Berlinale 2013: “Sing Me Songs That Say I Love You”

am 05.01.2013 um 12:53 Uhr

„If I had wings like Noah’s dove, I’d fly up to the river to the one I love. Fare thee well, oh honey, fare thee well“ – als diese Zeilen eines alten amerikanischen Folkliedes erklingen, fällt es der zauberhaften Martha Wainwright sichtlich schwer ihre Tränen zurück zu halten. Eine bewegende Szene unter vielen, die den Zuschauer der Musik-Doku „Sing Me Songs That Say I Love You: A Concert for Kate McGarrigle“ ebenfalls zu Tränen rühren wird.

Im Januar 2010 stirbt die kanadische Folk-Sängerin Kate McGarrigle im Alter von 63 Jahren nach einem verlorenen Kampf gegen den Krebs. Selbst eine erfolgreiche Songschreiberin und Sängerin, ist das Leben der ganzen Familie bestimmt durch die Kraft der Musik. Ihr Ex-Mann und Vater ihrer Kinder Loudon Wainwrigt III wurde einst als der neue Bob Dylan bezeichnet. Kates Kinder Rufus und Martha Wainwright haben sich ihren Platz in der Musikgeschichte ebenfalls schon ersungen. „Sing Me Songs That Say I Love You“ wird im Rahmen der 63. Berlinale im Februar 2013 zum ersten Mal vor deutschem Publikum gezeigt. Ein Film, der weitaus mehr ist, als ein Konzertmitschnitt. Es ist eine melancholische Liebeserklärung an die Mutter, an die Schwester und an die Freundin Kate McGarrigle.

Leise Klänge und sanfte Balladen – Mitreißende Unaufgeregtheit

Hier geht es nicht um Bühnenshow und blitzende Lichter, wie man es von anderen Konzertmitschnitten kennt. Die Bühne ist minimalistisch, auf das Nötigste beschränkt und auch das Publikum wird in dieser Dokumentation nicht gezeigt. Im Vordergrund stehen Musik, Worte und Gesten. Aufgenommen in fast erschütternd nahen Close-ups und unterbrochen von kurzen Gesprächssequenzen oder Archivmaterial aus Kates beeindruckendem Leben. Regisseurin Lian Lunson, die auch schon beim Konzertfilm „Leonard Cohen: I’m your man“ Regie geführt hat, schafft mit „Sing Me Songs That Say I Love You“ ein unvergessliches Denkmal.

Persönliche Erinnerungen: Die Performances

Ein Gänsehautschauer folgt dem anderen, Tränen fließen unzählige – es darf aber auch gelacht werden. Beim Auftritt von Jimmy Fallon zum Beispiel. Der TV-Komiker vergleicht in seiner rührenden Rede Kates Familie mit der Trapp-Familie. Die Geschichte einer Familie, die unter den Wirrungen der Nachkriegszeit versucht zusammenzuhalten und ihren Weg zu finden. Tränenreicher wird es dann wieder beim Auftritt von Rufus Wainwright und seinem Song „Candles“, mit dem er ganz persönlich an seine Mutter erinnert. Neben Kates Schwestern Anna und Jane, mit denen sie zeitlebens zusammen performte, finden aber auch Stars wie Norah Jones oder Antony Hegarty die richtigen Klänge, um Kate McGarrigle Tribut zu zollen.

Die 65. Berlinale findet vom 7. bis zum 17. Februar in Berlin statt, und wartet auch dieses Jahr wieder mit einem atemberaubenden Programm auf. Wann „Sing Me Songs That Say I Love You“ genau gezeigt wird, steht jedoch noch nicht fest.

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