Filmzeit

“Sei immer mutig und freundlich!”: Cinderella ist zurück auf der Kino-Leinwand

am 13.03.2015 um 09:29 Uhr

„Bibbidi Bobbidi Boo, das wird jetzt gemacht, es wär’ doch gelacht…“ – Generationen über Generationen haben bereits mit großen Augen vor dem Fernseher gesessen, als die gute Fee das Aschenputtel in eine wunderschöne Prinzessin verwandelte und davon geträumt, eines Tages selbst das Herz eines Prinzen zu erobern. Genau 65 Jahre später kommt Cinderella nun zurück auf die Leinwand, allerdings nicht als Zeichentrick, sondern in ganz großer Hollywood-Manier mit Cate Blanchett als böser Stiefmutter, Lily James als Cinderella und „Game of Thrones“-Star Richard Madden als Prinz. Erfahren Sie hier und in der Fotoshow alles zu dieser grandiosen Neuauflage eines Klassikers.

Zum Kinostart des Märchen-Klassikers Cinderella trafen wir nicht nur die Darsteller Lily James, Richard Madden und Stellan Skarsgård sowie den Regisseur Kenneth Branagh und Kostümdesignerin Sandy Powell zum Interview, sondern konnten auch schon vorab hinein tauchen in die neue Cinderella-Welt. Und so viel sei gesagt: Wir waren begeistert.

Die neue Cinderella

Der Kern des Märchens dürfte ja wohl jedem bekannt sein, doch Regisseur Kenneth Branagh ging es weder darum, das Original von 1950 nachzuerzählen, noch die Geschichte in die Moderne zu transportieren. Doch genau hier lagen für ihn die Schwierigkeiten, wie er im desired.de-Interview verriet: „Die Geschichte von Cinderella ist so vielfältig, und mein Job war es, sie einfach zu halten. Das Märchen Märchen bleiben zu lassen – das ist weitaus komplizierter als man denkt.“ Vor allem aber sollte Cinderella – dann doch etwas in 21. Jahrhundert-Manier – eigenständig sein, selbst Entscheidungen treffen, wie uns Lily James erklärte:

Die Geschichte ist, wie sie ist – Cinderella bekommt den Prinzen und das ist das Märchen. Aber wir wollten, dass die Dinge mehr in ihrer Hand liegen, dass sie nicht einfach passieren, sondern dass sie diejenige ist, die die Entscheidungen trifft. Es war ihre Entscheidung, im Haus zu bleiben und auf die Stiefmutter und die Begebenheiten so zu reagieren, wie sie es tut, und es war ihre Entscheidung, sich auf das Pferd zu setzen und auf diesen jungen Mann zu treffen, ohne zu wissen, wer er wirklich ist. Im Zeichentrickfilm geht es jedoch von Anfang an darum, dass sie vom Prinzen und dem Schloss träumt. Wir wollten es einfach mit etwas mehr Stärke anreichern.

Und Richard Madden geht sogar noch ein Stück weiter: „Ich hoffe, dass ich mit dieser Rolle auch kleine Jungs inspirieren kann, freundlich zu sein, Respekt zu haben und Frauen wertzuschätzen. Ich glaube, das ist auch das Tolle an diesem Film. Im Original geht es eher um das ‘Jungfrau in Nöten’-Thema und der Prinz reitet seine Pferde und rettet den Tag. Das ist keine moderne Botschaft, die wir in die Welt bringen sollten und wollten.

Alle Augen auf Lily James

Bevor ich Lily James sah, hatte ich keine Ahnung, wie der Film funktionieren sollte.“, so Kenneth Branagh im Interview. Ein wirklich großes Kompliment für die 25-jährige Schauspielerin, die vielen bereits aus der Serie „Downton Abbey“ bekannt sein dürfte. Stellan Skarsgård, der im Film den Großherzog spielt, sieht Lily James’ Einfluss auf die Wirkung des Films ebenso bedeutsam: „Es ist ein wirklich gewagtes Projekt, einen anständigen Film über Herzensgüte und Tugend zu machen, denn der Kern des Filmes ist nun einmal die Güte. Und als wir uns zum ersten Mal zum Lesen zusammen setzten und Lily begann, ihre Rolle zu lesen, hat der ganz Raum vibriert durch ihre hochreine Güte und das ist genau das, was dieser Film brauchte.

Diese Güte wurde aber in ganz bestimmten Momenten der Dreharbeiten auch mal überstrapaziert und Lily James gesteht im Interview, dass sie es besonders bei der großen Ballszene mit der Güte und Freundlichkeit dann nicht mehr ganz so handhaben konnte: „Ich hatte mir Cinderellas Motto ‘Sei immer mutig und freundlich!’ wirklich verinnerlicht, aber es gab diese Momente, wo ich mich gefragt habe, wie sie das schafft. Mehrere Male habe ich wirklich die Fassung verloren, zum Beispiel als wir den Tanz lernen mussten und ich jede Sekunde auf dieses Kleid getreten bin, weil es einfach so schwer war. Das waren wirklich harte Momente. Aber Helena (Anm. d. Red.: Helena Bonham Carter, die im Film die gute Fee verkörpert) meinte dann immer zu mir: ‘Ein Mal in der Woche muss man einfach mal einen Nervenzusammenbruch haben.’

Die Kostüme

Natürlich lebt ein Film wie Cinderella nur durch die richtigen Kostüme, durch Kleider, die zum Träumen anregen. Verantwortlich für dieses Gelingen war keine Geringere als Sandy Powell, die auch schon Filme wie „Shakespeare in Love“, „Aviator“ oder „The Wolf of Wallstreet“ mit ihrem Gespür für die Sprache von Stoffen zum Leben erweckte. Während es bei Cinderella natürlich klar war, dass es um atemberaubende Roben gehen muss, die einen zum Strahlen bringen, hatte sie zum Beispiel bei der Ausstattung der Stiefmutter mehr Freiräume:

Ich fange immer damit an, mir Bilder anzusehen – entweder in Form von Kunst oder Fashion-Fotografie. Cinderella ist natürlich Cinderella, also war die Stiefmutter der nächste interessante Charakter. Ich habe mir also eine Menge Bilder angesehen, die mich an etwas Böses erinnern würden. Das Böse ist komischerweise immer eng verbunden mit sehr gut angezogenen Menschen. Dabei stieß ich auf alte Filmaufnahmen von Marlene Dietrich und da war die Idee geboren, die Stiefmutter im Stile der 40er-Jahre zu halten. Das ging dann natürlich auch über in die Haare und das Make-up.

Aber nicht nur das, Powell gestaltete jedes einzelne Kleid im Film bis ins kleinste Detail. Ein atemberaubendes Werk, wenn man sich vor allem die große Ballszene ansieht, die aussieht wie ein perfekt durchdachtes Gemälde. Und genau so war es auch, wie Sandy Powell im Interview verrät: „Ich habe wirklich jede einzelne Farbe ausgesucht und ich wusste ja auch, wer was tragen und wo stehen würde, also würde die Kombination auch funktionieren. Der Tag, an dem wir diese Szene gedreht haben war einfach atemberaubend.

Atemberaubend ist auch der Film. Erfahren Sie in unserer Fotoshow noch mehr spannende Hintergründe zur Verfilmung von Cinderella und machen Sie sich einen Eindruck von der Wirkung der Kostüme und Hauptdarsteller. Oder gehen Sie ganz einfach ins Kino, denn der Film ist seit dem 12. März 2015 in den deutschen Kinos zu sehen.

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