Berlinale 2013: Joseph Gordon-Levitt fürchtet keine Zensur

am 12.02.2013 um 12:03 Uhr

Berlin ist überfüllt von Filmsüchtigen, Filmschaffenden und filminteressierter Presse – die Berlinale hat die Stadt fest im Griff. Der perfekte Ort, um seinen ersten eigenen Film vorzustellen, dachte sich wahrscheinlich auch Joseph Gordon-Levitt. Der Hollywood-Star hat sein Regie- und Drehbuchdebüt „Don Jon’s Addiction“ mit in die deutsche Hauptstadt gebracht und eröffnete damit die Panoramareihe. Unsere desired.de-Redakteurin Vanessa traf den smarten Schauspieler zum Interview.

Mit sieben Jahren stand Joseph Gordon-Levitt das erste Mal vor der Kamera, war der Alien Tommy Solomon in „Hinterm Mond gleich links“, der total verliebte Cameron James in „10 Dinge, die ich an dir hasse“, der überaus charmante Tom Hansen in „(500) Days of Summer“, der Mastermind Arthur in „Inception“ und der neue Robin in „The Dark Knight Rises“. Seine Rollen haben sich in seiner 25-jährigen Karriere sehr gewandelt, doch sein neuester Coup zeigt Joseph, wie ihn seine Fans noch nie gesehen haben. Für „Don Jon’s Addiction“ schrieb das Multitalent das Drehbuch, führte Regie und spielte die Hauptrolle.

Erwachsenere Rollen

Im Rahmen der 63. Berlinale kam Joseph mit dem kontroversen Film nach Berlin und eröffnete die Panoramareihe. Jon Martello, die Hauptfigur, ist pornosüchtig und hat alle Dinge in seinem Leben vergegenständlicht – auch seine Beziehung zur Familie und Frauen. Während er eine stereotype Freundin hat (Scarlett Johansson) und eine stereotype Beziehung führt, trifft er auf Esther (Julianne Moore), die seine Welt auf den Kopf stellt. Plötzlich denkt er auch über andere Dinge nach und lernt das Leben und die Liebe völlig neu kennen.

„Es ist eine riesen Ehre“

Im Interview zeigte sich Joseph begeistert und fasziniert von der Berlinale: „Es ist ein sehr altes und prestigeträchtiges Filmfestival und es ist ein riesen Ehre, hier zu sein. Berlin ist eine Stadt, die voll ist von Kultur und Menschen ist, die sich gern Filme anschauen und auch darüber nachdenken wollen.“ Sein Film mutiert inzwischen schon zum Festivalliebling und wurde positiv aufgenommen – trotz oder gerade wegen der heiklen Thematik und diverser Clips aus pornographischen Filmen.

Keine Angst vor Zensur

Was in Deutschland schon für Aufsehen sorgt, könnte in Amerika gänzlich zensiert werden, doch davor habe er keine Angst: „Die Version, die wir hier in Berlin gezeigt haben, ist eher eine Festival-Version. Wir sind immer noch dabei, den Film zu verfeinern. Auch bei anderen Filmen hat man die Festival-Version noch einmal überarbeitet, als es um die Verbreitung und Veröffentlichung ging. Man lernt einfach sehr viel von der Art und Weise, wie die Zuschauer den Film aufnehmen. Und ich denke auch, dass der Film auch beim Mainstream gut ankommen wird. Die populärsten Dinge in unserer Gesellschaft sind die, die die Grenzen etwas gepusht haben und zu Konversationen anregen: “Was bedeutet das? Was soll das heißen? Woran muss ich dabei denken? Bestimmt werden einige Leute nicht über den Tellerrand schauen können und nur sehen, dass es Ausschnitte aus Porno-Filmen zu sehen gibt, aber generell glaube ich wird er super laufen.“

Am 10. Oktober 2013 kommt der Film dann auch zu uns in die Kinos. Ob er dann auch einen der begehrten Preise gewinnt, werden wir am Samstagabend wissen.

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