Berlinale 2013: Jude Law kämpft gegen die “Side Effects”

am 13.02.2013 um 13:04 Uhr

Jude Law – das enfant terrible des britischen Films. Durch seine charmante, englische Art konnte er uns schon oft um den Finger wickeln. Bei der offiziellen Pressekonferenz zu „Side Effects“ im Rahmen der 63. Berlinale zeigte sich der 40-Jährige anhand des Themas sehr ernst, doch auch hier konnte er sich ein-, zweimal schelmisches Lächeln nicht unterdrücken. Die Damen im Pressepublikum und auch unsere desired.de-Redakteurin Vanessa, die wieder live für Sie vor Ort war, hat dies sehr gefreut.

Chemische Medikamente haben in unserer heutigen Gesellschaft einen starken Einfluss. Viele vertrauen auf die kleinen Pillen und können nicht mehr ohne. Beim kleinsten Anzeichen einer Erkältung wird zu einem Medikament gegriffen – ohne auf die Nebenwirkungen zu achten. „Side Effects“ – Nebenwirkungen. So heißt der neue Film von Regisseur Steven Soderbergh und Drehbuchautor Scott Burns. Im Mittelpunkt des Films steht ein Pärchen, gespielt von Channing Tatum und Rooney Mara. Sie ist depressiv und geht zu einem Psychiater, Jude Law. Dieser wiederum bespricht sich mit Maras früherer Ärztin, gespielt von Chatherine Zeta-Jones, die ein experimentelles Medikament vorschlägt. Dessen Nebenwirkungen scheinen ungeahnte Ausmaße anzunehmen, woraufhin ein Katz-und-Maus-Spiel der besonderen Art beginnt.

Kritik an der Pharma-Industrie

Der Thriller spielt mit dem Unvorhersehbaren und zieht den Zuschauer in bestimmte Sichtweisen mit ein, die aber am Ende oftmals mit Überraschungen aufwarten. Steven Soderbergh sagte am Dienstag in Berlin: „Die größte Herausforderung waren die ersten 30/45 Minuten und da die richtige Balance zu finden. Im Grunde geht es um den Kampf gegen die Depression mithilfe dieser Medikamente. Es hilft sicherlich vielen Leuten, aber der Film soll auch zeigen, dass es nicht allen hilft.“

Überraschungseffekte am laufenden Band

Auch Jude Law, der in Vorbereitung auf die Rolle über einen längeren Zeitraum hinweg einen Psychiater bei seiner Arbeit begleitete, kritisierte den amerikanischen Umgang mit pharmazeutischen Mitteln: „So viel, wie dafür Werbung gemacht wird, ist das schon recht alarmierend. Unsere Gesellschaft hat einen Hang dazu, immer den kurzen Weg zu nehmen. Der ist aber nicht immer der Beste. Ich zum Beispiel nehme ja nicht einmal Kopfschmerztabletten.“ Besonders gereizt habe aber alle Beteiligten, dass die Sichtweisen-Verdrehung bei „Side Effects“ so bisher noch nie da gewesen sei: „Es fängt an und ist Film A, dann ist es Film B und am Ende Film C. Er spielt so wunderbar mit den Erwartungen des Zuschauers“, berichtete Soderbergh.

Ein ganz besonderer Film, der allen Beteiligten viel Spaß gemacht habe. Die äußerst schüchterne Rooney Mara berichtete von den Dreharbeiten: „Es gab keine größeren Herausforderungen. Steven hat die Arbeit für uns so einfach gemacht.“ Ein absolutes Must-See im Frühling und ein heißer Tipp aus der desired.de-Redaktion.

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