Botox: Beauty-Secret zwischen Faltenkiller und Suchtpotenzial

am 03.03.2013 um 09:47 Uhr

Jede künstlich herbei geführte Veränderung am Körper hat ihr Für und Wider. Gerade bei der Anwendung von Botox ist der Grad auf dem manche Frauen wandeln jedoch mehr als schmal. Ist die Liebe zum Faltenkiller erst einmal entfacht, verwandelt sich so manches Gesicht schnell in eine ausdruckslose Maske.

Gerade in Hollywood gehört Botox zum Leben wie der Gang zum Friseur und es gibt viele, denen man die Anwendung nicht ansieht – was ja auch Sinn und Zweck der Angelegenheit ist. Doch was passiert, wenn Botox zur Sucht wird, kann man an einer Vielzahl von einst wunderschönen Frauen beobachten: Denken Sie dabei nur einmal an Nicole Kidman. Was Sie über Botox wissen sollten, erfahren Sie hier.

Was ist Botox überhaupt?

Hätten Sie gedacht, dass es einen Zusammenhang zwischen verdorbener Wurst und Botox gibt? Ganz richtig, denn im Jahr 1815 entdeckte der Arzt Justinus Kerner das Bakterium Clostridium botulinum – enthalten in verdorbenen Lebensmitteln. Werden diese verzehrt, führen die Bakterien zum Botulismus, einer gefährlichen Form der Lebensmittelvergiftung, die den Darm lähmt, weil das Botulinumtoxin die Absonderung jenes Sekretes verhindert, das für die Kontraktion der Muskeln zuständig ist. Eine Erkenntnis, die man sich schnell zum medizinischen Nutzen machte, um verschiedene nervöse Störungen zu behandeln. Seit 1980 ist Botulinumtoxin deshalb als Medikament zugelassen, um spastische Lähmungen bei Inkontinenz, multipler Sklerose und Parkinson zu behandeln.
Das Toxin konnte aber auch das Schielen verbessern, wobei beobachtet wurde, dass infolge der Behandlung, Fältchen im Gesicht verschwanden. Das war die Geburt des Botox, wie es viele heute kennen: Botox lähmt die Übertragung der Signale vom Nerv auf den Muskel, dieser wird fortan nicht mehr aktiviert und schon ist die darüber liegende Haut für eine begrenzte Zeit faltenfrei.

Wo und wie lange wirkt Botox?

Lediglich Zornesfalte, Stirn- und Lachfältche sowie kleine Fältchen über dem Mund, also die so genannten Mimikfalten, können mit der Injektion von Botox verschwinden. Andere Falten, die zum Beispiel durch das Erschlaffen der Haut entstehen, wie die Nasolabialfalte, können mit Botox nicht behandelt werden. Je nach Stärke der Fältchen benötigt man normalerweise alle drei bis sechs Monate eine Erneuerung der Behandlung – kaum zu glauben, dass es Damen gibt, die jeden Monat oder gar jede Woche zu Botox greifen.

Botox-Partys, „Botox to go“ und Botox-Flatrate: Ist das noch seriös?

Botox-Spritze in der einen und Champagnerglas in der anderen Hand? Jeder Mediziner, der seinen Beruf ernst nimmt, wird Ihnen von dieser Form der Botox-Injektion abraten. Auch wenn es nur ein kleiner Piks ist, handelt es sich bei der Injektion von Botox, um eine medizinische Behandlung, die nur in dafür vorgesehenen Räumlichkeiten durchgeführt werden sollte. Ein Umstand, der zumindest bei „Botox to go“ realisiert werden könnte, doch auch hier schwindet bereits jegliche Form medizinischer Anmutung. Eine Botox-Behandlung erfordert eine ausgiebige Beratung und Aufklärung, die in diesen Fällen eher selten der Fall sein dürfte. Auch die oftmals angepriesene Botox-Flatrate sorgt irgendwie für eine Form der Verharmlosung und suggeriert fälschlicherweise, dass Botox im Überschuss ohne Probleme konsumiert werden kann. Wenn Sie sich für Botox entscheiden, sollten sie auf jeden Fall einen angesehenen Mediziner aufsuchen und die Entscheidung nicht zwischen Telefonkonferenz und Mittagessen treffen.

Für wen ist Botox tabu?

Ganz einfach: Für Schwangere, stillende Mütter und Menschen, die aus medizinischen Gründen gerade Antiobiotika oder ASC einnehmen müssen. Außerdem sollte die Injektion von Botox wirklich nur erfolgen, wenn es auch wirklich notwendig ist. Jugendliche und Kinder haben demnach auf dem Botox-Stuhl in der Regel nichts zu suchen.

Botox gegen starkes Schwitzen?

Auch die so genannte Hyperhidrose kann mit Botox behandelt werden. Diese Behandlung erfolgt häufig an den Achseln, den Handinnenflächen oder den Fußsohlen und lähmt an diesen Stellen die Schweißproduktion. Eine wirklich unangenehme Anwendung, da hier viele einzelne Stiche notwendig sind. Ohne örtliche Betäubung sollte hier deshalb gar nichts gehen.

Botox-Opfer der Botox-Sucht

Dem Schönheitswahn kann sich heutzutage noch kaum jemand entziehen – sei es bewusst oder unbewusst, wir alle möchten jeden Tag schön aussehen und gefallen. Kommen dann die ersten Falten, die selbst durch die beste Kosmetik nicht mehr verschwinden wollen, liegt der Gang zum Botox-Doc nahe. In richtigen Dosen sicher auch nichts verwerfliches und auch wenn Botox nicht körperlich abhängig macht, viel schlimmer ist die psychische Abhängigkeit. Das tägliche Gefühl mit noch einer Spritze sehe ich noch jünger aus. Ein Gedanke, der schnell zur Sucht werden kann. Prominentestes und immer wieder zitiertes Beispiel ist hier Nicole Kidman. Einst strahlend schön, machte sie in der Vergangenheit mehr mit erschreckenden Auftritten als mit fulminanten Filmrollen von sich Reden. Ihr übermäßiger Botox-Konsum und der Wunsch, mit jüngeren Kolleginnen mithalten zu können, hat ihre Mimik vollkommen erfroren und nahezu zerstört. Große Rollen erhält die Oscar-Gewinnerin schon lange nicht mehr.

Kommentare


Luxus: Mehr Artikel