Im desired.de-Interview: We are Bastille

am 27.04.2013 um 14:21 Uhr

Die britischen Durchstarter von Bastille sind, spätestens nach Veröffentlichung ihres Debütalbums Anfang März, in aller Munde. Den Namen Bastille verdanken sie dem Frontmann Dan Smith, dessen Geburtstag auf den gleichen Tag wie der französische Nationalfeiertag am 14. Juli fällt. Momentan sind die Jungs von Bastille auf Europa-Tournee und werden im Mai zusätzlich die Band Muse auf drei Shows ihrer UK-Tour als Vorband unterstützen. Unsere desired.de-Redakteurin Valentina hat sich mit Dan und Co. über das aktuelle Album, Mode und eigenartige Interviews unterhalten.

Anfänglich war Bastille ein Soloprojekt von Sänger und Songwriter Dan Smith, welches er jedoch später mit drei Freunden zu einer Band ausbaute. Nach einigen Auftritten und einer starken YouTube-Präsenz, kam das Angebot von Virgin Records, die Band unter Vertrag zu nehmen. Seitdem sind sie auf der Überholspur und landeten mit ihrem Album „Bad Blood“ auf Platz 1 der UK-Album-Charts. Derzeit sind sie auf ausverkaufter Europatour und haben am 21. April im Festsaal Kreuzberg ein großartiges Konzert gegeben. Vor ihrem Gig in Berlin wollten wir uns ein Bild von den sympathischen Briten machen und etwas mehr über sie und ihre Musik erfahren.

Hallo zusammen! Bei eurem großen Erfolg ist es klar, dass unzählige Interviews nicht fern bleiben. Hattet ihr denn schon mal ein eigenartiges Interview-Erlebnis?

Dan und Woody: „Vor einiger Zeit bei einem Interview in Norwegen hat eine Reporterin uns sehr direkte Fragen gestellt, auf eine sehr wütende Art und Weise: ‚Wer seid ihr? Warum seid ihr hier?‘ Es war sicher nicht böse gemeint, aber im ersten Moment wussten wir gar nicht damit umzugehen.“ (alle lachen)

Die letzten Monate waren sehr aufregend und erfolgreich für euch. Mit eurer Single „Pompeii“ habt ihr es auf Platz 1 der irischen Single-Charts geschafft und euer Album „Bad Blood“ landete auf Platz 1 der UK-Album-Charts. Wie kommt ihr damit zurecht und wie sehr hat all dies euer Leben verändert?

Dan: „Es ist wirklich verrückt und wir sind über das positive Feedback sehr dankbar. Das Einzige, was sich wirklich grundlegend verändert hat, ist, dass wir viel von Zuhause weg und permanent am Arbeiten sind. Wir sind eigentlich ziemlich faul und das Einzige, woran wir uns gewöhnen mussten, ist, nun ja, zu arbeiten (lacht). Jeden einzigen Tag, non-stop. Es ist schon sehr anstrengend, aber es macht uns so unglaublich viel Spaß, jede Mühe lohnt sich. Außerdem wird das Ganze nicht ewig anhalten, wieso also nicht das Beste draus machen, solange wir können?“

Ich würde jetzt gerne ein wenig über eure Platte „Bad Blood“ sprechen. Die Songs harmonieren perfekt miteinander und das Album als Ganzes bereitet ein unglaubliches Hörvergnügen. Musstet ihr lange daran feilen oder hat sich diese Harmonie einfach entwickelt?

Dan: „Als wir das Album produziert haben, war ich eigentlich sehr besorgt, dass es als Ganzes nicht gut klingen würde, weil ich so viele verschiedene Dinge ausprobieren wollte. Viele Songs sind sehr elektronisch, andere wiederum eher akustisch. Daher habe ich befürchtet, dass es nicht zusammen passen würde. Aber ich denke, dass meine Stimme ausschlaggebend für unseren Sound ist und somit eine gewisse Harmonie zwischen den Songs herrscht. Ich bin sehr erleichtert darüber, dass wir alles ausprobieren konnten, was wir wollten, und hoffe, dass der Plan aufgegangen ist.

Dan, Bad Blood ist überwiegend deine Arbeit gewesen. Wird das in Zukunft so bleiben oder wird die Band als Team bei dem nächsten Album mehr im kreativen Prozess involviert sein?

Dan: „Definitiv! Ich mag zwar meine Art, Songs zu schreiben, das wird sich denk ich nicht ändern. Aber ich denke, es könnte eine schöne Abwechslung sein, die Songs zu schreiben und gemeinsam zu proben, bevor wir diese tatsächlich umsetzen und aufnehmen. ‚Bad Blood‘ haben wir in einem winzigen Tonstudio in South London aufgenommen und haben uns dabei sehr wohl gefühlt. Das würde ich nicht unbedingt ändern wollen. Jedoch ist es wichtig, die Dinge interessant zu gestalten, und dazu muss man etwas verändern. Naja, das sage ich jetzt. Am Ende werde ich vermutlich das tun, was ich immer tue.“ (lacht)

Will: „Ja, Dan ist ein kleiner Kontrollfreak.“

Woody: „Aber wenigstens steht er dazu.“

Dan: „Ja, ich gestehe.“ (alle lachen)

Nachdem ihr Two Door Cinema Club auf ihrer Tour begleitet habt, werdet ihr nun die Rock-Götter von Muse bei drei Shows ihrer UK-Tour unterstützen. Wie geht ihr mit diesen News um?

Dan: „Es ist völlig unbegreiflich für uns. Sie sind gigantisch und spielen in riesigen Stadien – es ist unfassbar, dass sie uns als Vorband auserwählt haben. Ich denke, wir werden es erst begreifen, wenn es soweit ist. Ich versuche nicht allzu sehr darüber nachzudenken, sonst explodiert mein Kopf noch.“

Woody: „Muse ist eine meiner Lieblingsbands, es ist einfach irre! Stellt euch mal in ein paar Jahren unsere Gespräche vor: ‚Könnt ihr euch an das eine Mal erinnern, als wir mit Muse zusammen gespielt haben? Ach ja…’ – unfassbar.“

Ihr habt eine großartige LP mit Cover-Songs unter dem Namen „Other People‘s Heartache“, produziert. Welcher Song war für euch der schwierigste umzusetzen?

Dan: „Das ist eine wirklich gute Frage, da muss ich kurz überlegen. Wir haben beispielsweise ‘Thinking of you’ von Frank Ocean gecovert. Seine Stimme ist Wahnsinn und auch den Song an sich liebe ich, daher wollte ich nicht allzu viel daran ändern, sondern wollte dem Song gerecht werden.“

Ich persönlich war sehr über das Cover von David Guetta feat. Sia „Titanium“ überrascht.

Dan: „Ja, genau! Das war tatsächlich sehr schwierig. Für dieses Lied haben wir mit Barbaby Keen Band zugearbeitet und wollten, dass der Song eigentlich kaum wieder zu erkennen ist. Das war eine große Herausforderung und auch, wenn dieses Cover mir am wenigsten von allen gefällt, hat es Elemente, die ich sehr interessant finde.“

Für Topman habt ihr vor der Kamera gestanden und deren Herrenkollektion präsentiert. Wie war es für euch als Models vor der Kamera zu stehen?

Woody: „Wir haben uns nicht wirklich als Models gefühlt, ehrlich gesagt.“(lacht)

Dan: „Ehm, ich habe mich eher unwohl gefühlt. Wenn jemand Fotos von mir macht, möchte ich im Grunde, dass das Ganze schnell vorbei ist. In der Regel ist es für mich sehr unangenehm, vor der Kamera zu stehen, ich denke vielen Menschen geht’s so. Das ist aber nun mal eines dieser eigenartigen Dinge, die mit diesem Job kommen. Aber nein,  ich möchte wirklich kein Model sein.“ (lacht)

Ihr seid ja schon sehr stylische Boys. Wie wichtig ist euch Mode allgemein?

Will: „Eigentlich mag ich Mode an sich nicht, ich mag Klamotten. Wenn ich gerade keine bandbezogenen Dinge tue, kleide mich eigentlich gerne sehr klassisch. Ich habe zum Beispiel einige Tweed-Anzüge, aber ich sehe es jetzt nicht als Mode. Auf der anderen Seite liebe ich Lederjacken, ich habe einen ganzen Haufen davon! Das klingt jetzt vielleicht etwas armselig, aber Kings of Leon haben einen unglaublich coolen Style. Von ihnen schöpfe ich gerne Inspiration für meine Band-Outfits.“

Woody: „Ja, er möchte ein Teil von Kings of Leon sein.“

Will: „Du lachst, aber es stimmt!“ (alle lachen)

Dan: „Wir machen uns schon Gedanken über unsere Kleidung, aber wir sind jetzt nicht besessen davon, sondern haben eher Spaß daran. Wir alle haben einige T-Shirts oder Pullover mit lächerlichen Prints, einfach weil wir es witzig finden.“

Welchen Stil mögt ihr an Frauen besonders und was geht gar nicht?

Will: „Bikinis sehen immer gut aus.“ (alle lachen)

Dan: „Ich finde es super, dass Leggins wieder in sind. Naja, sofern das Mädel darin gut aussieht.“

Woody: „Ich mag Frauen, die sich eher hochgeschlossen kleiden. Ich mag keine riesen Ausschnitte, wo man praktisch alles sehen kann.“

Will: „Ich sag dir mal, was überhaupt nicht geht. Kennst du diese Schuhe, die ein gefühltes Stockwerk an Plateau haben, die wie orthopädische Schuhe aussehen? (alle lachen) Die scheinen jetzt modisch zu sein, das macht mir Angst. Aber nun ja, im Grunde genommen, ist alles, was ansatzweise freizügig ist, erwünscht… Ich denke, dass ist eine ziemlich gute Antwort.“

Nun zu meiner letzten Frage: Welche sind eurer Meinung nach die stylischsten Frauen der Musikbranche?

Dan: „Ich finde Lana Del Rey und Rihanna haben einen ziemlich coolen Style.“

Will: „Shingai Shoniwa von den Noisettes sieht immer super aus, vor allem ihre Frisuren. Auch Laura Mvula ist ziemlich stylisch.“

Wir bedanken uns bei Bastille für das nette Gespräch und die lustigen Antworten. Ihre nächste Single „Laura Palmer“ wird ab dem 3. Juni erhältlich sein. Die LP wird zudem Remixes von RAC, Imagine Dragons and Kat Krazy Music enthalten.

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