Wunderschön und doch Komplexe: Audrey Hepburn und der Beauty-Wahn!

am 22.04.2013 um 11:09 Uhr

Audrey Hepburn gehört zu den schönsten Leinwand-Ikonen aller Zeiten. Doch wie ihr jüngster Sohn Luca Dotti nun enthüllte, litt die Schauspielerin Zeit ihres Lebens offenbar an einer Wahrnehmungsstörung! Die schöne Audrey empfand sich selbst als hässlich und litt unter zahlreichen Komplexen! Dabei prägte der „Frühstück bei Tiffany“-Star mit ihrem knabenhaft kurz geschnittenen, dunklen Haar und dem zarten, beinah androgynen Körperbau ein modernes Schönheitsideal.

Wenn man Audrey Hepburn hört, denkt man automatisch an „Frühstück bei Tiffany“, das Kleine Schwarze , 7/8-Hosen und eine elfenhafte Figur. Wenige Schauspielerinnen sind über eine so lange Zeit hinweg Stilvorbild für unzählige Frauen gewesen und haben ganze Generationen beeinflusst!  In der VOGUE vom 1. November 1954 schrieb der Fotograf Cecil Beaton: „Mit jedem Monat, der vergeht, gewinnt Audrey Hepburn an darstellerischem Format. Intelligent und aufgeweckt, sehnsüchtig und enthusiastisch, offen, aber dennoch taktvoll, selbstbewusst, ohne arrogant zu sein, und zärtlich, ohne rührselig zu werden, sie ist das vielversprechendste Schauspieltalent seit dem Krieg.“ Für Beaton und viele andere verkörperte Hepburn ein neues feminines Ideal, das sich bis heute gehalten hat!

Audrey Hepburn hatte Komplexe

Doch anscheinend verbarg sich hinter der so perfekten Hollywood-Diva auch nur eine ganz normale Frau mit Zweifeln und Komplexen! „Meine Mutter fand ihre Nase und ihre Füße zu groß. Außerdem dachte sie, dass sie zu dünn und ihr Busen zu klein sei“, sagte der 43-jährige Luca Dotti nun im Gespräch mit der Zeitschrift „Vanity Fair“. Der Sohn der Modeikone stellte sein neues Buch „Audrey in Rome“ vor,  indem über 2.500 Fotografien der Schauspielerin aus der Zeit, in der sie in Rom lebte, zu sehen sein werden. Einige von ihnen wurden noch nie zuvor veröffentlicht. Weiter sagte er: „[Meine Mutter] schaute in den Spiegel und sagte: ‘Ich verstehe nicht, warum die Leute mich für schön halten‘.“

Die Komplexe der Schönsten

Dass Audrey Hepburn sich selbst für nicht schön hielt, ist natürlich schwer zu glauben, zeigt aber nur, dass wirklich niemand vor den kleinen, leisen Selbstzweifeln gefeit ist. Oft ist es sogar so, dass die Schönsten an den größten Selbstzweifeln leiden. Denn wer jahrelang im Rampenlicht steht und ständig nur auf sein Aussehen reduziert wird, wenn jede Falte, jedes Gramm zu viel Schlagzeilen macht, dann entwickelt man ganz automatisch eine gefährlich kritische Haltung zu seinem eigenen Körper. Auch andere Stars wie Lady Gaga, Michelle Williams, Sarah Michelle Gellar und Gwyneth Paltrow sollen angeblich Komplexe haben!

So unglaublich das klingt: Aber Schuld daran ist natürlich niemand anderes als wir selbst. Indem wir als Gesellschaft Schönheitsideale produzieren und diese auf die in der Öffentlichkeit stehenden Stars übertragen, halten wir die Schönheitsmaschinerie ganz von selbst in Gang. Titelblätter mit gelben Pfeilen, die auf vermeintliche Cellulite-Grübchen, Kilos zu viel oder sonstige Beauty-Pannen zeigen – Liebe Yellow Press, muss das wirklich sein? Viel eher sollten wir doch ganz aktiv gegen den Schönheitswahn angehen und akzeptieren, dass Menschen auch nur Menschen sind und manchmal eben einen schlechten Tag haben und im Alter höchstwahrscheinlich Falten bekommen. Oder Cellulite . Oder Haarausfall! Oder alles gleichzeitig.

Wenn die Komplexe zur Krankheit werden: Dysmorphophobie

Wenn die Selbstkritik jedoch über die üblichen Komplexe hinausgeht, wird der Selbsthass zur Krankheit: Dysmorphophobie ist ernst zu nehmen, auch wenn sie für nicht betroffene Menschen schwer nachvollziehbar erscheint.Das Wort kommt aus dem griechischen von dys = miss-, morphe = Gestalt, phobios = Furcht, und bedeutet also die „Furcht vor Missgestalt“.Dysmorphophobie ist eine psychische Erkrankung, bei der die Betroffenen meinen, stark entstellt zu sein, dabei ist der vermeintliche Mangel für andere entweder kaum oder sogar gar nicht zu bemerken! Aufgrund ihrer Angst überprüfen Dysmorphophobiker ständig den vermeintlichen Defekt – bis ca. 8 Stunden pro Tag –, entwickeln starke Depressionen und haben einen enormen Leidensdruck. Sollten Sie bei Freunden oder Bekannten also den Verdacht auf eine Dysmorphophobiehegen, geben Sie Ihnen auf keinen Fall das Gefühl, ihr Problem nicht ernst zu nehmen, sondern vermitteln Sie professionelle Hilfe! Sprüche wie „Ach, das ist doch alles gar nicht so schlimm, das bildest du dir doch bloß ein!“ helfen da wirklich nicht weiter!

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