J’adore Dior! Das Stildiktat des Modehauses Dior

am 27.12.2012 um 18:36 Uhr

Seit dem internationalen Durchbruch mit seinem New Look zählt Christian Dior zu den bekanntesten Designern der Welt. Wie kaum ein anderer prägte der französische Couturier mit seinen Grundsätzen und Innovationen die Modebranche. Und auch lange nach seinem Tod weiß das französische Luxus-Label genau, wie man feminine Fashion-Statements für den roten Teppich kreiert.

Das Label Christian Dior verwöhnt seine luxus-affinen Kunden seit Jahrzehnten mit graziler Damen- und Herrenmode – sogar Babys werden in Pariser Eleganz aus dem Hause Dior gehüllt. Die Accessoires, der Schmuck, die Hüte und ganz besonders die Düfte des Modeunternehmens überzeugen mit Klasse und machen Christian Dior zu einer der größten Luxus-Ikonen unserer Zeit.

Diors Jugend

Christian Dior wurde 1905 in der kleinen Hafenstadt Granville in der Normandie als zweites von fünf Kindern geboren. Sein Vater war ein wohlhabender Großindustrieller. Seine Mutter hat hingegen den exzellenten Geschmack ihres Sohnes geprägt. In jungen Jahren zog Christian Dior mit seiner Familie nach Paris und absolvierte auf Wunsch seiner Eltern dort nach dem Abitur erfolgreich eine Diplomanten-Ausbildung. Statt diese Karriere jedoch voranzutreiben, freundete sich Dior mit illustren Bohemiens an: Die Künstler und späteren Berühmtheiten Jean Cocteau, Henri Sauguet, Christian Bérard und Maurice Sachs zählten zu seinem Freundeskreis. Nachdem der schon in den Kindheitsjahren kunst-affine Dior 1927 den Militärdienst beendete, gelang es ihm seine Eltern von seinem eigenen Lebensentwurf zu überzeugen: Sein Vater finanzierte ihm eine Gemäldegalerie, in der der schnell geschätzte und bekannte Besitzer Christian Dior sogar die Werke von Salvador Dali ausstellte.

Der Weg zum Erfolg

Nach und nach, getrieben von seiner Leidenschaft, erweiterte er seine Tätigkeiten und fertigte eigene Illustrationen und Zeichnungen an. So entstanden 1931, als Auftragsarbeit für die französische Zeitschrift „Le Figaro Illustré“, Modeentwürfe und Skizzen für elegante Hüte. Das Talent des stilvollen Modeschöpfers blieb nicht lange unerkannt: Bereits 1938 begann Dior als Designer für renommierte Modehäuser, wie Le Piquet und 1940 für Lucien Lelong zu arbeiten. Als im selben Jahr die deutschen Truppen in Frankreich einmarschierten, flüchtete der Designer mit seiner Familie für fünf Jahre nach Südfrankreich. Dank der finanziellen Unterstützung seines Freundes und ehemaligen Kollegen Marcel Boussac wurde 1946 das Luxus-Imperium Christian Dior mit einem Grundkapital von 60 Millionen Franc gegründet – sein eigenes Haute Couture-Haus, dessen Flagshipstore Dior sich noch heute in der eleganten Avenue Montaigne in Paris befindet. Der internationale Durchbruch gelang dem Chef-Designer 1947 mit seinem Konzept des „New Look“ – eine Bezeichnung, die auf die damalige Chefredakteurin von Harpers Bazaar zurückgeht. Diors Innovationen waren besonders in den USA unglaublich beliebt: Stil-Ikonen wie Jackie Kennedy, Soraya von Persien, Marlene Dietrich und Evita Person zählten schnell zu seinen begeisterten Kundinnen. Im gleichen Jahr brillierte Dior mit seinem ersten Damenduft „Miss Dior“.

Modestil: Das Frauenideal der feinen Dame

Mit seinem „New Look“ traf Dior den Nerv der Zeit: Nach den zahlreichen Entbehrungen des Zweiten Weltkrieges verwöhnte er Frauen mit der Kollektion „Ligne Corolle“ (Blütenkelch-Linie), welche durch pompöse Üppigkeit auffiel und einen – frei von Gewissensbissen geprägten – verschwenderischen Genuss popularisierte. Ein durch eng-geschnürte Korsetts, figurbetonter Oberkörper, schmale Taillen, sowie weite, schwingende Röcke wurden zu seinem Markenzeichen. Satin und Samt wurden exzessiv zum Zelebrieren der neuen Ära verwendet. Opulente Wagenradhüte und lange Handschuhe komplettierten den luxuriösen Look der wiedergeborenen, feinen Dame. Andere Stimmen interpretierten Diors höchst feminine Eleganz als Rückschritt der emanzipierten Modebewegung. Im Anschluss an den „New Look“ changierte der Modeschöpfer weiter mit Formen und designte die Tulpen-Linie, die A-Linie, die H-Linie und letztlich die Pfeil-Linie. Binnen weniger Monate etablierten sich seine Kollektionen auf Laufstegen, am Körper anspruchsvoller Kundinnen und verschafften ihm besonderen Ruhm – man sprach bei Dior von einem Modediktat.

Nach nur zehn erfolgreichen Jahren im Modegeschäft verstarb Christian Dior 1957 – auf dem Höhepunkt seiner Karriere – in Italien. Bis heute wird dem Designer maßgeblich zugeschrieben, Paris den Status einer weltweiten Modemetropole geschenkt zu haben.

Dior – der Designer der Stars

Nach seinem Tod übernahm Yves Saint Laurent die künstlerische Leitung seines Hauses. Nach Zeiten der Krise wurde 1997 John Galliano als Chefdesigner engagiert, dessen Mode als zu skandalös und nicht tragbar kritisiert wurde. Der vorherige Chefdesigner von Jil Sander Raf Simons übernahm 2012 seinen Posten. Auch heute wissen junge Stars wie Emma Watson, Jessica Biel, Marion Cotillard oder Kristen Stewart die Designs des Mode-Imperiums zu schätzen. Unser Fazit: Dior – ein Label, was eben nie aus der Mode kommt.

Kommentare


Luxus: Mehr Artikel