Schmackhafter Hype: Cronuts aus New York

am 12.09.2013 um 15:54 Uhr

Schleckermäuler aufgepasst: Es gibt eine neue Sensation am Dessert-Himmel! Nach Cupcakes, Cake-Pops und Macarons hat ein Bäcker in New York nun eine Delikatesse erfunden, die seit knapp über einem Monat den Big Apple unsicher macht: Cronut ist – wie der Name schon preisgibt – eine Mischung aus Croissant und Donut. Klingt lecker, aber ist der Hype gerechtfertigt?

Wenn Sie morgens in einer Stadt wie New York aufstehen, was machen Sie? Eine Runde im Central Park joggen, auf ihren Downtown-Balkon raus und in Ruhe eine Tasse Kaffee trinken oder, ganz wie Joey aus „Friends“, „The Morning’s here“ mit dem Fenster-Nachbarn gleich gegenüber trällern? Klingt alles nach ganz angenehmen Varianten, doch seit knapp über einem Monat haben die Bürger des Big Apple ein anderes Hobby für sich entdeckt – sie machen es den Briten nach und stellen sich in eine lange Schlange.

A Cronut a day keeps the doctor away?

Punkt 8 Uhr öffnet nämlich die inzwischen schon weltbekannte Ansel Bakery und verkauft ihre neueste Erfindung: Cronuts. Später als 6:30 Uhr sollte man hier aber nicht anreisen, denn die Zucker-Fans stellen sich in aller Herrgottsfrühe an, um an diesem Tag zu den wenigen Glücklichen zu zählen, die sich einen Cronut ergattern konnten. Oder besser gesagt zwei. Denn das ist die maximale Bestellmenge pro Kunde. Nach den ersten erfolgreichen Tagen durfte jeder nur noch sechs kaufen, dann wurde dies auf drei runtergefahren, nun sind zwei das Maximum. Doch was steckt überhaupt dahinter?

Symbiose der Gebäckkönige

Bäckermeister Dominique Ansel hat einfach zwei sehr beliebte Gebäckstücke zu einem verbunden. Der Blätterteig-Grundgedanke eines klassischen Croissants wird dabei in Donut-Form gebracht – stilecht mit dem Loch in der Mitte – und frittiert, des Amerikaners zweitliebste Freizeitbeschäftigung neben dem Verklagen. Als Topping kommt noch eine Sahne-Creme-Schicht oben drauf, fertig ist das Zuckergebäck, das wahrscheinlich so viele Kalorien hat wie drei Cupcakes zusammen, dafür aber ein geschmackliches Gedicht ist.

Please queue here

200 Stück produziert die Bäckerei täglich und diese sind innerhalb weniger Minuten ausverkauft. Wer 8:45 Uhr noch immer in der Schlange steht und es noch nicht bis zur Kasse geschafft hat, der geht höchstwahrscheinlich ohne einen nach Hause. Sollten Sie also quasi vor Sonnenaufgang eine lange Schlange in SoHo erblicken, dann wissen Sie, Sie haben die Cronut-Süchtigen entdeckt. Dabei geht es im Moment mehr um den Hype als um die Köstlichkeit selbst. Bäcker Ansel macht es geschickt, möchte seinen Laden nicht in einen „Cronut Shop“ verwandeln und produziert auch weiterhin nur 200 Stück am Tag. Durch das geringe Angebot entsteht eine hohe Nachfrage und schon stehen auch Sie in der Schlange und freuen sich, endlich einen der begehrten Teile in der Hand halten zu dürfen. Zwei Stunden anstehen ist da eine Kleinigkeit.

Der Schwarzmarkt ist eröffnet

Aber natürlich bringt das auch besonders pfiffige Menschen auf den Plan, die von der Erfindung des Jahres auch eine Scheibe des Finanzkuchens abhaben wollen. Denn mit dem Verkauf der Süßigkeit lässt sich wahrhaft gutes Geld verdienen. So stellen sich manche jeden Morgen an, um die Cronuts für fünf Dollar zu erwerben und sie dann für das Vierfache wieder zu verkaufen. Und die Cronut-Süchtigen bezahlen das Geld gern, wenn sie damit Zeit sparen und sich nicht selbst anstellen müssen. Auch auf der US-amerikanischen Website Craigslist, einer Online-Anzeigenseite, werden Cronuts inzwischen schon inklusive Lieferung für sage und schreibe 40 Dollar angeboten. Ein Hype, der gerechtfertigt ist? Nun, wir können uns den exzellenten und traumhaften Geschmack der verführerischen Kleinigkeit gut vorstellen, aber warten lieber noch ab. In ein paar Monaten ist die extreme Verehrung der Cronuts wieder abgeflaut und diverse Nachmacher werden aus dem Boden schießen, die ähnlich, wenn nicht gar genauso lecker sein werden. To die for? Diese Entscheidung überlassen wir Ihnen!

Kommentare


Luxus: Mehr Artikel