Grungewellen und Glow: So wird der Look von MALAIKARAISS gestylt

am 22.01.2013 um 10:50 Uhr

Den Look der nächsten Saison schon jetzt tragen? Kein Problem! desired.de-Redakteurin Lia Haubner hat sich backstage bei dem Berliner Womenswear-Label MALAIKARAISS kurz vor der Show im Rahmen der Mercedes-Benz Fashion Week umgesehen – und zeigt Ihnen, wie Hair- & Make-up-Artists und die Designerin arbeiten.

Berlin-Mitte, Donnerstagnachmittag, 14 Uhr. Wir stehen vor der Villa Elisabeth, einer der zahlreichen Offsite-Locations der Modewoche. Fernab der Runway-Routine im Zelt gleicht unser Besuch einer kleinen Schatzsuche. Zwischen eindrucksvoll geschwungenen Treppen und hohen Decken sollen hier in knapp zwei Stunden die neuen Herbst/Winter 2013/14-Entwürfe der Designerin Malaika Raiss vorgestellt werden. Unter ihrem gleichnamigen Label kreiert die 27-Jährige zeitlose Klassiker, die die feminine Silhouette lässig interpretieren. Das kommt an. Bei Kritikern, aber auch den Kundinnen: Immer öfter entdecken wir beim Scrollen und Blättern durch unsere liebsten Streetstyle-Inspirationsquellen die charakteristisch-fließende MALAIKARAISS-Linie. Was macht ihren Look aus? Und welche Rollen spielen Haare und Make-up dabei? Wir blicken hinter die Kulissen.

Der Lockenstab sorgt für lässige Wellen — inspiriert vom Grunge-Look der 90ies

Waren es bei der Eröffnungsshow von Hien Le noch rote Lippen und ein akkurater Sleek-Look, stechen uns bei MALAIKARAISS sofort lange Wellen ins Auge. Die Lockenstäbe glühen, als wir die Tür zum Backstageraum in der Villa öffnen. Auf dem knarrenden Boden trippeln beschäftigte Schritte, während vor den Spiegeln drei Stylisten in Sneakers mit dem überschulterlangen Haar eines Models kämpfen. Der Film „Beetlejuice“ und sein Charakter Lydia Deetz zwischen Zerbrechlichkeit und Stärke, aber auch der 90ies-Grunge ziehen sich wie ein roter Faden durch die neue Kollektion. Bumble & Bumble-Hair-Stylist Phillipe Mensah interpretiert diese Idee vor Ort so natürlich wie möglich:

„Als ich Malaika getroffen habe und mit ihr die Kollektion durchgegangen bin, ist mir sofort die außergewöhnliche, leichte Struktur der Stoffe aufgefallen. Sie fließen förmlich um den Körper – und ich wollte einen ähnlichen Effekt bei den Haaren erzielen. Unbeschwerte Wellen, die natürlich fallen.“

Dazu werden die Haare der Models strähnenweise über den Lockenstab gewickelt und anschließend gewollt undone gestylt. Ein Look, der glatten oder leicht gewellten Mähnen auch im Alltag einen Hauch Rockstar-Feeling verpasst. Bis zu den Schultern reichen sollte das Haar dabei aber auf jeden Fall. Als Highlight zieht Phillipe Mensah einzelne, lange Strähnen im Stil eines grungeartigen Ponys über die Stirn. Der wirkt, als hätte man gerade auf einem Konzert die Nacht zur Lieblingsmusik durchgetanzt.

Nude-Look mit elfenhaftem Touch und Extraportion Mascara

Ein Make-up zu kreieren, das so nicht untergeht, ist eine kleine Herausforderung. Katharina Franke meistert sie. Die Make-up-Chefin der Show schminkt mit M.A.C-Produkten und erklärt uns, dass ein natürlich schimmernder Glow heute ganz oben auf der Tagesordnung steht. Dafür trägt ihre Crew auf den Lidern unter anderem weiß-glänzende Pigmente auf – also hochkonzentriertes, loses Farbpuder –, die dem Nude-Look einen elfenhaften Touch verleihen. Perfektioniert wird das Ganze mit einer Extraportion Mascara für große, 60ies-angehauchte Augen.

Neun Models, neunzehn Looks, Aufbruchsstimmung. Zeit für uns, gemeinsam mit den Gästen im Saal der Villa Elisabeth Platz zu nehmen. Die Lichter gehen aus, es wird still – bis zu Denas „Cash, Diamond Rings, Swimming Pools“ der erste MALAIKARAISS-Look über den Laufsteg blitzt. Designerin Malaika bricht ihre fließenden Crêpe de Chine-Kleider in Poppy Red und Weiß mit dunklen Oversized-Mänteln. Marabu-Feder-Strick und Swarovski-Details begegnen Beanies, während sich grüner Samt mit filigranen Stoffen und auffälligen Prints abwechselt. Ihr Highlight im Entstehungsprozess einer Kollektion?

„Das ist schwierig. Da gibt es nicht nur eins, sondern immer wieder Highlights: Wenn die ersten Stoffe ankommen, wenn man das erste Teil im Originalstoff sieht, natürlich auch, klar, die Show. Aber auch, wenn wir verkaufen, wenn’s gut ankommt. Und wenn es dann am Ende die Kundin trägt, ist das für mich immer besonders toll. Wenn man auf der Straße entdeckt, dass jemand etwas von uns anhat.“

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