Interview

„Der Marsianer – Rettet Mark Watney“: Ridley Scott im desired.de Interview

am 05.10.2015 um 14:51 Uhr

Was würden Sie tun, wenn Sie als einziger Mensch auf dem Mars gefangen wären? In „Der Marsianer – Rettet Mark Watney“, dem neuen Science-Fiction-Abenteuer von Kult-Regisseur Ridley Scott, muss sich Matt Damon als Astronaut Mark Watney diese existentielle Frage stellen. Er entscheidet sich für den Kampf ums Überleben und muss sich fortan den widrigen Lebensbedingungen des fremden Planeten anpassen, in ständiger Hoffnung auf Rettung von der Erde. Bevor das spannende Weltraum-Abenteuer am 8. Oktober 2015 in den deutschen Kinos anläuft, trafen wir Regisseur Ridley Scott zusammen mit anderen Journalisten zum Interview. Erfahren Sie hier, was er uns über die Dreharbeiten, seine Sicht zu Weltraum-Missionen und weibliche Heldenfiguren zu erzählen hatte und entdecken Sie in der Bildergalerie erste Eindrücke zum Film.

Ridley Scott zählt neben Steven Spielberg, Martin Scorsese und Co. zu den bedeutendsten Regisseuren in Hollywood. Sicherlich haben auch Sie schon den einen oder anderen Film von ihm gesehen: Angefangen mit seinem legendären „Alien“-Film mit Sigourney Weaver, führte er auch schon Regie bei Kino-Klassikern wie „Blade Runner“, „Thelma & Louise“, „Gladiator“, „Königreich der Himmel“, „Exodus“, „Prometheus“ und vielen mehr. Sein neuester Coup führt ihn wieder zu seinen Anfängen zurück: „Der Marsianer – Rettet Mark Watney“ spielt einmal mehr in den unendlichen Weiten des Weltalls und insbesondere, wie der Titel schon verrät, auf dem Mars.

Mr. Scott, Ihr neuer Film, „Der Marsianer – Rettet Mark Watney“, ist die Adaption des Bestsellers „Der Marsianer“ von Andy Weir. Wie sind Sie auf die Idee gekommen, das Buch zu verfilmen?

„Das bin ich gar nicht. Die Produktionsfirma FOX hat mir von diesem Projekt erzählt und mich gefragt, ob ich das Drehbuch, das bereits fertig geschrieben war, lesen möchte. Drehbuchautor Drew Goddard sollte ursprünglich auch die Regie übernehmen, war dann aber durch ein anderes Projekt verhindert. Und weil ich das Drehbuch großartig fand, habe ich dann für ihn den Part übernommen.“

Warum wurden gerade Sie als Regisseur in Betracht gezogen? Weil Sie eine Faszination für Weltraum-Abenteuer haben?

„Ich glaube, sie haben mich gefragt, weil ich einfach ziemlich gut bin (lacht). Natürlich bin ich auch ein Fan von Weltraum-Filmen, ich habe ja bereits einige gedreht, ‚Alien‘ und ‚Prometheus‘ zum Beispiel.“

Ist es für Sie als Regisseur einfacher, mit den technischen Möglichkeiten von heute zu drehen?

„Oh, ja. Aber manche Szenen lassen sich nicht einfach durch Computer-Effekte ersetzen. Bei ‚Der Marsianer‘ ist das zum Beispiel der mächtige Sandsturm auf dem Mars, den wir noch ganz real mit Gebläse, Staub und jeder Menge Dreck, der einem ins Gesicht flog, erzeugt haben. Und das sah ziemlich gut aus!“

Während der Entstehung von „Der Marsianer“ standen Sie im Austausch mit NASA-Experten. Als diese den Film gesehen haben, sagten sie, dass sie sich davon Aufmerksamkeit erhoffen, um finanzielle Unterstützung für bemannte Mars-Missionen zu bekommen. Wozu brauchen wir diese menschlichen Missionen Ihrer Ansicht nach überhaupt? Steckt dahinter eine bestimmte Psychologie? Vielleicht ein Patriotismus, wessen Nation wo zuerst gelandet ist?

„Ich denke, dass ein gutes Fußballspiel da mehr bewirken kann. Beim Mars ist es so: Der Planet ist da und wir können hinfliegen, warum es also nicht tun? Wenn man auf den Mount Everest klettern kann, warum sollte man es dann nicht auch? Vom Mars wissen wir aber auch, dass es riesige Eisgletscher gibt, also Wasser, viel Wasser. Und dieses ist trinkbar. Im Wasser müssten sich also winzige ‚Aliens‘ befinden. Das macht natürlich extrem neugierig, weil es vielleicht hilft, unseren eigenen Planeten und das Leben hier nachvollziehen zu können.“

Für solche Mars-Missionen könnte man aber auch Roboter einsetzen.

„Und das werden sie auch schon seit den Siebzigern. Aber Roboter sind extrem langsam und man kann sie auf felsigem Gelände schlecht einsetzen. Wenn sie herunterfallen, dann sind schon mal 25 Milliarden Dollar verschwendet. Also landen die Roboter immer auf ebenen Flächen und senden von dort folglich nur sehr limitierte Informationen an uns.“

Sie erinnern sich sicher noch an Neil Armstrong, den ersten Mann, der auf dem Mond landete. Wie haben Sie sich damals dabei gefühlt?

„Das war natürlich eine beachtliche Leistung, auch aus technischer Sicht. Ich würde niemals in solch ein Raumschiff steigen. Viele würden es und würden dann am liebsten auch nicht mehr zurückkommen. Mir gefällt es hier auf der Erde dann doch zu sehr.“

Ihre Produktionen sind für ein besonders gutes Kostümdesign bekannt, bei „Der Marsianer“ stechen zum Beispiel die Raumanzüge heraus. Hat die NASA Sie schon nach Design-Tipps gefragt?

„Ja, das war sehr witzig. Es lief nach dem Motto ‚Ich zeige euch meine, wenn ihr mir eure Anzüge zeigt‘. Aber bei Raumanzügen kommt es natürlich nicht auf den Sex-Appeal, sondern auf die Funktion an. Ich denke, dass ihnen meine Version wirklich gut gefallen hat.“

War es für Sie wichtig, neben Matt Damon in der Hauptrolle mit Jessica Chastain als Leiterin der Mars-Mission eine starke Frauenrolle einzubringen, wie Sie es bei Alien mit Sigourney Weaver getan haben?

„Nein, ich denke, das ist heute etwas ganz Normales. Zu Zeiten von ‚Alien‘ war mir nicht bewusst, was das auslösen würde und dass wir mit Sigourney Weaver praktisch die erste weibliche Action-Heldin geschaffen haben.“

Sehen Sie in unserer Bildergalerie erste Eindrücke von Ridley Scotts neuem Kinofilm „Der Marsianer – Rettet Mark Watney“ mit Matt Damon, Jessica Chastain und Co .

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