Ernährung

Aufgepasst! Wir klären 11 Diät-Mythen auf

am 21.03.2014 um 11:45 Uhr

Kaffee entwässert, Kartoffeln machen dick, wer ausreichend Sport treibt kann auch viel mehr essen und so weiter und so fort. Kleine Diät-Weisheiten, die Sie sicher nicht zum ersten Mal hören. Doch wie viel ist dran an Sprüchen wie „Stress hält schlank“ oder „Ananas ist der ideale Fettverbrenner“? Wir versorgen Sie heute mit den 11 größten Diät-Mythen und verraten Ihnen, auf welche schlauen Tipps Sie in Zukunft getrost pfeifen können. Weitere Hinweise und leicht umzusetzende Tricks finden Sie außerdem in der Bildergalerie.

Haben Sie schon einmal eine Entschlackungskur gemacht? Falls nicht, ist das gar nicht dramatisch. Auch diese ist nämlich Bestandteil eines Diät-Mythos, den wir heute für Sie aufklären, damit man Ihnen so schnell keinen Diät-Bären mehr aufbinden kann.

Der Darm als Ofenrohr? Der Mythos vom Entschlacken

Entgiften Sie Ihren Körper! Es wird mal wieder Zeit für eine Entschlackungskur! Befreien Sie sich von Ihren körperlichen Altlasten! Haben Sie selbst schon einmal über eine Entschlackungskur nachgedacht? Wir verraten Ihnen, warum Sie sich diese Zeit in Zukunft sparen können. Populär wurde die Idee des Entschlackens durch den Arzt Otto Buchinger, der in den 30er Jahren zu der Erkenntnis kam, dass es für den Körper von großer Wichtigkeit wäre, ihn selbst und im Besonderen den Darm von Zeit zu Zeit zu reinigen wie einen Ofen von seinen Schlacken. Allerdings hat der menschliche Darm nicht im entferntesten strukturelle Ähnlichkeit mit einem Ofenrohr.

Ganz im Gegenteil: Der Darm ist nicht nur ständig in Bewegung, sondern wird außerdem durch gezielte Schleimbildung und die letztendliche Ausscheidung sauber gehalten. Festsetzen kann sich dort nichts. Auch wenn wir den Gedanken des Entschlackens allgemeiner und allumfassender sehen würden, ganz im Sinne der Naturheilkunde, kann die Deutsche Gesellschaft für Ernährung im Entschlacken keinen Sinn erkennen: „In einem gesunden menschlichen Körper gibt es keine Ansammlung von Schlacken und Ablagerung von Stoffwechselprodukten. Nicht verwertbare Stoffe werden über den Darm und die Nieren ausgeschieden.“

Ob Schwitzen oder Verbrennen: Der Mythos der Fat-Burner

Ja, wenn es doch so einfach wäre. Ein paar Saunagänge in der Woche und an den restlichen Tagen eine ordentliche Portion Ananas und schon purzeln die Kilos. So lange Sie nebenher nichts anderes mehr essen, mag das ja vielleicht ihr Gewicht reduzieren. Doch erstens ist das nicht gesund und zweitens liegt das dann nicht an der Wunderwirkung der viel zitierten „Fat-Burner“, sondern an mangelnder Ernährung.
Natürlich verlieren Sie nach einem Saunagang ein wenig Gewicht. Dieses ist aber im verloren gegangenen Wasser begründet und nicht in schmelzenden Fettpolstern. Die schmelzen nämlich nur, wenn Sie sich selbst anfeuern. Durch Hitze von Außen passiert da leider nichts.
Umgekehrt wird auch die Ananas von innen nichts für bzw. gegen Ihre Fettpolster tun. Dieser wird ja nachgesagt, dass das in ihr enthaltene Enzym Bromelin Fettpolster auf wundersame Art und Weise verschwinden lässt. Allerdings wird dieses Enzym bereits verdaut, bevor es überhaupt irgendeine Wirkung erzielen kann. Einen wissenschaftlichen Beweis für die Wunderwirkung der Ananas gibt es bisher nicht. Sie sollten sogar aufpassen: Die süße Ananas enthält jede Menge Fruchtzucker, der wiederum den Aufbau von Fettzellen fördert.

Auf die Zubereitung kommt es an: Der Mythos von dick machenden Kartoffeln

Falls Sie unter Kartoffeln eine leckere Portion Pommes mit Ketchup und Mayo verstehen, müssen wir natürlich sagen, dass damit die nächsten zwei Kilo vorprogrammiert sind. Freuen Sie sich allerdings auf einen Teller Pellkartoffeln mit magerem Kräuterquark (keine Sour Cream!), steht Ihrer Kartoffel-Liebe nichts im Wege. Kartoffeln machen nämlich nur dick, wenn Sie auch mit Dickmachern wie Fett, Öl oder deftigen Saucen verspeist werden. Um von einer ganz normalen Kartoffel dick zu werden, müssten Sie schon mindesten 3,5 Kilo der leckeren Knolle zu sich nehmen. Kartoffeln vor allem auch gesünder und nahhafter als Nudeln aus Weißmehl oder Hartweizengries. Sie enthalten mehr Ballaststoffe, mehr Vitamin C, Folsäure und Kalium. Der Energiegehalt von 100 Gramm Kartoffeln entspricht in etwa 70 Kalorien, Nudeln bringen das Doppelte auf den Teller. Also: Ja, zur Kartoffel!

Vegetarier sind die schlankeren Menschen: Der Mythos vom dünnen Vegetarier

Unsere Fleisch-verachtenden Mitmenschen sollen angeblich nicht nur die besseren, nein, auch die schlankeren Menschen sein, heißt es. Wer allein deshalb darüber nachdenkt zum Vegetarismus überzutreten, um endlich sein Übergewicht zu verlieren, den müssen wir zur Vorsicht ermahnen: Vegetarier sein, bedeutet nämlich nicht gleichzeitig auch gesünder zu leben. Schließlich lässt sich auch Gemüse frittieren, mit Käse überbacken oder in fettigen Saucen ertränken. Gleiches gilt übrigens auch für die Veganer. Selbst hier schließen sich Ernährungsvorschrift und fettiges Essen nicht aus. Wer gesund abnehmen will, sollte zudem unbedingt Fleisch zu sich nehmen, da die in ihm enthaltenden Nährstoffe wie Eisen, Zink oder Eiweiß die Fettverbrennung in Gang halten und den Abbau von Muskelmasse verhindern.

Viel hilft viel: Der Mythos von zwei Litern Wasser am Tag

Immer wieder ist davon die Rede, dass es gerade im Zuge einer Diät wichtig wäre, mindestens zwei Liter Wasser am Tag zu trinken, da das nicht nur gesund sei, sondern zudem auch den Appetit zügele. Zwei Forscher der Universität Pennsylvania in Philadelphia haben sich diese Empfehlung einmal genauer angesehen und überprüften sämtliche klinische Studien zu diesem Thema. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass dieser Hinweis lediglich für Sportler, Menschen mit speziellen Krankheiten und Menschen, die dauerhaft in trockener Hitze arbeiten oder sich dort befinden gilt. Für alle anderen Bevölkerungsgruppen, Menschen, die also gesund sind und sich in gemäßigten Klimazonen befinden, konnten die Forscher keine Studie finden, die besagt, dass diese Menschen durch die Zufuhr von zwei Litern Wasser am Tag gesünder und schlanker wären. Ihre Vermutung: Letzten Endes ist dies wohl eine raffinierte Kampagne der Trinkwasser-Unternehmen.
Auch, dass die erhöhte Zufuhr von Wasser einen größeren Anti-Aging-Effekt besitzt, stimmt so nicht ganz: Natürlich ist die Zufuhr von Flüssigkeit wichtig für eine straffe Haut, aber Flüssigkeit nehmen wir zudem auch durch richtige und gesunde Ernährung zu uns. Dies folgt im Gegenzug zu einem gesunderen und strafferen Hautbild. Wasser trinken allein hilft demnach also nicht.

Böse, ganz böse? Der Mythos vom schädlichen Gluten

Glutenfrei – ein Prädikat, an dem wir heutzutage kaum noch vorbeikommen und nicht mindestens einen in unserem Freundes- oder Bekanntenkreis haben, der nicht regelmäßig auf seine Glutenallergie hinweist. Dieses, in allen Weizen-Produkten enthaltende Eiweiß bekam in den letzten Jahren ordentlich Gegenwind und das gute alte Brot musste sich auf den Prüfstand stellen lassen. Aus jeder Ecke der Vorwurf: Weizenmehl ist der Ernährungsteufel. Der neue Ernährungstrend heißt Glutenfrei. Natürlich gibt es Menschen, die eine Weizenallergie haben und bei denen der Verzehr von Weizenprodukten zu großen Schmerzen führen kann, das heißt aber nicht gleichzeitig, dass Weizen oder Gluten an sich schlecht für die gesamte Menschheit sind.
Angespornt wurde dieser Trend durch den Amerikaner William Davis, der in seinem Bestseller „Wheat Belly“ Weizen sogar mit Heroin gleichsetzt und von seiner Erfahrung mit weizenfreier Ernährung berichtet, die zu Gewichts- und Diabetesverlust führte. In einem Artikel der Zeit heißt es dazu, dass das natürlich kein großes Wunder gewesen sei, wenn er komplett auf eine Hauptkalorienquelle, nämlich Weizenprodukte, verzichtet. Die Gewichtsabnahme läge also nicht in der glutenfreien Ernährung begründet, sondern einfach in der verringerten Kalorienzufuhr.

Sie sind gespannt, welche Diät-Mythen wir noch für Sie aufgedeckt haben ? Dann werfen Sie einen Blick in unsere Bildergalerie und erfahren Sie, welche hilfreichen Tipps Sie in Zukunft überlesen oder überhören können.

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