Timm Süßbrich: “Meine Shows soll man nicht so ernst nehmen!”

am 12.01.2013 um 11:57 Uhr

Vom 15.-18. Januar 2013 ist es wieder soweit, dann präsentiert sich Berlin wieder von seiner modischsten Seite. Die Mercedes Benz Fashion Week steht an und die Designer liegen in den letzten Zügen und vervollständigen ihre Kollektionen und perfektionieren die Schauen. Auch das Label Barre Noire von Timm Süßbrich wird die neueste Kollektion präsentieren. Als Label to Watch hat desired.de den witzigen Jungdesigner vorab getroffen. Dabei sprach unsere Redakteurin Vanessa mit ihm unter anderem über seinen Background und sein Label. Lesen Sie jetzt hier Teil 2 des Interviews über die Fashion Week und seine siebente Kollektion.

Du hast ja jetzt schon sechs Kollektionen, das jetzt ist die siebente. Sieht man einen roten Faden?

Am Anfang waren wir ja zu zweit und haben uns während der vierten Kollektion getrennt. Und auf mich allein gestellt bin ich sehr viel bunter, viel Muster und viel tragbarer von den Schnitten her. Ein roter Faden, was jeder sagt, ist, es gibt eine Farbe Rot in der Kollektion. Also immer ein Rotton.

Ein „roter“ Faden – im wahrsten Sinne des Wortes.

(lacht) Ja sprichwörtlich einen roten Faden, ob das Rosa ist oder Orange oder Dunkelrot. Es gibt wirklich immer einen roten Faden.

Was macht einen Designer am stolzesten –die erste Fashion-Week-Show, die erste Kollektion, der erste Promi, den man trifft?

(kurze Denkerpause) Das ist schwierig. Also eine Show macht einen schon stolz, obwohl man für die Show ja auch bezahlt. Es ist ja nicht der Fall, dass die auf einen zukommen und sagen: „Timm, du hast eine Show gewonnen!“ Aber wenn die Sachen gefallen und das Feedback gut ist, dann kann man schon stolz sein. Letzten Endes bekommt das jeder hin, so eine Show im Zelt. Und die erste Kollektion… Das ist ja mein Job. Ich finde die nie richtig gut, es gibt immer Sachen, die man schöner machen könnte. Nach drei Wochen finde ich auch die Stoffe nicht mehr geil. Ich sehe es dann einfach zu oft. Aber ich glaub, ich kann stolz darauf sein, dass ich seit drei Jahren selbstständig bin, meine siebente Kollektion mache und immer noch existiere.

Welchen Designer würdest du dir anschauen?

Was ich mir gern noch mehr anschauen würde, sind noch mehr ganz kleine Labels, aber die zeigen komischerweise dieses Mal gar nicht. Was ich nicht mag, ist, wenn die Sachen dann mehr Kunst sind. Meine Sachen sind immer tragbar. Aber generell so Labels wie Kaviar Gauche [die leider nicht zeigen, Anm. d. Redaktion] oder Augustin Teboul. Die sind ganz, ganz toll.

Woher hast du die Inspiration zur aktuellen Kollektion?

Die jetzige ist eigentlich der zweite Teil von der aus dem Sommer. Da war es ja eher so ein bisschen jung und ein bisschen quietschig.

Sehr bunt.

Ja genau, das bunte Beach-Ghetto-Girl aus L.A. Ja, es war eine große Party, und jetzt ist es das Girl, das zehn Jahre älter geworden ist und ein bisschen 70er Jahre/Studio 54. Also auch nicht so ernst gemeint. Sehr, sehr bunt. Wir standen vor Kurzem vor den Sachen und haben echt überlegt: „Ey, das ist ein bisschen zu bunt.“ Man darf das nicht so ernst nehmen bei meiner Show. Es ist bunt, es ist Studio 54, es ist Bling-Bling, viel Neon, so ein bisschen Siebziger und es macht einfach Spaß.

Und darum geht’s ja eigentlich.

Genau, darum geht’s.

Gibt es ein spannendes Highlight in deiner Show?

Im Sommer war es ja eine große Party mit Live-DJ und ein bisschen Sekt und wir haben getanzt und es gab Konfettikanonen. Das gab es so noch nie und ich hatte auch ein bisschen Angst. Diesmal ist es etwas gesetzter, aber es wird auch in die Richtung Party im Studio 45-Stil gehen. Aber ohne Konfetti.

Das war dann wohl zu viel?

Ja, das war zu viel. Vor allem das Reinigungspersonal hatte dann sehr viel zu tun (lacht). Deswegen dieses Mal ohne Konfetti, aber auch eine große Party, so discomäßig.

Wie viele Stücke werden wir sehen?

Diesmal sind es 12 Looks. Wir haben 12 Models, 12 Looks. Das letzte Mal waren es glaube ich 18 und da waren auch 12 geplant. Jetzt waren auch 12 geplant und es sind wieder 18. Also muss ich das noch ein bisschen reduzieren. Es steht fest, dass es nicht mehr als 12 sein werden.

Hast du schon ein Lieblingsstück?

Das Lieblingsstück haben wir gerade erst fertig gemacht, das ist ein Mantel in einem ganz tollen Neon-Mustermix. Das muss man sich aber anschauen.

Kann man nicht beschreiben.

Nee, das ist halt Barre Noire.

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