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Einfach einmal Danke sagen: Die Kraft der positiven Psychologie

am 17.03.2015 um 18:25 Uhr

Warum fällt es uns manchmal so schwer, einfach einmal „Danke“ zu sagen? Oftmals kommt das kleine Wörtchen nur noch als Floskel über unsere Lippen. Meint man es aber doch ernst, dann kann man es wiederum nicht genuin zeigen. Im Danken verspüren wir unsere eigene Abhängigkeit, wir sind für den Moment nicht frei, stark und selbstbestimmt, sondern stehen in der Schuld eines anderen Mitmenschen. Warum uns Dankbarkeit aber nicht etwa belasten, sondern ganz im Gegenteil stärken sollte und was für langfristige, positive Veränderungen auf uns warten, wenn wir den Schritt zu mehr „Danke“ wagen, das erfahren Sie hier und in unserer Bildergalerie.

„Ach, das wäre doch nicht nötig gewesen“: Eine Antwort, die man oftmals anstatt eines wohlgemeinten „Danke“ zu hören bekommt. Denkt man einmal näher darüber nach, wird klar, wie viel dies letztendlich über unsere Wahrnehmung und Handhabung von Dankbarkeit aussagt.

Bewusstes Ungleichgewicht: Danke als eine zwischenmenschliche Waage

Wenn wir Danke sagen, heißt dies, dass sich vorher schon so einige Prozesse abgespielt haben. Wir haben etwas erhalten – ob wir nun darum gebeten haben oder nicht – was uns per se nicht gehört, worauf wir keinen Anspruch haben. Ganz vereinfacht ausgedrückt: Wenn ich etwas besitze, das mir gehört, oder eigenständig handele, dann muss ich mich dafür nicht bedanken. Wird mir aber Gutes getan, eine besondere Aufmerksamkeit zuteil, dann ist das eine selbstlose Tat, eine Art Geschenk, über das ich keine Kontrolle habe – ich bin abhängig. Was folgt, ist das Gefühl von Dankbarkeit: Es ist die Gegenleistung des Danke, die den selbstlosen Akt wieder in Balance bringt und den Schenkenden und Beschenkten miteinander verbindet.

Wieso aber fühlen wir uns angesichts solcher Selbstlosigkeit oft unwohl? Wieso weisen wir diese so oft mit einem regulierten „Ach, das wäre doch nicht nötig gewesen!“ einfach zurück? Es stimmt: Es ist nicht nötig gewesen, denn zwischen einer Notwendigkeit und einer wohlwollenden Handlung besteht ein großer Unterschied. Wir sind auf unsere Unabhängigkeit stolz, wir haben die Selbstlosigkeit Anderer „nicht nötig“ – dabei können Dankbarkeit sowie ein positives Grundgefühl so viel verändern.

Öfter einmal Danke sagen als Universal-Heilmittel? Klingt lächerlich, viel zu naiv und einfach, sagen Sie. Aber lassen Sie für einen Augenblick einmal Ihre Skepsis beiseite und lassen Sie all die positiven Fakten und Tatsachen für sich sprechen:

Ein Danke sagt mehr als 1000 Worte: Die Kraft der positiven Psychologie

Wie viel Kraft das kleine Wörtchen „Danke“ tatsächlich besitzt, ist zurzeit ein brandaktuelles Thema, mit dem sich viele Wissenschaftler und Psychologen auseinandersetzen. Shawn Anchor, ein renommierter US-amerikanischer Psychologe, Wissenschaftler, Buchautor und CEO der Cambridge-basierten Initiative „Good Think Inc.“, hat sich ganz der Erforschung der ‚Positive Psychology‘ gewidmet und wirklich Erstaunliches herausgefunden: Glück, Dankbarkeit und positives Denken bedingen sich so unmittelbar, wie man es niemals erwartet hätte.

Was glauben Sie, macht Sie persönlich glücklich? Wir denken stets, es würde uns erfüllen, wenn wir ein bestimmtes, selbstgestecktes Ziel im Leben erreichen: Mehr Geld, die schönere Wohnung, das schnellere Auto, die Designer-Schuhe, die wir uns so wünschen, endlich den Richtigen zu treffen, eine Familie zu gründen – dann sind wir endlich glücklich. Aber ist das so? Nein, denn haben wir ein Ziel erst einmal erreicht, wird unser Wunsch nach Glück evaluiert und neu gesteckt: Es müssen neue Ziele, neue Glücks-Katalysatoren her. Das Fazit? Geben wir uns diesen Gedanken ganz hin, dann gehen wir leider davon aus, dass 90 Prozent aller Dinge, die uns glücklich machen könnten, Einflüsse und Impulse sind, die von außen kommen.

Wieso machen wir unser Glück von unserer Außenwelt abhängig? Das ist so, als würden wir das Ruder unseres Schiffes nur anstarren, aber trotzdem hoffen, dieses über die sieben Weltmeere sicher in den gewünschten Zielhafen zu navigieren. Glück kommt von Innen – ein Spruch, der nicht selten nur ein genervtes Augenrollen provoziert, aber der Realität tatsächlich ziemlich nahe kommt. Bevor wir den Satz nämlich als esoterisches Mantra ohne Folgen einfach so abtun, sollten wir uns zumindest betrachten, was die Wissenschaftler der Positive Psychology jüngst herausgefunden haben: Ganze 90 Prozent unseres Glücksempfindens rührt daher, wie unser Gehirn unsere Außenwelt wahrnimmt. Konkret bedeutet dies, dass wir tatsächlich die Macht haben, unseren persönlichen Blick auf unser Glück zu verändern.

Der Psychologe Shawn Achor fand ebenfalls heraus, dass die einfachsten Taten, wie täglich drei Dinge zu finden, für die wir „dankbar“ sind, unser Gehirn re-programmieren und auf Positivität einstellen können. Ja, ein simples „Danke“ auszusprechen oder zu hören, führt zu einer tatsächlichen Ausschüttung von Dopamin in unserem Gehirn. Und hier liegt tatsächlich eine Art universelles Heilmittel. Denn, wenn es überhaupt so etwas wie den Schlüssel zum Glück gibt, dann ist das Glückshormon Dopamin wohl der Stoff, der dem rein biochemisch am nächsten kommt.

Danke sagen macht nicht nur glücklicher, sondern auch klüger, schöner und stärker

Dopamin hat viele Funktionen: Es stimuliert alle Lernzentren des Gehirns und erlaubt uns dadurch, die Welt anders wahrzunehmen und unser Potential voll auszuschöpfen. Diese Neurotransmitter führen dann tatsächlich zu Leistungssteigerungen und einer erhöhten Kreativität – bei allen Dingen, mit denen wir uns beschäftigen.

Außerdem steht der Botenstoff Dopamin in direkter Verbindung zur emotionalen und motivationsfördernden Region des Gehirns: Das Glückshormon reguliert unseren Kreislauf, wirkt auf das Essverhalten und erhöht sogar die kognitiven Funktionen. Eigentlich ganz logisch: Wer glücklich ist, hat weniger Heißhunger-Attacken, keinen Grund zum sinnlosen Frustessen und weniger Lust auf Ungesundes.

Genuine Dankbarkeit und positive Denkansätze sind also ganzheitlich gesehen pures Glück für unseren gesamten Körper und Organismus: Wir schlafen besser, sind weniger depressiv, unser Immunsystem wird unterstützt, unsere Stresslevel gesenkt. Höchste Zeit also, ein wenig Dankbarkeit zu einem festen Bestandteil unseres täglichen Lebens zu machen, oder?

Ein bisschen Dankbarkeit – jeden Tag

Wie kreiert man langanhaltende, positive Veränderungen? Ganz genau, indem man sich täglich seinen neuen Vorsätzen widmet, sei es auch nur für fünf Minuten.

Nehmen wir also die Dankbarkeit als positives Instrument ernst und integrieren dieses bewusst in unseren Alltag: Anchor nennt seine Dankbarkeitsstrategie „The Greatful 3“ und meint damit nichts anderes, als sich jeden Tag drei Dinge vor Augen zu führen, für die man wirklich dankbar ist. Egal, ob es sich um die Nettigkeit eines Arbeitskollegen, eine Überraschung des Partners, oder einfach um den Umstand, dass man gesund ist, handelt, egal ob man all dies in einem Notizbuch festhält, es fotografiert, zeichnet oder anderweitig festhält – der Trick ist, sich damit aktiv und individuell zu beschäftigen.

Haben Sie keine Angst davor, sich dankbar zu zeigen und das simple Wort auch wieder als festen Bestandteil in ihr Alltagsleben zu integrieren – es könnte sogar Ihr Arbeitsleben wieder mit neuer, positiver Energie versorgen. Denn die Abwesenheit von Dankbarkeit, vor allem im Beruf, sendet ein genauso starkes Signal, wie die Anwesenheit einer solchen.

Wenn Sie sich damit schwer tun, müssen Sie sich nur fragen: Was haben Sie zu verlieren? Werfen Sie einen Blick auf Ihre frisch angefertigte Liste, dann sehen Sie, dass Sie nur gewinnen können.
Geben Sie Dankbarkeit eine Chance.

Impressionen und weitere Gedanken zum Thema “Danke sagen” finden Sie nun hier in unserer Bildergalerie.

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