Das neue Image der Stylisten – die Stars hinter den Stars

am 12.12.2012 um 11:28 Uhr

Ob auf den Laufstegen, dem roten Teppich oder im brandneuen Hollywood-Streifen: Stylisten nehmen immer mehr Einfluss auf die Modebranche und unseren eigenen Look. Sie sind nicht mehr nur Styling-Helfer, sondern eine Inspiration für die gesamte Modewelt.

Sie sind die heimlichen Stars hinter den Kulissen, die an der Seite eines Designers oder eines Prominenten deutlich mehr Macht besitzen als man denkt. Stylisten sind die unsichtbaren Mitglieder eines Design-Teams, doch bringen sie ihren ganz individuellen Stil in die Kollektion ein und setzen so Trends.

Die Anfänge der Stylisten

Erinnern wir uns zurück – seit den 30ern und 40ern, als Stylisten erstmalig für den Look der Models in Zeitschriften verantwortlich waren, hat sich viel verändert. Früher war es völlig normal, dass Models ihre eigenen Schuhe und Accessoires zu einem Shooting mitbrachten, was heute quasi undenkbar ist. Ende der 60er, Anfang der 70er erfanden Kreative wie Caroline Baker den typischen Londoner Look und ließen sich dabei nicht etwa von den Laufsteg-Looks, sondern viel mehr von den Street Styles inspirieren. Mit dem Launch von MTV in den 80ern etablierte sich das Styling endgültig zu einem komplexen Beruf, der Mode, Kultur, Musik und Kunst vereint.

Image-Veränderer und Mode-Popstars

In den frühen neunziger Jahren war es eine Carine Roitfeld an der Seite von Tom Ford, die das Image von Gucci stark prägte. Um 2000 war es Katy England hinter Alexander McQueen, die mit einem modernen Rock-Chic überzeugte. Joe McKenna, Oliver Rizzo, Bryan Boy, Rachel Zoe, Cher Coulter und Nicola Formichetti sind die Stylisten von heute – um nur Einige zu nennen. Sie haben einen enormen Einfluss, weil sie in verschiedenen Bereichen agieren und für die maßgebenden Marken, Zeitschriften und Ikonen weltweit arbeiten. Und so ist es auch kein Zufall, dass das Modejahr 2012 extravagant, farbenfroh und schrill wirkt – schließlich sind Lady Gaga, Nicki Minaj, Rihanna und Kate Perry zur Zeit die größten Stil-Ikonen der Popkultur.

Puderrosa Haare, der berühmte Ombre-Look, neonfarbende Accessoires, verspielte Print-Shirts, der Military Look oder nietenbesetzte Schultern sind längst im Mainstream angekommen. Stylisten sind für Popstars und Musikvideos deshalb extrem wichtig geworden. Nichts wird mehr dem Zufall überlassen. Dabei geht es nicht mehr nur um das Zusammenstellen von Outfits – sie sind ein bedeutender Teil des Superstar-Images. Die Möglichkeiten sind dabei grenzenlos. Das zeigt allein die Zusammenarbeit von Lady Gaga und ihrer rechten Hand, dem Stylisten Nicola Formichetti – eine perfekte Ergänzung, die alles umfasst, von Social Media über Merchandising bis hin zum Produktdesign.

Ruhm und Ehre

Mit dem Scheinwerferlicht kommt die Anerkennung für die Kreativität. Ging es bislang um die Träume und Visionen anderer, stehen nun immer mehr die eigenen Ideen und ihre Verwirklichung im Vordergrund. Individualismus befindet sich längst auf dem Siegeszug. Da ist es nicht erstaunlich, dass viele Marken davon profitieren möchten und Stylisten zu den kreativen Köpfen ihrer Linie machen oder sie für begehrte Kollaborationen anfragen. Einige Brands setzen ganz bewusst auf ihr Gespür, was nicht selten ein völlig neues Image zur Folge hat. So wie Roitfeld für Gucci brilliert, sorgt Vogue-Redakteurin Emmanuelle Alt zum Beispiel bei Balmain dafür, dass die Marke heute in einem neuen Glanz erscheint – geprägt von atemberaubenden Rock-, Glamour- und Punkelementen.

Mit der Mode entwickelt sich auch die Stylingbranche konstant weiter. Portale wie Lookbook.nu, Online-Stylisten oder eigene Blogs schaffen eine neue Dimension des Styling. Durch das Präsentieren der eigenen Outfits rückt der eigene Stil der Darsteller in den Vordergrund und dient als neue Inspirationsquelle – unkonventionell und authentisch. Die Mode liebt Individuen, die sich immer wieder neu erfinden und den Nerv der Zeit treffen. Stylisten sind also gefragter denn je – und das schon lange nicht mehr nur bei Stars und Sternchen.

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