"Ramadan"-Kollektion

Ramadan-Kollektion: DKNY designt nach islamischen Vorschriften

am 08.07.2014 um 13:11 Uhr

Auch wir gehören zu den Menschen, die wahrscheinlich die falschen Vorstelllungen vom Leben einer muslimischen Frau haben. Ehrlich gesagt, denken wir etwas engstirnig und gehen davon aus, dass eine Muslima meist eine Burka trägt und sich somit fast komplett verschleiert. Dass viele Frauen aus muslimischen Regionen allerdings unter ihrem Kopftuch angesagte Frisuren tragen und modisch absolut auf dem Laufenden sind, ihre Trend-Teile den islamischen Richtlinien anpassen, wird von uns meist nicht wahrgenommen. Das Label DKNY hat sich den islamischen Regeln nun angenommen und eine Kollektion für muslimische Frauen designt, die alles andere als altmodisch und langweilig ist. Wie die „Ramadan“-Kollektion aussieht, erfahren Sie hier und in unserer Bildershow.

Fließende Stoffe, die allerdings so ganz und gar nicht verhüllend wirken und Frauen von ihrer besten, weniger offenherzigen Seite zeigen. So schön kann verdeckt sein.

Ein rentabler Trend

Wir können verstehen, wenn die Regeln des Islams der einen oder anderen Dame hierzulande fremd erscheinen. In islamischen Regionen muss die Kleidung halal sein. Das heißt, dass sie den Regeln des islamischen Glaubens entsprechen muss. Das Ergebnis dieser Vorschriften sind weit geschnittene Kleider, die die Körperkonturen umspielen, die Arme und Beine sowie das Dekolleté bedecken. Hat sich eine Frau für den islamischen Glauben entschieden, kommt sie um die teilweise verhüllende Garderobe nicht herum. Oft bestehen Halal-Kollektionen daher aus langen Stoffen, die für viele westliche Damen eher unmodisch und konservativ wirken.

Der Ramadan ist eine Zeit in der Muslime fasten, sich von schlechten Gewohnheiten fernhalten und feiern, dass der Koran in diesem Monat herab gesandt wurde. Es ist aber auch eine Zeit der Familie und Freunde, der Feierlichkeiten und des Guten. Pünktlich zum Beginn dieser religiösen Feiertage des Ramadan liefert das Label DKNY nun eine Kollektion, die den Ansprüchen des muslimischen Glaubens gerecht wird und dabei so ganz und gar nicht auf Stilbewusstsein verzichtet. Damit folgt das Label dem rentablen Trend spezieller Ramadan-Kollektionen, die der Nahe Osten schon lange für sich entdeckt hat. Denn vor allem während der Feiertage decken sich muslimische Frauen gerne mit neuer Kleidung ein.

Hilfe aus erster Hand

Selbstverständlich verlässt sich Donna Karan nicht einzig und allein auf ihre Vorstellungen des Islams, sondern hat sich professionelle Hilfe an Bord geholt. Yada Golsharifi, Moderedakteurin vom „Styles Magazine“ und die Designerin Tamara Al Gabbani aus Dubai kreierten nämlich nicht nur die Entwürfe für die Capsule-Kollektion, sondern bewerben sie gleichzeitig und stehen als Models vor der Kamera. Die beiden muslimischen Damen haben nicht nur handfestes Hintergrundwissen, sondern wissen mit hoher Wahrscheinlichkeit auch darüber Bescheid, was sich die dem Islam anhängigen Damen wünschen und wie eine Kollektion, die ihre Richtlinien befolgt, auszusehen hat. Ein Schachzug seitens DKNY, der kaum cleverer sein könnte.

Der „halal“ Look

Die zwölfteilige Mini-Kollektion des Hauses DKNY beinhaltet neben langen Kleidern mit Schlitz-Details, Maxi-Röcken, Oversized-Blusen mit langen oder kurzen Ärmeln sowie leichten Mänteln auch lässige Shirts und Pants im Sporty-Chic. Sack-Look, Fehlanzeige! Die fließend weichen Stoffe wirken sehr luxuriös und edel, sie sind sicher nicht nur für Muslimas absolute Trend-Pieces. Die Farbpalette bleibt mit Weiß, Nude, Dunkelblau und Orange zwar eher gedeckt als schrill, ist aber keineswegs trist oder langweilig. Auch farbige Highlights und Allover-Prints entsprechen den islamischen Vorschriften, solange sie die Arme und Beine bedecken, Ausschnitte ausbleiben und Stoffe so geschnitten sind, dass sie die Körperkonturen nicht betonen – alles halal also!

Wir sind schon jetzt Fans der neuen Kollektion und beinahe ein wenig trübselig, dass diese nur im Nahen Osten verkauft wird. Wirklich jedes Teil der „Ramadan“-Serie würde es auch in unseren Kleiderschrank schaffen, Freizügigkeit war eh gestern.

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