Close-up

Oscar-Favorit Eddie Redmayne im desired.de Close-up

am 05.02.2015 um 20:03 Uhr

„Wenn du als englischer Schauspieler nach Amerika kommst, haben sie keine Ahnung davon, wo sie dich einordnen sollen. Sie haben keine Idee, zu welchen Castings sie dich am besten schicken, also schicken sie dich einfach überall hin.“ – Eine mitunter kräfteraubende Erfahrung, die dem britischen Schauspieler Eddie Redmayne jedoch den Academy Award einbringen könnte. Denn in seiner Rolle als Stephen Hawking begeistert er gerade das weltweite Kino-Publikum. Für uns ein Grund, den smarten Engländer hier und in der Fotoshow in unserem desired.de Close-up einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.

Rötliches Haar, Sommersprossen, ein außergewöhnlicher Schmollmund und dieser unwiderstehliche britische Charme. Aber nicht nur mit seinen Äußerlichkeiten – Redmayne modelte immerhin auch schon für Burberry – wickelte uns der Engländer im Handumdrehen um den kleinen Finger, sondern vor allem auch mit seinen Rollen: Ambitioniert, exzentrisch und hochtalentiert spielte er sich als Colin Clark im Film „My week with Marilyn“ oder als Marius Pontmercy in „Les Misérables“ ins Bewusstsein der Zuschauer.

„Das ist das Verrückte an Eton“

Als Sohn geschäftstüchtiger Eltern am 6. Januar 1982 in London geboren – Mutter Patricia leitet ein Umzugsunternehmen und Vater Richard Redmayne ist Geschäftsmann – war Eddie Redmayne die Schauspielerei nicht unbedingt in die Wiege gelegt. Und auch der heute inzwischen gefestigte „Promi-Status“ war ihm somit keinesfalls vorbestimmt. Trotzdem wuchs Eddie Redmayne mit jener vermeintlichen Besonderheit, der geheimnisvollen Aura berühmter Personen, auf: Der Londoner besuchte nämlich nicht nur dasselbe College wie Prinz William, sondern war auch mit ihm in einer Klasse. Im Interview mit GQ sagt er dazu:

„Da bist du also an einer Schule zwischen all den Lords und Earls, und in meinem Fall, mit Prinz William, also gewöhnst du Dich auch daran, mit diesen berühmten Personen umzugehen.“

„Wenn Kim Cattrall sagt Du bist okay, dann bist du okay“

Vielleicht nicht unbedingt die schlechteste Vorbereitung auf das, was in den kommenden Jahren folgte. Schon während des Studiums der Kunstgeschichte am Trinity College in Cambridge feierte Eddie Redmayne sein Bühnendebüt als Viola in Shakespeares „Was ihr wollt“. Nur zwei Jahre später glänzte er hingegen als Billy in Edward Albees „Die Ziege, oder Wer ist Sylvia?“. Eine Rolle, die nicht nur bezeichnend wird für Redmaynes Rollenprofil, sondern auch zum Meilenstein in seiner beginnenden Karriere.

Und das, obwohl seine Eltern von seinen Schauspielambitionen nicht gerade angetan waren. Das änderte sich allerdings im Jahr 2004 als er für eben diese Rolle mit dem Evening Standard Theatre Award in der Kategorie Bester Newcomer ausgezeichnet wurde, und ihm kein Geringere als Schauspielerin Kim Cattrall den Award überreichen sollte, wie er 2011 im Interview mit der britischen Elle verriet:

„Sie waren einfach besorgt, wegen der Schnelllebigkeit in dieser Branche und legten mir nahe, doch lieber Produzent oder Regisseur zu werden. Bis ich diesen Award bekam. Meine Eltern liebten einfach die Serie ‘Sex and the City’, also sagten sie: ‘Wenn Kim Cattrall sagt, du bist okay, dann bist Du auch okay’. Das war wohl ein Moment der Bestätigung, also Danke an Kim.“

Nur ein Jahr später erhielt er für eben diese Rolle auch noch den Critics’ Circle Theatre Award für den besten Newcomer. Es sollten noch ein paar herausragende Theaterrollen folgen, bis Eddie Redmayne schließlich die Kinoleinwände eroberte.

„Ich bin ein Marmite-Schauspieler“

Sie überlegen jetzt sicher, was es mit dieser Schauspielgattung auf sich haben könnte? Aber es ist ganz einfach: Bei Marmite handelt es sich um einen sehr gewöhnungsbedürftigen aber beliebten Brotaufstrich, den man entweder absolut lecker findet oder einfach nur verabscheut, dazwischen gibt es wenig. Eben so wie auch Eddie Redmayne seine Wirkung als Schauspieler auf die Außenwelt umschreibt:

„Entweder liebt man das, was ich tue oder man hasst es. Und ich habe alles getan: Inzest, Muttermord, viele schwule Rollen, Pädophilie….“

Somit hatte Redmayne seinen ersten großen – und für viele Zuschauer verstörenden – Durchbruch an der Seite von Julianne Moore im Film „Wilde Unschuld“. Hier spielt der damals 25-Jährige Moores Filmsohn Antony, der eigentlich schwul ist, jedoch eine inzestuöse Beziehung mit seiner Mutter führt und diese schließlich mit einem Küchenmesser umbringt.
Es folgen Rollen in Filmen wie „Elizabeth: Das goldene Königreich“ an der Seite von Cate Blanchett oder „Powder Blue“ zusammen mit Jessica Biel, Forest Whitaker und Patrick Swayze. Den Fuß endgültig in der Tür zum großen Hollywood hatte Redmayne jedoch nach seinem Auftritt im Film „My week with Marilyn“ an der Seite von Michelle Williams, für den er bei den BAFTAs 2011 für den Rising Star Award nominiert wurde.

Der Durchbruch sollte ihm dann mit seiner Rolle im Musical-Film „Les Misérables“ gelingen, eine gefeierte, mehrmals nominierte und mit Preisen dotierte Hollywood-Produktion mit hochkarätigen Darstellern wie Hugh Jackman und Anne Hathaway.

„Ich bin ein wissenschaftlicher Nichtsnutz“

Hätte man dem Studenten Eddy Redmayne ein paar wenige Jahre zuvor erzählt, dass er dem berühmten Astrophysiker Stephen Hawking, dem er ab und an auf dem Campus ehrfürchtig nachschaute, einmal nicht nur persönlich begegnen, sondern ihn auch spielen würde, wäre Redmayne sicher in schallendes Gelächter ausgebrochen. Aber genau so ist es gekommen: Eddie Redmayne verkörpert im Film „Die Entdeckung der Unendlichkeit“ den an ALS erkrankten Hawking und hat nach seinem „Golden Globe“-Gewinn für eben diese Rolle nun auch mehr als gute Chancen auf einen begehrten Oscar. Eine große Rolle, auf die sich Redmayne gewissenhaft vorbereitete, wie er im Interview mit der Teleschau verriet:

„Ich habe die Wissenschaft aufgegeben, als ich ungefähr 13 war. Ich bin ein wissenschaftlicher Nichtsnutz. Ein gewaltiger Teil meiner Vorbereitung bestand also darin, mich zu bilden. Ich las alle Schriften von Stephen, die mir in die Hände gerieten. Was ich davon verstanden habe, ist eine ganz andere Frage.“

Zu dieser Vorbereitung zählte aber auch der regelmäßige Besuch in einer ALS-Klinik, in der er nicht nur mit den körperlichen Problemen und Einschränkungen dieser Krankheit konfrontiert wurde, sondern auch mit den seelischen. Am wichtigsten war aber natürlich auch ein Treffen mit Hawking selbst, welches Eddie Redmayne folgendermaßen beschreibt:

„Als ich ihn sah, war ich eingeschüchtert. Hinzu kommt, dass er sehr langsam redet, er hat ja nur diesen einen Muskel, um zu kommunizieren. Es gab also diese langen Pausen, zusammen mit dem einzigartigen Sprechrhythmus. Das Problem dabei: Ich hasse Stille, da werde ich nervös. Also verbrachte ich ungefähr eine Dreiviertelstunde damit, ihn mit Informationen über ihn selbst vollzuplappern. Das war wirklich peinlich. Irgendwann beruhigte ich mich dann ein wenig – und er war wirklich wohlwollend.“

Am 22. Februar 2015 wird sich entscheiden, ob Eddie Redmayne für seine beeindruckende Darstellung des Stephen Hawking nach mehreren Auszeichnungen auch den Academy Award sein Eigen nennen darf.

Darum liebt desired.de Eddie Redmayne

Eddie Redmayne verbindet den Charme britischer Schauspieler wie Colin Firth oder Jude Law mit dem „Macher-Charakter“ und der Präsenz amerikanischer Hollywood-Stars. Er hat keine Angst vor starken und manchmal eben auch verstörenden Rollen. Seine schauspielerische Vielfältigkeit bereits unter Beweis gestellt, macht er aber vor allem Lust darauf, seine Karriere im Auge zu behalten. Oder um es mit Emma Watsons Worten zu sagen:

„Er ist wunderbar. Solch ein großartiger Schauspieler und so ein Gentleman – so liebenswert. Ich habe schon ein paar Schauspieler getroffen und er ist einfach anders. In Bezug auf Anstand und Offenheit ist er einfach der Beste.“

In unserer Fotoshow haben wir für Sie ein paar Impressionen von Eddie Redmayne und seiner beeindruckenden Karriere zusammengestellt.

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