Eco Fashion: Nachhaltiger Style für eine bessere Modewelt

am 31.12.2012 um 16:12 Uhr

Öko-Kleidung gilt als bieder, stilvolle Mode ist ausbeuterisch. Marken mit ethischem Bewusstsein und hohem Designanspruch finden sich in der Mode so selten wie die Nadel im Heuhaufen. Die folgenden fünf Modelabels wecken die Hoffnung auf eine Zukunft, in der Nachhaltigkeit und Style vereint ist.

Katharine Hamnett setzt seit den späten 70er Jahren nicht nur neue Stil-Maßstäbe, sie zählt auch zweifellos zu den Erfinderinnen ethisch verantwortungsvoller Mode. Die britische Stil-Pionierin erfand unter anderem die Leggings, die Stretch-Jeans und den Jumpsuit. In den 80er Jahren weckten ihre Protest-Shirts mit dem berühmten Statement-Print in Blockschrift wie CHOOSE LIFE und SAVE THE WORLD erstmals ein politisches Bewusstsein in der Modewelt. Kate Moss, Claudia Schiffer und Nadja Auermann begannen ihre Modelkarrieren in Hamnetts Kampagnen, Terry Richardson, Ellen von Unwerth und Juergen Teller setzten hier den Grundstein ihrer Erfolgsgeschichte als Fotografen.

Eco-Ikone: Die Fashion-Pionierin und Aktivistin Katharine Hamnett

2004 kündigt die Mode-Aktivistin nach einem Besuch auf Mali und der Aufdeckung sklavenähnlicher Zustände in Baumwollfarmen alle Verträge mit Zulieferern und Herstellerin und nennt ihr Label in Katharine E. Hamnett um („E“ steht für „Ethical“). Seitdem übernimmt sie in Eigenregie die ethisch gerechte Produktion ihrer Mode und erfand außerdem Organic Cotton.

Eco-Couture: Noir vereint dänisches High Fashion Design mit sozialer Verantwortung

Eco Fashion kann sexy und stilvoll sein – das hat sich Peter Ingwersen, früher Markenmanager bei Levi’s und Geschäftsführer bei Day Birger et Mikkelsen, zur Mission gemacht. Mit seinem Label NOIR setzt der Däne auf anspruchsvolles Design und Nachhaltigkeit, die bereits bei der Herstellung der Materialien beginnt. Seine eigene Textilmarke, Illuminati II, produziert in Uganda hochwertige Baumwolltextilien nach dem „Code of Conduct“, einem Fairtrade- und Bio-Zertifikat der UN und stellt die Stoffe sogar internationalen Luxusmarken zur Verfügung.

Eco Made in Germany: UMASAN – Avantgarde Fashion nach ethischen Grundsätzen

Endlich mal runterkommen. Der rastlosen Modeindustrie setzen die Zwillingsschwestern Anja und Sandra Umann seit 2009 mit ihrem Label UMASAN ruhige und zeitlose Avantgarde-Styles entgegen, die vegan, fairtrade und organic sind.

Ihre Inspiration holen sich die Berliner Designerinnen aus der traditionellen Yoga-Philosophie, außerdem designte Anja früher bei Yohji Yamamoto. Der fernöstliche Einfluss spiegelt sich in den Unisex-Designs wieder: asymmetrische Schnitte, zarte, fließende Baumwoll- und Proteinstoffe, Prints, die nur bei besonderem Lichteinfall sichtbar werden. Farbexplosionen sucht man vergeblich. UMASAN setzt auf natürliche Töne, insbesondere Schwarz. Jährlich erscheinen zwei Kollektionen, die jahreszeitenunabhängig getragen werden können.

Eco-Schuhe: Melissa – Barbie-Design und Bonbonfarben mit Umweltbewusstsein

Ein Gummischuh kann stilvoll und Plastik-Chic umweltfreundlich sein, beweist Melissa seit 30 Jahren. Das brasilianische Schuhlabel kollaboriert regelmäßig mit Modehäusern wie Vivienne Westwood, Jason Wu und Jean Paul Gaultier. Sogar Stars wie Katy Perry, Anne Hathaway, Cate Blanchett oder Kate Moss zeigten sich schon in den wasserfesten Schuh-Styles aus natürlich veganem, leicht recyclebarem Melflex™, das außerdem formbar sowie hypoallergen ist und die Füße atmen lässt.

Darüber hinaus fertigt Melissa alle Schuhe ethischen Standards entsprechend und bei fairen Arbeitsbedingungen in Brasilien. Das Eco-Schuhlabel achtet auf die Einhaltung des Materialkreislaufs und recycled 99 Prozent des Wassers und der Produktionsabfälle selbst. Überschüsse verarbeitet es in der nächsten Saison weiter.

Neben großzügigen Schuhspenden unterstützt Melissa mit seinen Einnahmen außerdem zahlreiche Non-Profit- und Umweltschutzprogramme, Hilfsbedürftige und junge Künstler.

Eco-Lingerie: Die nachhaltige Unterwäsche-Linie „Stella“ von Stella McCartney

Bekannt für ihre „Cruelty-Free“-Philosophie, launchte Star-Designerin Stella McCartney im Herbst 2012 die nachhaltige Lingerie-Linie „Stella“. Die alltagstaugliche Kollektion beinhaltet fünf verschiedene BH-Variationen, die 25 Prozent leichter sind als andere Modelle, sowie Slips und Strings.

Als Material wählte die bekennende Tierschützerin Organic Cotton in Kombination mit französischer Spitze, Mesh und recyceltem Metall. Die Farbpalette erstreckt sich von Azurblau über Nude und Schwarz bis hin zu einem Python-Print.

Das Beste: Im Gegensatz zur Hauptlinie ist die Serie auch für den kleineren Geldbeutel erschwinglich.

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