten und uns das auch spüren lassen. Napoleon war zum Beispiel ein solcher und verkündete auf dem Höhepunkt seiner Macht, dass er schon bald das Universum reagieren würde. Unser geliebter Karl Lagerfeld antwortete einst auf die Frage hin, warum er kein Handy besitze, dass Telefone nur etwas fürs Personal sind. Ihnen scheint die Arroganz in der Schüssel serviert worden zu sein und doch sind sie legendär. Oder ist es eben genau die Arroganz, die sie erfolgreich machte? Wir verraten es Ihnen hier und in unserer Fotoshow .

Hand aufs Herz, liebe Damen, sind Ihnen nicht auch schon einmal leicht überhebliche Statements wie „dafür bin ich zu gut“ aus dem Mund gerutscht? Nein? Dann liegt es vielleicht genau daran, dass Sie bisher die Karriereleiter noch nicht so hoch hinauf klettern konnten, wie es Ihnen eigentlich lieb wäre. Denn Arroganz kann durchaus erfolgreich machen.

Die selbstverliebten Egomanen

Er ignoriert, er überhört und übersieht, für ein schlichtes „Hallo“ auf dem Flur reicht es auch nicht und das nicht aus Versehen, sondern aus Berechnung. Chefs können schon etwas Schreckliches sein, so erhaben und selbstbezogen. Und dennoch sind es meist eben diese selbstbezogenen Egomanen, die besonders erfolgreich durchs Leben stolzieren, mehrere Mitarbeiter unter sich halten. Vielleicht könnte es demnach also auch sein, dass der Spruch „Niveau sieht nur von unten wie Arroganz aus“ durchaus etwas Wahres in sich trägt. Wieso ist es aber so, dass ein Großteil er wirklich erfolgreichen Menschen mit dieser Eigenschaft bestraft, oder eher gesegnet, wurde?

Arroganz liefert Sicherheit

Fakt ist, dass jeder, der sich selbst für besonders intelligent und mächtig hält, sich dementsprechend selbstbewusst verkauft und permanent betont, wie viel besser er als sein Umfeld ist, auch dementsprechend stark von seinen Mitmenschen empfunden wird. Mit Arroganz kann man nämlich wundervoll Schwächen vertuschen und die Konkurrenz so spielend leicht einschüchtern.

Aber nicht nur das, denn Arroganz kann Mitarbeitern auch das Gefühl von Sicherheit und damit verbundener Zufriedenheit vermitteln. Wenn sich ein Chef beispielsweise in einer wirtschaftlich schwierigen Situation selbstkritisch, hinterfragend und zögernd gegenüber seinen Angestellten gibt, kommt er bei diesen weniger gut an, als ein Chef, der sich seiner Sache sicher ist und sein Selbstbewusstsein auch präsentiert.

Alles eine Frage der Wahrnehmung

Bei der Einschätzung des Arroganz-Levels gehen die Meinungen allerdings oft auseinander. Warum? Je nachdem, wie klein das Selbstbewusstsein des Zuhörers ist, desto größer nimmt er das Verhalten des Sprechenden als arrogant wahr. Umgekehrt kann es jedoch so sein, dass ein besonders selbstbewusster Ansprechpartner überhebliches Verhalten gar als souverän und beispielhaft interpretiert, weil er sich von jenem Machtgehabe nicht bedroht fühlt und sich seiner selbst sehr sicher ist.

Demnach ist es durchaus verständlich, dass Chefs großer Konzerne eher selbstbewusste, ihnen ähnliche Mitarbeiter mit einem souveränen Auftreten befördern und beim Kunden auftreten lassen als eingeschüchterte Persönlichkeiten. Allerdings würden Menschen mit eben jenem Ego in einer familiären Kindertagesstätte mit flachen Hierarchien sehr schnell den Ruf der unausstehlich arroganten Tussi weghaben.

Arroganz oder Selbstüberschätzung?

Dennoch ist es ein besonders schmaler Grat zwischen gesundem Selbstbewusstsein mit einer Prise Arroganz und durchaus unausstehlicher oder gar gefährlicher Selbstüberschätzung.

Wer im Beruf wirklich erfolgreich sein möchte, sollte zwar ordentlich auf die Trommeln hauen, um nicht in der zweiten Reihe zu verschwinden und sich von seinen Konkurrenten abzuheben. Wichtig ist jedoch, dass solch selbstbewusste Kandidaten dann auch abliefern und ihre Selbsteinschätzung bestätigen, denn die Mitmenschen enttarnen großkotziges Gehabe schnell und wissen, wann all die Sprüche nur heiße Luft und wann sie tatsächliche Überlegenheit bedeuten.

Die Selbstwahrnehmung sollte demnach auch nach gewisser Zeit noch zur Fremdwahrnehmung der Mitmenschen passen, ansonsten wird aus Arroganz schnell Selbstüberschätzung, die Ihnen weder Ruhm noch Anerkennung bringt und Sie vielmehr zum Spot des Büros werden lässt.

Wann Arroganz erfolgreich und wann lächerlich macht und wie Sie am besten mit besonders arroganten Kollegen umgehen, erfahren Sie in unserer Fotoshow .

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