Barock – ein Trend, der die Fashion-Welt fasziniert

am 25.12.2012 um 14:29 Uhr

Mit romantischer Dekadenz, märchenhafter Opulenz, fantasievollen Verzierungen und viel Liebe zum Detail schafft es der Stil immer wieder, die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen – und sorgt für ein königliches Spektakel auf den Laufstegen.

Den Ursprung hat der Trend – wie zu erwarten – im 17. Jahrhundert im Zeitalter des Barock. Es ist der Beginn der Epoche des Sonnenkönigs Louis XIV. – zum ersten Mal seit der Frühgotik führt Frankreich auf dem Gebiet der Kunst und der Kleidung. Die französische Luxusindustrie nimmt im 17. Jahrhundert einen gewaltigen Aufschwung. Mode habe den Anspruch, die Menschen zu schmücken, heißt es. Könige und Adelige machen ihre soziale Position durch prunkvolle Kleidung sichtbar und heben sich ab. Ferner soll Mode vor allem auch die Wirtschaft ankurbeln. Auch das Wort “Mode” und der Begriff “modern sein” stammen aus dieser Zeit. So weit, so gut.

Ein nie verlorener Trend

Heute tauchen die Einflüsse der Barock-Epoche immer wieder als Trend auf und äußern sich in verschiedenen Interpretationen. So zeigten Vivienne Westwood und Christian Lacroix erstmals in den 1980er Jahren Barock als alleinstehenden Trend. Waren es vorher lediglich vereinzelt erkennbare Merkmale, werden jetzt die Stilmittel des Barock bewusst in den Fokus gesetzt. Schmale Taillen, lange ausladende Röcke, gerundete Schößen, kunstvoll geraffte Rüschen, üppig bestickte Brokat-Korsagen und überladene Schmuckensembles machen Looks zum Blickfang. Insbesondere Lacroix hat Barock und die gesamte Haute Couture wiederbelebt – und damit ein wichtiges Kapitel der Modegeschichte geschrieben. So holte er beispielsweise das Korsett in die Gegenwart zurück und machte es wieder salonfähig.

Barock is back

2011 ist es John Galliano, der den Trend während seiner Haute Couture-Schauen zum sechzigsten Jahrestag von Dior auf die Spitze treibt. Im Ballsaal des Pariser Grand Hôtels treffen 50 Ankleiderinnen für 50 Models, 16 Friseure, 15 Make-up-Kräfte, 800 Meter gleichfarbige Seide sowie 4.200 frische Edelrosen aufeinander und sorgen für einen königgleichen Auftritt im 17. Jahrhundert. Die Hauptrollen spielen auffällige Perücken, aufwendig hochgestecktes Haar sowie Hüte, die mit Federn und Blumen verziert sind – dazu werden graziöse Roben aus üppig schwingender Seide mit kunstvollen Stickereien gezeigt, die ihr Übriges tun.

Rosenprints und Goldstickerei

Das Modejahr 2012 steht ebenfalls ganz im Zeichen des königlichen Trends. Dolce & Gabbana gelten in diesem Jahr als Vorreiter der Rokoko- und Barock-inspirierten Drucke, prächtigen Verzierungen und dekadenten Stoffe. Auf der Fashion Week in Mailand präsentiert das Designer-Duo der Modewelt ihre sizilianisch anmutenden Barock-Entwürfe aus schwarzem Samt, goldenen Stickereien und unschuldiger, weißer Spitze. Elegant, luxuriös – aber auch feminin. Vor allem gestickte Rosenprints finden sich auf Taschen und Pullovern wieder und vereinen die französische Eleganz mit der italienischen Heimat der beiden Designer. Sind die meisten Kreationen der Labels eher Kunstwerke in Form von Haute Couture-Looks, die man einfach nur ansehen und bewundern möchte, erkennt man beispielsweise bei dem Label Balmain eine moderne Version des Barock, die eindeutig im 21. Jahrhundert angekommen ist. So zeigt der Designer hinter dem Label, Olivier Rousteing, auf dem Laufsteg ein besticktes, verziertes Top über einem Männerhemd, kombiniert mit einer engen Rockstar-Hose. Ein Look, der absolut tragbar ist. Kein Wunder also, dass auch die großen Modeketten wie Zara, H&M und Mango auf den Geschmack gekommen sind. Brokat-Drucke schmücken Jeans, Perlen-, Seiden- und Samt-Blusen sowie T-Shirts, Blazer und Strickjacken. Zartrosé, Pistazie, Hellgelb, Mauve oder Apricot stehen im starken Gegensatz zu Dunkelgrün, Gold, dominanten Schwarz und Nachtblau.

Kommentare


Luxus: Mehr Artikel