Health

Nie mehr Light-Getränke? Gute Gründe gegen die ungesunde Diät-Limo

am 25.06.2015 um 16:56 Uhr

Es ist eine süße Falle, in die man sich selbst hinein manövriert hat: Irgendwie wissen wir alle, dass die ganzen mit Süßstoffen wie Aspartam versetzten Diät-Sodas nicht wirklich gesund sind. Trotzdem trinken wir sie, um einem anderen Gift – dem bösen Zucker – zu entgehen und fühlen uns dabei auch noch so, als hätten wir uns etwas ‚Gutes‘ getan. Dabei gibt es bei Weitem mehr Argumente auf die Diät-Drinks zu verzichten, als uns nur wegen der ein paar eingesparten Kalorien immer wieder dafür zu entscheiden. Wie ungesund die Diät-Brausen wirklich sind, das ist den wenigsten Softdrink-Liebhabern bewusst. Erfahren Sie hier und in unserer Bildergalerie gute Gründe, ab sofort auf die ungesunde Limo zu verzichten.

Um dies von Anfang an klarzustellen: Dies ist kein Plädoyer gegen Diät-Soda und FÜR reguläre Soda. Natürlich ist es auch keine Lösung, wieder auf reguläre Softdrinks mit einem hohen Zuckergehalt zurück zu greifen. Dies ist – zwar auf einer ganz anderen Ebene – aber nichtsdestotrotz mindestens genauso ungesund wie die Light-Produkte. Unser Vorschlag? Good Old Apfelschorle!

Aspartam – der süße Bösewicht

Was wissen Sie über den weltweit beliebtesten künstlichen Süßstoff namens Aspartam? Dass das Mittel in Verdacht steht, das Belohnungszentrum in unserem Gehirn auszutricksen, unsere Nervensignale zu verändern und Zellen zu schädigen, ist ja nunmehr schon länger bekannt. Auch die Langzeitschäden wie eine motorische Einschränkung, Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Heißhunger-Attacken, Depressionen und sogar Angstzustände haben Sie bestimmt schon einmal irgendwo aufgeschnappt und sich dann wieder beruhigt, dies geschehe garantiert nur bei exzessivem Konsum.

Fakt ist aber, dass der Süßstoff auch bei regelmäßigem, moderatem Konsum viele Dinge mit unserem Körper und Organismus anstellt, die nicht gerade gesund oder erwünscht sind.

1. Unsere Geschmacksrezeptoren stumpfen ab

Ja, Diät-Soda kann sehr gut schmecken: Vor allem im Sommer, herrlich eisgekühlt mit einer Scheibe Zitrone ist die Brause eine tolle Erfrischung. Wer sich aber zu regelmäßig seine Portion Diät-Cola gönnt, läuft Gefahr, seine sensiblen Geschmackspapillen abzustumpfen. Der stetige Konsum der Diät-Soda verändert die Geschmacksrezeptoren der ‚süßen‘ Zone und lässt dafür andere, natürlich süße Lebensmittel wie Obst ‚fad‘ erscheinen.

Außerdem: Wer seine Geschmacksnerven konstant auf die unnatürliche Süßpräferenz trainiert, hat grundsätzlich ein höheres Risiko, weniger gesunde Lebensmittel zu wählen und übergewichtig zu werden. Wirklich wahr! Denn die Lust auf Süßes und Fettiges wird durch die Diät-Soda nicht gestillt, sondern nur immer wieder neu erweckt.

2. Wir nehmen zu

Wie widersprüchlich: Wir trinken Diät-Soda um abzunehmen, nehmen aber stattdessen eher zu. Viele Diät-Willige ersetzen zum Beispiel ihre reguläre Soda mit Soda Light, um den Zucker einzusparen. Der Gedanke an sich ist ja auch ganz gut, aber leidet oftmals in der Ausführung. Nur wer konsequent zu Wasser, leichten Schorlen oder Tees anstatt zu Cola oder Cola Light greift, kann auch dauerhaft abnehmen. Trinkt man nämlich täglich Diät-Soda, dann zwingt man seine Bauchspeicheldrüse automatisch dazu, mehr Insulin auszuschütten.

Wieso? Schmeckt unsere Zunge Süßes, dann denkt unser Körper, dass folgerichtig auch gleich Zucker im Magen ankommen wird. Unser Gehirn freut sich und unsere tüchtige Bauchspeicheldrüse schüttet dann schon einmal vorsichtshalber Insulin aus. Süßstoffe können hierbei vom Körper aber oft nicht von Zucker unterschieden werden. Das bereits ausgeschüttete Insulin soll dann den ‚vermeintlich steigenden Blutzuckerspiegel‘ wieder senken. Das Problem? Die zahlreichen Light-Produkte enthalten aber gar keinen Zucker, sondern nur Süßstoff! Der erwartete Zucker kommt also im Blut nicht an.

Die Folge? Eine plötzliche Unterzuckerung, die letztendlich zu unerwünschten Heißhungerattacken führt und uns so richtig Lust auf Fast Food macht. Wenn Sie sich also schon immer einmal gefragt haben, warum Sie sich manchmal nach dem Konsum von Diät-Drinks plötzlich so ‚zittrig‘ fühlen, haben Sie nun Ihre Antwort.

3. Wir schädigen Knochen und Zähne

Auch auf unsere Knochen scheint die Diät-Brause keinen guten Einfluss zu haben: Der hohe Gehalt von Phosphat in vielen Soft Drinks verhindert die Aufnahme des Mineralstoffes Kalzium in den Knochen und führt damit zu einer Verminderung der Knochendichte. In den Wachstumsphasen der Pubertät und dem Klimakterium zeigt sich dieser negative Einfluss besonders: Die Studie namens ‚The Framingham Osteoporosis Study‘ veröffentlicht im ‚The American Journal of Clinical Nutrition‘ wies zum Beispiel auf, dass der tägliche Konsum von Diät-Cola das Risiko für einen Beckenbruch bei Frauen nach den Wechseljahren um 14 Prozent erhöht.

Unsere Zähne kommen ebenfalls nicht so leicht davon: Zahnschmelz ist zwar in der Tat das härteste Material, das unser Körper so produzieren kann, aber die aggressiven Säuren wie Phosphorsäure oder Zitronensäure, die man in nahezu jeder Diät-Limo findet, greifen dieses trotzdem gnadenlos an.

Warum? Die Säure löst das Calcium aus dem Zahnschmelz heraus, diese werden dann weicher, verlieren ihren Perlglanz und werden viel anfälliger für Karies.

4. Wir schränken unsere Nierenfunktion ein

Dies ist tatsächlich ein wichtiges Argument gegen Diät-Softdrinks, dem oftmals viel zu wenig Gewicht beigemessen wird: Denn süßmittelhaltige Limos schränken unsere Nierenfunktion merklich ein. Der Nierenspezialist Prof. Jürgen Scherberich vom Klinikum Harlaching statierte, dass die Phosphate in Cola Light in hoher Konzentration durchaus die Nieren schädigen können. Ein Glas ab und zu sei nicht tragisch, aber ab circa einem Liter pro Tag könne es für unsere Nieren schon kritisch werden.

Auch amerikanische Wissenschaftler haben im Rahmen einer großangelegten Studie des Brigham- und Frauen-Krankenhauses (BWH) in Boston herausgefunden, dass Frauen, die über einen Zeitraum von zehn Jahren jeden Tag zwei Dosen Soda Light trinken, ungefähr 30 Prozent ihrer Nierenfunktion einbüßen – erschreckend!

Die Suche nach Alternativen

Konnten wir Sie überzeugen? Selbstverständlich ist es nicht gerade leicht, von jetzt auf gleich auf all seine ‚Treats‘ zu verzichten: Raffinierter, weißer Zucker ist ungesund, Süßstoff ist ungesund, Fett ist ungesund – manchmal weiß man schon gar nicht mehr, was man überhaupt noch essen und trinken darf.

Hören Sie in diesem Fall einfach auf Mutter Natur und ihre natürlichen, süßen Ressourcen: Ist Ihnen nach einem erfrischenden Getränk mit Süße, dann greifen Sie zu einer leichten Saftschorle mit mindestens 60 Prozent Mineralwasser. Ob Rhabarber, Apfel, Maracuja, Orange, Kirsche oder Mango – die Natur bedient hier tatsächlich alle Geschmacksvorlieben.

Auch Stevia ist ein interessantes Stichwort: Das in Deutschland seit 2011 zugelassene Süßungsmittel wird aus einer Staudenpflanze gewonnen und scheint auf den ersten Blick nur Vorteile zu haben. Stevia ist so zum Beispiel um ein Vielfaches süßer als Zucker (Steviosid ist in reiner Form sogar 150 bis 300 Mal süßer als Rübenzucker), es ist nahezu kalorienfrei und dabei zahnfreundlich. Das Extrakt der ursprünglich aus Paraguay stammenden Pflanze wird in vielen Ländern wie Japan, Australien und Brasilien bereits als Zuckerersatz verwendet. Von der Indigenen Bevölkerung Brasiliens und Paraguays wird die Stevia rabaudiana sogar schon seit Jahrhunderten für medizinische und süßende Zwecke genutzt.

Der einzige Nachteil? Das Extrakt schmeckt leicht nach Lakritz, andere bezeichnen den Nachgeschmack als metallisch oder bitter. Das ist auch der Grund, warum viele Branchenkenner befürchten, dass es Stevia niemals zum konkreten Zuckerersatz schaffen könnte. Trotzdem wird in diversen Laboren sicherlich schon fieberhaft geforscht, wie man den unerwünschten Nachgeschmack los werden könnte – was wiederum eine Abkehr von Aspartam bestärken dürfte.

Übrigens: Unterdrückt wurde der Verkauf von Stevia in Deutschland bis zum Jahre 2011 durch eine – vom ehemaligen Aspartam-Hersteller Monsanto finanzierte – Studie, deren Ergebnisse sich nachweislich als falsch herausgestellt haben, wie das Zentrum für Gesundheit bereits berichtete.

Impressionen zum Thema Diät-Drinks und ihre Folgen, finden Sie nun hier und in unserer Bildergalerie.

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