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Diane von Furstenberg: Ein Appell an die Vernunft und die Viefalt

am 08.02.2015 um 13:45 Uhr

In wenigen Tagen beginnt in New York die Mercedes-Benz Fashion Week und wird nicht nur unzählige Zuschauer und Fashionistas in die Modemetropole am Hudson ziehen, sondern auch eine Vielzahl hart arbeitender Models. Darunter viele, die so jung sind, dass man sich nur schwer vorstellen kann, dass sie sich in dieser turbulenten Welt überhaupt zurechtfinden. Dann wiederum welche, die auf Grund von Hautfarbe und Herkunft die Reise zu den kräftezehrenden Castings umsonst angetreten haben, oder von ihren Agenturen erst gar nicht geschickt werden. Genau das ist es, worauf Designerin Diane von Furstenberg nun in einem offenen Brief an ihre Kollegen und alle Verantwortlichen aufmerksam machen möchte. Was hinter diesem Appell steckt, erfahren Sie hier und in der Fotoshow .

Neben dem Kampf um angemessene Gewichtsgrenzen, sind das die zwei größten Probleme in der hart umkämpften Mode-Branche: zu junge Models und ein ungleiches Verhältnis zwischen weißen Models und jenen anderer Hautfarben. Bereits im Jahr 2007 veröffentlichte der Council of Fashion Designers of America seine Gesundheitsinitiative und damit verbundene Richtlinien, wie sich Veranstalter, Designer und Agenturen gegenüber Models zu verhalten haben. Seit 2009 ist Diane von Furstenberg die Präsidentin des CFDA. Sie setzt sich unter anderem für eben diese Punkte ein, fordert und kämpft leider viel zu oft gegen Windmühlen. Denn leider handelt es sich hierbei eben „nur“ um Richtlinien und nicht um Gesetze.

„Tut das Richtige“

Wir glauben fest daran, dass Models unter 16 Jahren nicht auf den Laufsteg gehören, und wir bitten jeden darum, diesem Glauben zu folgen. Denkt daran, wir müssen an die emotionale und physische Gesundheit dieser jungen Frauen denken.“, so Diane von Furstenberg und der CEO des CFDA, Steven Kolb, in einem auf der Homepage des Councils veröffentlichten Statement. Ein Appell, der nicht ungerechtfertigt ist, denn noch immer werden die vor Jahren aufgestellten Richtlinien teilweise ignoriert. Zum Entsetzen weniger, und zum großen Schaden eben dieser jungen Frauen. Schon in den Richtlinien steht geschrieben, dass auch Models unter 18 nicht nach Mitternacht arbeiten dürfen und ihnen zudem Pausen und ausreichend Erholung zustünde.

„Schönheit ist Gesundheit und Gesundheit ist Schönheit“

Und zu eben dieser Gesundheit trägt auch eine gesunde Umgebung bei, eine Umgebung, in der es eben auch möglich sein muss, sich zu erholen – selbst im chaotischen Fashion-Business. Aber das Sprinten der Models von Show zu Show, das Umziehen im Accord und die unzähligen Meilen, die während so einer Fashion Week hingelegt werden müssen, scheinen dafür keine Zeit zu lassen. Ganz zu schweigen von einer regelmäßigen Nahrungsaufnahme, zugespitzt gesagt: Einer einhergehenden Unterstützung von Magersüchten und Essstörungen.

Und auch hier halten die Richtlinien fest: Rauchen im Backstage-Bereich sollte verboten sein, Models müssen mit ausgewogenen Mahlzeiten versorgt und Essstörungen sollten weder geduldet noch unterstützt werden. Hier richtet sich der Appell vor allem an die Modelagenturen, die ihre Schützlinge viel zu selten darauf hinweisen würden, professionelle Hilfe aufzusuchen. Denn eben diese abgemagerten Models sind es, die auf Bildern rund um den Globus gehen und die letztendlich das Schönheitsempfinden unzähliger junger Mädchen negativ beeinflussen.

„Schönheit ist Vielfalt“

Die Augen sind auf eine Industrie gerichtet, die Saison für Saison Fashion-Designern und Häusern dabei zusieht, wie sie ein bis gar kein Model anderer Hautfarbe zeigen. Welche Absicht auch immer dahinter stecken mag, das Ergebnis ist Rassismus.“ – Diese Worte stammen nicht von Diane von Furstenberg, sondern von der Mode-Aktivistin Bethann Hardison, die 1973 zu den ersten schwarzen Models gehörte, die auf einem europäischen Laufsteg zu sehen waren. Seit jeher setzt sie sich deshalb für eine Vielfalt im Fashion-Business ein, die besonders Anfang der 2000er-Jahre erschreckend zurückging. Im September 2013 gründete sie zudem die „Diversity Coalition“ nachdem sie Briefe mit eben jenen Worten an die führenden Organisationen der weltweiten Fashion Weeks schickte.

Seitdem arbeitet auch Diane von Furstenberg und der CFDA eng mit der Aktivistin zusammen und ruft die Industrie regelmäßig dazu auf, diese Vielfalt in Bezug auf Herkunft und Hautfarbe stets zu berücksichtigen und vor allem zu zeigen, so auch in ihrem jüngsten Appell. In den Richtlinien der „Diversity Coalition“ heißt es dazu: „Seit offen für farbige Models. Setzt euch dafür ein diese Vielfalt in eurer Model-Besetzung zu zeigen. Es beeinflusst, wie wir die Dinge im Ganzen sehen und wie wir als Industrie gesehen werden.

Spätestens ab dem 12. Februar 2015 wird sich in New York zeigen, ob der Appel von Diane von Furstenberg Gehör gefunden hat.

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