Beauty-Projekt

“Love your lines”: Dehnungsstreifen sind keine Makel, sondern Kunst

am 13.09.2014 um 19:13 Uhr

In einer Zeit, in der einem perfekt aussehende Models von großen Werbeplakaten scheinbar makellos im Bikini entgegenstrahlen und Retusche durch Bildbearbeitungsprogramme oder Filter bei Fotos immer dazu gehören, verwundert es nicht, dass normale Frauen einem großen, gesellschaftlichen Druck unterliegen. Durch extreme Schönheitsideale dank makelloser Stars und Models, die einem täglich überall begegnen und angestachelt vom eigenen, verminderten Selbstwertgefühl, verlieren viele Frauen jegliches Maß an Schönheitsempfinden. Zwei Amerikanerinnen hatten die Nase voll von der ewigen Perfektion des weiblichen Körpers und haben ein Instagram-Projekt ins Leben gerufen, welches die ungeliebten Dehnungsstreifen ins rechte Licht rückt und nicht als Makel, sondern als Kunstwerke zeigt. Wir stellen Ihnen das Projekt hier und in unserer Bildergalerie vor.

Dellen, Dehnungsstreifen und Co. sind keine unschönen Fehler, sondern Kunstwerke, die zum Körper fast jeder Frau gehören. Diesen erfrischend gesunden Grundsatz hat der Instagram-Account zweier amerikanischer Mütter, auf dem Bilder und Geschichten vieler Frauen mit diesen Hautproblemen geteilt werden.

Perfekt unperfekt

Die Idee, die hinter dem Social-Media-Fotoprojekt „Love your lines“ auf Instagram steckt, ist einfach zusammengefasst: Frauen sollen ihren Körper lieben. Doch so einfach diese (Auf-)Forderung ist, so schwierig ist es für die meisten, sie umzusetzen. Gerade für Dehnungsstreifen schämen sich viele Frauen, obwohl diese Hautveränderungen an fast jedem weiblichen Körper zu finden ist. Denn Dehnungsstreifen entstehen durch die verschiedensten Einflüsse auf den Körper, die man nicht oder nur wenig beeinflussen kann: Bei vielen Frauen entstehen sie schon in der Pubertät, wenn hormonelle Schwankungen und schnelle körperliche Veränderungen, wie zum Beispiel rasantes Wachstum, in kurzer Zeit das Gewebe überfordern und die Unterhaut reißen lassen. Diese Risse werden dann oberflächlich sichtbar in Form von zuerst dunklen, dann langsam verblassenden Streifen. Auch bei Schwangerschaften und rapiden Gewichtszunahmen sind Dehnungsstreifen eine typische Begleiterscheinung.

Bewegende Geschichten

Dehnungsstreifen entstehen also nicht grundlos, sondern tragen auch immer Geschichten mit sich. Und diese werden auf der Seite „Love your lines“ zu den Bildern dazu erzählt. So berichtet eine junge Frau, dass sich bei ihr die Dehnungsstreifen schon ab dem 12. Lebensjahr bemerkbar gemacht haben. Sie habe gelernt, dass diese Hautveränderung nichts mit Übergewicht zu tun haben muss, weil sie damit nie Probleme hatte. Dennoch liebe sie ihre Streifen und habe kein Problem damit, sich im Bikini am Strand zu zeigen. Eine weitere Frau zeigt die Dehnungsstreifen an ihrer Schulter und berichtet davon, wie viel Gewicht diese tragen mussten, ehe sie erfolgreich abnehmen konnte. Eine andere Teilnehmerin des Projektes präsentiert den Instagram-Nutzern ein Bild der Dehnungsstreifen an ihren Beinen und erzählt von ihrer bewegenden Krankheitsgeschichte und wie sie die Dehnungsstreifen, die sie aufgrund von Medikamenten und Gewichtsschwankungen bekommen hat, daran erinnern, was sie bekämpfen konnte.

Positive Reaktionen

Rund drei Wochen existiert die Seite erst, doch sie schlägt bereits hohe Wellen – und das im durchweg positiven Sinn. Die Resonanz ist mit über 61.000 „Followern“ und über 180 Fotografien und Geschichten enorm. Die Kommentare zu den Bildern sind durchweg positiv und stammen meistens von Frauen, die ebenso von Dehnungsstreifen betroffen sind und sich bisher nicht getraut haben, sie zu zeigen – erst recht nicht der ganzen Welt, wie es auf Instagram und Co. geschieht. Doch nun wagen sich immer mehr Damen, bei der Kampagne mitzumachen und senden Bilder von sich und ihren Körpern, um auch anderen Mut zu machen, ihr Äußeres so zu lieben, wie es eben ist.

Sehen Sie in unserer Bildergalerie die schönsten Bilder und Geschichten der „Love your lines“-Kampagne im Kampf für mehr Selbstvertrauen und Liebe zum eigenen Körper.

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