Auswandern leichtgemacht: Erfolg im Ausland

am 22.06.2013 um 13:17 Uhr

Haben Sie auch schon mal über Auswandern nachgedacht? Dann gehören zu den ca. 25 Prozent der deutschen Arbeitnehmer, die sich mit dem Thema beschäftigen. Unbekanntes Risiko, aber auch eine Möglichkeit, alles anders zu machen – und in einigen Fällen sind Erfolgsgeschichten dabei entstanden, die nur das Leben schreiben kann. Wir stellen zwei Auswanderinnen vor, die Ihnen wahrscheinlich immer dazu raten würden, den großen Schritt zu wagen, und ein Land, in dem sich Frausein und Karriere nicht ausschließt.

Besonders jetzt im Sommer plagt viele von uns das Fernweh. Nur zu gern würden wir nicht im stickigen Büro, sondern unter Palmen sitzen, am Lake Lure wie Baby und Johnny die Hebefigur proben oder auf Boots-Tour entlang der französischen Küste gehen. Doch meist ist das Zurückkehren nach Hause dann selbst nach zwei Wochen Entspannung ein Graus, denn der Alltag und das deutsche Wetter bereichern uns nicht gerade mit überschwellenden Glücksgefühlen. „Goodbye Deutschland“ heißt es dann für viele, die ihr Glück in einem anderen Land versuchen wollen. Da reizen bessere Lebensbedingungen, ein höheres Gehalt bei gleicher Arbeit, freundlichere Sozialleistungen und eben das Arbeiten an einem Ort der Träume. Wir haben uns zwei Auswanderinnen gesucht, bei denen das Leben „abroad“ ein Erfolg war und die ganz sicher keine Entscheidung bereuen.

Würstchen-Königin Jill Kussmacher

Bekannt geworden ist Jill Kussmacher durch ihre Reality-Show auf sixx, in der man eindeutig gesehen hat: Was in Deutschland wahrscheinlich schlecht gelaufen wäre – denn hier wäre sie eine von vielen gewesen –, funktioniert in den USA ganz hervorragend. Marktlücke in den Staaten erkannt und zugeschlagen. Denn Jill verdient ihr Geld in Hollywood hauptsächlich durch einen Würstchen-Truck, mit dem sie zum Beispiel in den Business-Vierteln während der Mittagspause die leckere deutsche Bratwurst, den selbstgemachten Kartoffelsalat, Sauerkraut, Kartoffelpuffer und Co. verkauft. Und die Amis fressen ihr buchstäblich aus der Hand, denn sie lieben die gute deutsche Hausmannskost.

Schon seit 2010 wohnt die hübsche Blondine in Amerika gemeinsam mit ihren treuesten Begleitern, den Hunden Tyson und Jolina, und ist mit ihrem Catering-Unternehmen „Germany’s Famous Bratwurst“ zu einer kleinen Berühmtheit geworden. Nebenbei modelt die 29-Jährige und auch in kleineren Werbespots konnte man sie schon bewundern. Doch das alles hält sie natürlich nicht davon ab, selbst hinter dem Grill zu stehen. Die strenge, aber gerechte Chefin weiß mit anzupacken, was ganz offensichtlich ihr Erfolgsgeheimnis ist – neben der leckeren Wurst natürlich.

Zuckerbäckerin Miriam Milord

Miriam Milord kommt eigentlich aus Düsseldorf, aber backt inzwischen Kuchen für Prominente. Wie genau man zur Zuckerbäckerin der Stars wird? Nun, in Miriams Fall war das recht simpel und doch mit viel harter Arbeit und Schweiß verbunden. Die New Yorkerin wollte ihrer Freundin einen ausgefallenen Kuchen backen, kaufte sich eine Form und backte nach YouTube-How-to-Video. Stilettos, Handtaschen, Gitarren – bei ihr gibt es nichts, was sie nicht kann. Das machte auch die prominente Hollywood-Klientel auf sie aufmerksam und inzwischen hat sie bereits für die Rolling Stones, Justin Bieber, Barbra Streisand, Jay-Z und Kardashian-Oberhaupt Kris Jenner gebacken. Tendenz steigend.

Mit fünf Angestellten und vier Praktikanten schafft sie ca. 25 Torten in der Woche und muss bis zu 15 wöchentlich ablehnen – aus Zeitgründen. Ihre größte und teuerste Torte sättigte übrigens 1.500 Menschen und kostete 7.000 Dollar. Wochenenden oder Feierabend hat die Unternehmerin, die seit 2009 nun schon ihr süßes Geschäft betreibt, allerdings eher selten. Trotzdem würde Miriam Milord ihren derzeitigen Job in der Stadt, die niemals schläft, um kein Geld der Welt eintauschen.

Kind, Kegel, Karriere

Das alles lässt sich in Litauen perfekt unter einen Hut bringen. Denn hier sind fast die Hälfte der Personen in Führungspositionen Frauen, fast doppelt so viele wie in Deutschland. Und das ist EU-Rekord, sagt das Statistische Bundesamt. 600 Angestellte und sechs Kinder? Kein Problem! Egidija Valcekauskiene, Geschäftsführerin einer Fleischwarenfabrik, hat genau das geschafft und ist das beste Beispiel dafür, dass sich Kind und Karriere eben nicht ausschließen. Zwar würden im Bank- und Wirtschaftswesen tatsächlich noch fast ausschließlich Männer sitzen und die Frauen eher in der Einzelhandelsführung, allerdings klingt dies doch schon mal nach einem guten Anfang. Eine gut ausgebaute Kinderbetreuung und dass Frauen hier schon immer arbeiten mussten und daher heutzutage nicht wegen ihres Geschlechtes diskreditiert werden, mache den Aufstieg einfacher, sagt Egidija. Klingt nach einem Grund zum Auswandern, oder etwa nicht?

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