Atalay Aktas

Cocktailparty: Atalay Aktas verrät Cocktail-Tipps für die Party zu Hause

am 29.12.2014 um 09:27 Uhr

Zuhause ist es eben manchmal doch am schönsten und das gilt im besten Fall auch für eine gelungene Partynacht. Ganz wichtig sind bei einer Party vor allem die richtigen Getränke, um bei den Gästen für einen guten Eindruck und vor allem die ausgelassene Stimmung zu sorgen. Wir sprachen mit Atalay Aktas, Deutschlands bestem Barkeeper 2013, um mehr über den perfekten Cocktail zu erfahren. Im exklusiven desired.de-Interview verrät der Experte, welche Drinks Sie definitiv ausprobieren sollte, welche Zutaten zusammenpassen und was es beim Selber-Mixen zu beachten gibt. Außerdem kredenzte er uns den desired.de-Cocktail, dessen Rezept wir Ihnen selbstverständlich nicht vorenthalten möchten. Sehen Sie alle Tipps und Tricks hier und in unserer Fotoshow.

Atalay Aktas betreibt seit Juli 2012 die Bar „Schwarze Traube“ in Berlin. Gemeinsam mit seinem Partner Yalcin Celik entwickelte er dafür ein Karten-loses Konzept, bei dem der Gast seinen Wunsch-Geschmack beschreibt und dann einen passenden Drink gemischt bekommt. Als erste Bar in Berlin dieser Art, behalten sich die beiden Barbesitzer viele Kunden, die aus anderen Locations aufgrund der Karten flüchten. Aber genug geschwärmt, was kann uns Atalay Aktas über den perfekten Cocktail erzählen?

Für Sie als Experte, was ist Ihr absoluter Lieblings-Cocktail?

„Den gibt es nicht. Genuss ist sehr stimmungsabhängig. Genauso wie man nicht jeden Tag Appetit auf Pasta hat, hat man auch nicht jeden Tag Lust auf den gleichen Cocktail. Es ist natürlich reine Geschmackssache. Ich persönlich mag Spirituosen, vor allem aber Whiskey und Rum als Grundlage eines Drinks.“

Whiskey oder Rum als Drink-Grundlage, welche Zutaten lassen sich mit diesen Spirituosen am besten kombinieren?

„Das hängt davon ab, ob man den Drink in eine fruchtige oder würzige Richtung ziehen möchte. Und ist auch von der Saison abhängig. Ganz wichtig sind nämlich frische Produkte. Wenn die Natur gerade keine Erdbeeren hergibt, können diese eben nicht verwendet werden. Deswegen sind vor allem Kräuter – frische Kräuter, keine getrockneten – immer gut.“

Worauf kommt es denn beim Cocktail-Mixen Zuhause an?

„Wenn man Zuhause mit Hartem schmeißt, gibt es ein paar Dinge zu beachten. Vor allem sollte man nicht das Billigste vom Billigsten verwenden. Wie bei gutem Essen, ist die Grundzutat entscheidend, die sollte also definitiv sorgfältig ausgewählt werden. Außerdem sollte man es mit dem Schwierigkeitsgrad des Drinks nicht übertreiben. Wer Zuhause zum Cocktail-Abend lädt, sollte sich an Bowlen oder Punsches halten. Es lassen sich ganz einfach große Mengen zubereiten und zu kleinen portionieren.“

Braucht man dazu besonderes Equipment?

„Wenn man einen Drink shaken möchte, empfiehlt sich natürlich ein Shaker. Ansonsten machen auch herkömmliche Mixer eine ganz gute Arbeit.“

Welche Grundlage eignet sich bei einer privaten Sause am besten in der Bowle?

„Champagner natürlich, ganz typisch für Bowlen. Obwohl ich selbst kein großer Fan von Champagner bin.“

Kein großer Champagner-Fan, wie kann das denn passieren?

„Erst einmal ist es kompletter Humbug, dass man sagt, der komplette Champagner käme aus der Champagne, die ist viel zu klein für hunderttausende Sorten Champagner. Außerdem ist Champagner für mich sehr monoton im Geschmack. Heißt also, wenn du irgendwo Champagner hinzugibst, schmeckt es auch immer danach. Das macht das Mixen mit Champagner etwas schwieriger.“

Was lässt sich dennoch einfach mit Champagner zubereiten?

„Es gibt natürlich trotzdem bestimmte Drinks, die sich sehr gut mit Champagner mixen lassen, beispielsweise der Seelbach. Das ist ein Whiskey-Drink mit Orangenlikör, Bitter und Champagner on Top. Der lässt sich sehr gut in größeren Mengen zubereiten. Die Bowle wird einfach mit frischer Orange, Orangenlikör und Whiskey vorbereitet und später mit Champagner aufgegossen. Da hätten wir noch ein Problem des Champagners: Er flaut schnell ab. Deswegen wird er am besten erst später dazugegeben.“

Viele Menschen mögen Früchte in ihren Bowlen, sollte man die tatsächlich über Nacht einziehen lassen?

„Auch da kommt es natürlich vorrangig auf den Geschmack an. Man kann aber auch relativ leicht abschätzen, dass frischer Ingwer beispielsweise kaum Zieh-Zeit braucht und stark genug im Geschmack ist, einem Apfelstück sollte allerdings schon etwas Zeit gegeben werden.“

Wie wichtig ist die Dekoration oder das Glas, wenn man als guter Gastgeber brillieren möchte?

„Garnitur ist überhaupt nicht wichtig. Bei uns kommen nur Zesten in die Drinks. Das sind hauchdünne Scheiben der äußersten Fruchtschale. Die tragen die meisten Aromen und Öle und werden dann zum einen am Mundrand des Glases gerieben und schlussendlich in den Drink gegeben, um die geschmackliche Note der Frucht beizubehalten. Den Rest verkneifen wir uns. Rein kommt nur, was drin ist. Macht man zum Beispiel einen „Basil Smash“ mit frisch geschlagenem Basilikum, dann kommt zum Schluss ein Blättchen Basilikum auf den Drink, damit das Ganze ein wenig attraktiver wirkt.“

Sollte man als guter Gastgeber Snacks zu den Getränken reichen?

„Definitiv. Viele Bars machen momentan den Fehler, zu verrückte Sachen anzubieten. Seien es irgendwelche gerösteten Bananenchips, Wasabi-Nüsse oder Snacks im Paprikamantel, diese Sachen sind Augenwäscherei und verderben den Geschmack. Kein Drink behält seine klare Note, wenn man vorher scharfen Wasabi im Mund hatte. Ich bin der Meinung, dass Salzgebäck das Beste ist, um dem Gast Mineralien zu geben. Wichtig ist es vor allem aber auch, Wasser dazu zu reichen.“

Wie findet man heraus, welche Zutaten gut zueinander passen?

„Wenn man Laie ist und wirklich gar keine Ahnung von Cocktails hat, sollte man sich an sogenannten Aroma-Rändern orientieren, die verraten einem, was süß oder salzig miteinander geht. Ansonsten ist das natürlich sehr geschmacksabhängig. Cocktail-Mixen ist wie kochen, man muss das Gespür dafür bekommen, wie viel Salz man in seine Suppe gibt. Entweder man hat die Gabe dazu, das abschätzen zu können oder man lebt nach der ganz klassischen Probier-Devise.“

Gibt es dafür keine Cocktail-Faustregel?

„Auch das ist absolut saisonbedingt, sodass zum Jahresende beispielsweise Weihnachtsaromen stärker dominieren. Zimt, Pflaume, Walnuss oder Datteln lassen sich zum Beispiel sehr gut mit Whiskey, Rum oder Tequila kombinieren. Wodka-Liebhaber können ihre Basis-Zutat hingegen mit Gin und frischen Kräutern wie Basilikum, Ingwer, Rosmarin oder Thymian mixen. Wir haben hier einen Wodka-Drink mit Rosmarin und Thymian, der sich bewährt hat. Geshaket mit frischem Limettensaft und etwas Zucker, kommt dann ein wenig Pfeffer on Top.“

Was hältst du davon, uns einen exklusiven desired.de-Cocktail zu zaubern? Wir stellen uns etwas Fruchtiges, aber nicht zu Süßes, in besonders edler Farbe vor. Was fällt dir ein?

Zu unserer Überraschung legte Atalay sofort los und zauberte uns in kürzester Zeit einen deliziösen Drink, der es allerdings in sich hat: „Okay, den Drink nennen wir ‘Smoking Bulleit’. Das aus dem Grund, weil Bulleit Bourbon Whisky mit 3 cl als Basis dient, dazu kommen 2 cl Talisker Whisky, um das Ganze ein bisschen rauchig zu gestalten – deswegen ‘Smoking’. Da der Drink eine ‘Manhatten’-Variation (Manhatten: Ein Cocktail auf Whiskey-Basis mit rotem Wermut) ist, kommen dann noch 2 cl roter Wermut dazu, in unserem Fall einer aus Turin, Cocchi. Und zum Schluss ein Walnuss Bitters. Abgespritzt wird euer desired.de-Cocktail mit einer Pink-Grapefruit-Zeste und dann mit einem Gemisch aus Rosenwasser und Honig besprüht. So bekommt man eine schöne, blumige Note in den Geschmack. Das Ganze wird auf Eis gerührt, ohne Eis serviert.“

Wie kommst du so schnell auf solche Ideen?

„Keine Ahnung, das scheint angeboren zu sein – Gott sei Dank.“

Wir danken Atalay Aktas vielmals für dieses interessante Interview sowie den leckeren Cocktail. Wie Sie bei Ihrer Party auftrumpfen und wie Atalay Aktas in Aktion aussieht, das zeigen wir Ihnen in unserer Fotoshow.

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