Im desired.de-Interview: Die fabelhafte Welt der Elif

am 18.08.2013 um 13:30 Uhr

„Ich glaube daran, dass wenn man sich etwas ganz doll wünscht, dann kommt das auch auf einen zu.“ Für viele Künstler sind Casting-Shows der Untergang, für Elif allerdings nicht. Mit ihrem Casting-Kollegen Niklas belegte sie bei Popstars den zweiten Platz, doch anstatt den Kopf in den Sand zu stecken, nutze sie diese Erfahrung als Ansporn ihre Musik so authentisch klingen zu lassen, wie sie in ihrem Debüt-Album „Unter meiner Haut“ klingt. Deutschsprachige Musik erlebt dank Künstlern wie Tim Bendzko, Clueso und nun auch der jungen Elif eine Renaissance und schafft es die Zuhörer tief zu berühren. Unsere Redakteurin Valentina hat exklusiv mit der charmanten Elif über ihre Musik, das Leben und Panic! at the Disco gesprochen.

Das Erste was an Elif auffällt, ist ihre Herzlichkeit. Zurückhaltung und Arroganz –Fehlanzeige! Nach einem lockeren Gespräch und der Feststellung, dass wir vor fünf Jahren sehr wahrscheinlich auf dem selben Panic! At the Disco Konzert waren, erzählt sie mir selbstbewusst, warmherzig und voller Leidenschaft alles über ihren Weg zur Musik, ihrem Leben und ihre Musik selbst. Ungeschmückt und erfrischend ehrlich.

Wie kamst du zur Musik und zum Entschluss, auf Deutsch zu singen?

„Es hat ganz früh, als ich 6 Jahre alt war, angefangen. Da habe ich vorm Fernseher gestanden und habe Britney Spears gesehen und versucht das nach zu tanzen und zu singen. Danach war ich in der Schule in so ziemlich jeder AG, die es gab: Die Chor-AG, Tanz-AG, sogar die „Mädchen-Mut-Mach-AG“ – ich wollte alles machen. Mir wurde schnell klar, dass die Chor-AG mir am meisten Spaß machte und es das war, was ich machen wollte. Irgendwann habe ich mich auch für deutsche Musik interessiert – ich habe für mich verstanden, dass etwas mich emotionalisiert, wenn es auf meiner Sprache ist. Zu dieser Zeit kam Juli und Söhne Mannheims. Mit 12 habe ich Gitarre spielen gelernt und wollte mit dem Singen sofort anfangen zu schreiben. Ich merkte, dass ich singen kann, ich aber nicht so singen wollte, wie Juli oder andere. Mit 13 kamen die ersten richtigen Songs.“

Nachdem du mit Niklas den zweiten Platz bei Popstars belegt hast, hattest du bereits kurz darauf deinen ersten Plattenvertrag – wie kam es dazu?

„Wir hatten damals bei Popstar im Halbfinale einen Song mit Cassandra Steen gesungen. Ihre Produktmanagerin hatte den Auftrag mich ein wenig unter die Lupe zu nehmen, gerade weil manche Menschen im Fernsehen etwas anders wirken als privat. Sie hat dann gemerkt, dass ich für meine Musik lebe, Gitarre spielen möchte und auf Deutsch singen möchte. Ihre Plattenfirma fand das wohl interessant und wollte mich haben. Sie haben mir damals Leute vorgestellt, mit denen ich bis heute arbeite, weil wir uns so gut verstehen. Ich habe das große Glück mein eigenes Ding machen zu dürfen“.

Dein Album „Unter meiner Haut“ ist sehr autobiografisch. Hast du nicht Angst etwas zu viel Preis zu geben?

„Ich habe mir in Deutschland schon immer eine Künstlerin gewünscht, die so ehrliche Songs schreibt, wie ich sie schreibe. Ich denke Caspar hat das auch gemacht und das fand ich unglaublich gut und das hat mich dazu inspiriert, das erst recht durchzuziehen. Das war das erste Mal, dass ich das Gefühl hatte, einen Künstler zu erleben, der so viel Preis gibt. Denn ich habe, Entschuldigung, die Nase voll davon, dass man Songs erfindet. Ich liebe es, Elemente aus dem Leben zu nehmen und die Leute spüren zu lassen, dass ich das erlebt habe.“

Welche sind deine musikalischen Vorbilder?

„Casper hat mich sehr inspiriert aus dem Grund, weil er so ehrlich mit sich war. Nagut, ich habe keine Ahnung, ob er tatsächlich ehrlich mit sich war, aber er hat mir jedenfalls das Gefühl gegeben. Clueso, 30 Seconds To Mars und auch Ellie Goulding – ich mag es, wie sie akustische Elemente mit elektronischen Einflüssen verbindet. Und natürlich Panic! At the Disco.(lacht) Die erste Platte hat mich bis heute geprägt und wenn ich sie heute noch höre, finde ich immer wieder neue Elemente, die ich vorher nicht raus gehört habe. Ich hatte damals mit 14 Jahren eine richtige „Panic! At the-Disco“-Phase, das war mein erstes großes Konzert, wir konnten alles mitsingen und haben uns so angezogen, wie sie – es war eine verrückte Zeit.“

Apropos Kleidung – wie würdest du deinen Stil beschreiben und welche Brands sagen dir am meisten zu?

„Ich mag es klassisch aber nicht damenhaft. Ich liebe gerade Linien und mag Muster eher weniger, aber vielleicht ändert sich das auch in Zukunft. Ich mag hochwertige Lederschuhe, vor allem Boots. Große Hüte trage ich zwar selten, aber ich liebe Sie. Es gibt eine Designerin, Esther Perbandt, die entwirft den perfekten Stil für mich – alles ist schwarz oder weiß, keine Muster. Lala Berlin mag ich sehr, aber auch &Other Stories, COS und All Saints.“

Neben der Musik, welche Leidenschaften hast du?

„Ich interessiere mich für Möbel.(lacht) Wenn ich nicht Musik machen würde, würde ich Inneneinrichtung machen. Ich überlege, ob ich das noch lernen soll nebenbei, denn ich habe ja mein Hobby zum Beruf gemacht, da brauche ich ja ein neues Hobby. Das wäre ein guter Ausgleich.“

Wir bedanken uns bei Elif für das nette Interview. Ihr Debüt-Album „Unter meiner Haut“ ist ab dem 30. August erhältlich. Bis dahin können Sie sich in unserer Bildergalerie noch einmal einen visuellen Eindruck von der zauberhaften Elif verschaffen.

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