Psychologie

Schikane am Arbeitsplatz: Leiden Sie unter Bossing?

am 18.01.2016 um 16:26 Uhr

Manchmal kann die Arbeit einen ganz schön belasten. Unterlagen stapeln sich, das Telefon steht nicht still und unliebsame Kollegen machen einem den Tag im Büro auch nicht gerade leichter. Das Schlimmste ist dann, wenn man auch noch vom seinem Chef höchstpersönlich schikaniert wird und das womöglich nicht zum ersten Mal. Was es mit dem sogenannten „Bossing“ auf sich hat und was Sie dagegen tun können, erfahren Sie hier und in der Bildergalerie .

Mobbing ist etwas, das nicht bloß auf dem Schulhof stattfindet. Auch vermeintlich erwachsene Personen lästern nur zu gerne hinter dem Rücken oder lassen einen sogar ganz bewusst spüren, dass sie einen nicht leiden können – aus welchen Gründen auch immer. Besonders belastend kann das sein, wenn es sich dabei um den eigenen Chef handelt.

Bossing: Der Psychoterror von oben

Das sogenannte „Bossing“ spielt sich zwischen einem Vorgesetzten und einem ihm unterstellten Arbeitnehmer ab. Der Chef schikaniert diesen dabei über einen längeren Zeitraum hinweg und mit voller Absicht, wodurch sich auch der Name für diesen Zustand ableitet. Spitze Bemerkungen, aktives Ausgrenzen, beispielsweise bei Meetings und E-Mail-Mitteilungen, oder öffentliches Bloßstellen durch ihn gehören für das Bossing-Opfer zum Alltag.

Das Bossing selbst kann unterschiedliche Gründe haben. Meistens steckt hinter den gemeinen Mobbing-Attacken nichts weiter als ein geringes Selbstbewusstsein seitens des ach so taffen Chefs. Dadurch, dass dieser andere erniedrigt, sucht er möglicherweise bloß Selbstbestätigung und will seinen Rang in der Office-Hackordnung mit allen Mitteln noch einmal bekräftigen. Darin könnte übrigens noch ein weiterer Grund liegen: Der vom Bossing betroffene Mitarbeiter stellt für den Chef eine Gefahr dar, nämlich im Sinne einer vor allem geistigen Überlegenheit. Wenn der Angestellte plötzlich besser ist als man selbst, stößt das dem Vorgesetzten natürlich bitter auf. Sie sehen: So oder so, am Bossing trägt man in den seltensten Fällen selbst die Schuld.

Was kann man gegen die Schikane vom Chef tun?

Wer selbst von einem solchen Verhalten betroffen ist, der weiß, welchen psychischen Druck es mit sich bringt. Was also machen, wenn der Chef einem zu seinem Sündenbock und Bossing-Opfer auserkoren hat? Zunächst einmal heißt es durchatmen und natürlich nicht gleich das Handtuch werfen. Dann bieten sich folgende Möglichkeiten an:

1. Das direkte Gespräch suchen: Klar, das erfordert im ersten Moment vielleicht Überwindung, schließlich sollte eigentlich der Bossing-Verursacher auf einen zukommen und sich entschuldigen. Da das aber in der Regel nicht so einfach passieren wird, gehen Sie am besten selbst auf Ihren Chef zu und reden mit ihm unter vier Augen. Teilen Sie ihm ruhig und objektiv mit, welches Verhalten Sie beobachtet haben und fragen Sie nach den Gründen. Allein die Tatsache, dass Ihr Chef beim Bossing quasi ertappt wurde, kann schon helfen, dass er genau das künftig einstellt. Vielleicht zeigt er sich sogar einsichtig und erkennt sein falsches Verhalten an.

2. Weitere Vorgesetzte oder den Betriebsrat einbeziehen: Diesen Schritt sollten Sie nur dann wählen, wenn sich Ihr Chef absolut resistent gegen eine Änderung seines Verhaltens zeigt und fröhlich weiter „bosst“. Denn wenn Sie sich bei anderen Vorgesetzten oder sogar dem Betriebsrat Hilfe holen, dann hat dies natürlich weitreichende Konsequenzen. Damit diese im Notfall gut für Sie ausfallen, sollten Sie das Bossing auch nachweisen können. Beziehen Sie Kollegen als Zeugen ein, bewahren Sie herablassende E-Mails auf oder machen Sie vielleicht sogar Fotos von einer offensichtlichen Bossing-Attacke Ihres Chefs, zum Beispiel, wenn etwas von Ihnen „aus Versehen“ kaputt gegangen ist oder er eine unfreundliche Nachricht auf Ihrem Schreibtisch hinterlässt.

3. Im Notfall die Kündigung einreichen: Wenn all Ihre Versuche, der Bossing-Situation zu entgehen, gescheitert sind und der Chef unantastbar scheint, dann zwingen Sie sich nicht aus Stolz weiter in der Firma zu bleiben. Auf Dauer werden Sie wahrscheinlich sowieso immer unglücklicher und das macht selbst den schönsten Job zunichte. Schauen Sie sich also in Ruhe nach Perspektiven um, die Sie glücklicher machen.

In unserer Bildergalerie haben wir nochmal alle Fakten und Tipps zum Thema Bossing, also Mobbing-Attacken vom Chef , für Sie zusammengefasst.

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