Berlin Fashion Week Preview: Die drei Hoffnungsträger der neuen deutschen Mode

am 01.01.2013 um 14:21 Uhr

Vom 15. bis zum 18. Januar 2013 versammelt sich wieder die internationale Modewelt auf der zwölften Mercedes-Benz Fashion Week Berlin am Brandenburger Tor. Stil-Garanten wie Kaviar Gauche lässt die Running Order der Catwalk-Shows für Herbst/Winter 2013 vermissen, dafür dominieren kommerzielle Modeurgesteine wie Hugo Boss, Marc Cain und Schumacher neben Newcomer-Labels. Die drei Hoffnungsträger der neuen deutschen Mode: Augustin Teboul, Isabell de Hillerin und Vladimir Karaleev präsentieren wir ihnen vorab.

Augustin Teboul – Schwarzmalerei als Lichtblick

„Paint it Black“ – Augustin Teboul steht für subversives, aufwändiges Design, das sich zwischen Prêt-a-Porter und Haute Couture bewegt und konsequent auf Schwarz setzt. Beeinflusst vom Surrealismus, mit einem Hauch Bohème und düsterer Barock-Romantik konzentriert sich das Berliner Modelabel auf feinstes Cutting-Edge-Design: Neben filigranen Spitzenstoffen, Häkelkunst, Plissees, Schmuckstickereien, raffinierte Netzoptiken und Leder beinhalten die Kollektionen auch extravaganten Kopfschmuck mit Perlen und Stoffblumen.

Augustin Teboul vereint in sich die Gegensätzlichkeit seiner beiden Schöpferinnen: Die Deutsche Annelie Augustin verkörpert das Subtile, setzt auf Bodenständigkeit, Minimalismus und Perfektion, die Französin Odély Teboul lieber auf das Chaotische, die Poesie und altbewährtes Handwerk.

2006 schließen die beiden Modedesignerinnen ihr Studium an der ESMOD Paris mit Auszeichnung ab, anschließend lernt Annelie bei Yohji Yamamoto für Adidas, Odély bei Jean Paul Gaultier. Nach ihrer ersten gemeinsamen, vielfach ausgezeichneten Kollektion „Cadavre Exquis“ gründen die beiden Ausnahmetalente 2009 ihr eigenes Label. Nur zwei Jahre später präsentiert Augustin Teboul erstmals auf der Berlin Fashion Week, gewinnt den hochdotierten Nachwuchs Fashion Award „SYFB“ und gilt seitdem als Lichtblick im deutschen Modebrachland.

Isabell de Hillerin – Newcomerin mit Traditionsbewusstsein

Innovatives Design und traditionelles Modehandwerk. Die Mode von Isabell de Hillerin ist eine rebellische Antwort auf den modernen Zeitgeist. Fasziniert von der Kunst des Webens und Stickens, konzentriert sich die Berliner Designerin auf die kleinen und schönen Dinge, die uns im Alltag oft entgehen und besinnt sich auf Jahrhunderte bewährte Traditionen, die unserer schnelllebigen Gesellschaft verlorengegangen sind.

Cleane Schnitte treffen bei Isabell de Hillerin auf detailreiche, folkloristische Handarbeitskunst, die in Zusammenarbeit mit alten rumänischen und moldawischen Manufakturen entsteht. Die auf Nachhaltigkeit bedachte Designerin versucht damit, die vom Aussterben bedrohte Kultur und ihre Techniken im modernen Modekontext zu stärken.

Das Newcomer-Label Isabell de Hillerin gibt es erst seit 2009 und schaffte es bereits für ein zweiseitiges Feature in die Novemberausgabe der deutschen Vogue.

Vladimir Karaleev – Der Modearchitekt

Geometrische Formen und Strukturen, experimentelle Schnitte und Verarbeitungstechniken, wie offene Schnittkanten und avantgardistische Silhouetten stehen im Mittelpunkt von Vladimir Karaleevs Mode. Zeitgenössische Kunst hat auf den gebürtigen Bulgaren sowohl in der Herangehensweise, als auch bei der Präsentation seiner Mode, starken Einfluss.

Mit 19 kam Karaleev für ein Modedesign-Studium an der HTW nach Berlin und rief 2006 mit der Debüt-Kollektion „CUT 210“ sein konzeptuelles Women- und Menswear-Label ins Leben. Heute zählt er zu den gefeierten Hoffnungsträgern der Berlin Fashion Week.

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