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New York: Emma Watson hält bewegende Rede vor Vereinten Nationen

am 24.09.2014 um 13:49 Uhr

Die Stimme der sonst so souveränen Schauspielerin zitterte etwas, als sie ihre ergreifende Rede vor den Vereinten Nationen in New York hielt. Im Nachhinein erhielt sie tosenden Beifall und Standing Ovations – und das zu Recht. Seit Anfang des Jahres ist Watson nun schon Sonderbotschafterin der UN für Gleichberechtigung und wie man aufgrund der emotional aufgeladenen Rede schnell gemerkt hatte, ist dies eine regelrechte Herzensangelegenheit für die junge Schauspielerin. Erfahren Sie hier und in unserer Bildergalerie alles zur neuen Gleichberechtigungs-Kampagne „HeforShe“!

Wer mit Emma Watson immer noch das kleine Harry-Potter-Mädchen assoziiert, das in dem Hollywood-Übererfolg Harry Potter die weibliche Hauptrolle Hermine Granger spielte und für ihren Unschuldsblick irgendwo zwischen Strebertum und Besserwisser-Attitude berühmt wurde, hat weit gefehlt. Das kleine Mädchen hat Watson nämlich schon lange hinter sich gelassen, mittlerweile ist die gebürtige Britin eine gestandene Hochschul-Absolventin, etablierte Schauspielerin und seit jüngstem auch Sonderbotschafterin der Vereinten Nationen. Wir von desired.de finden, dass Frau Watson so langsam aber sicher ein echtes Vorbild-Potential entwickelt und vor allem in den heutigen Zeiten von Sex-Sells und Oberflächlichkeit genau die richtigen Signale aussendet.

Emma Watson stellt ihre Kampagne „HeforShe“ vor

Während ihrer Rede im Hauptsitz der Vereinten Nationen in New York, stellte Watson das neue und großartige Projekt „HeForShe“ vor. Das noch immer währende Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern soll mit dieser Kampagne, die ganz im Zeichen von Toleranz, Verständnis und Mitgefühl steht, angegangen werden. „Je mehr ich über den Feminismus spreche, desto mehr merke ich, dass der Kampf für Frauenrechte zu einem Synonym für Männer-Hass geworden ist”, erklärte Watson die Intention hinter „HeForShe”. Außerdem habe sie die unangenehme Erfahrung gemacht, dass Feminismus als aggressiv und unattraktiv gelte. Ihre Schlussfolgerung: „Das muss aufhören!” Doch nicht nur die Gleichberechtigung von Frauen im Beruf und Alltag beschäftigte die 24-jährige Schauspielerin, sondern auch die Tatsache, dass Männer selbst Opfer von Klischees werden würden: „Ich möchte, dass Männer diesen Mantel abnehmen. So dass ihre Töchter, Schwestern und Mütter frei von Vorurteilen sein können, aber so dass auch ihre Söhne die Erlaubnis haben, ebenfalls verletzlich und menschlich zu sein – diese Teile von sich zurückerobern können, die sie stillgelegt haben, um damit eine ehrlichere und komplettere Version ihrer selbst zu werden.“

Dementsprechend richtete Watson ihre Rede auch direkt an den männlichen Teil der Bevölkerung und forderte, dass auch dieser aktiv werde: „Wie können wir die Welt verändern, wenn nur die Hälfte der Bevölkerung mitredet? Männer, ich möchte euch hiermit einladen, euch am Gespräch zu beteiligen. Gleichberechtigung ist auch eure Angelegenheit!”

Einer der ersten Unterzeichner des Kampagnen-Aufrufs „HeforShe“ war übrigens der UN-Generalsekretär Ban Ki-moon, der sich selbst als großer Vertreter von Gleichberechtigung sieht. Ban Ki-moon hat in den letzten sieben Jahren mehr Frauen in höhere Stellen befördert, als dies in den letzten 60 Jahren bei der UN der Fall war.

Reaktion am Tag danach: Hass und Drohungen

Neben zahlreichem Zuspruch auf allen Social-Media-Kanälen sowie prompter, prominenter Unterstützung, gab es jedoch auch unangenehme Reaktionen. Hasserfüllte Internet-Posts und Drohungen warfen ein trauriges Licht auf die mutige UN-Ansprache Watsons. So drohte zum Beispiel ein Hacker mit einem Countdown, Nacktbilder von Watson zu veröffentlichen, auf Twitter machte der Hashtag #RIPEmmaWatson die Runde, außerdem kursierten Bilder von gefälschten Berichten über ihren angeblichen, plötzlichen Tod. Es ist traurig zu erfahren, dass im Jahr 2014 Gleichberechtigung immer noch ein entferntes Ziel ist und auch noch richtige Gleichberechtigungshasser unter uns sind.

Lesen Sie nochmals alle Fakten rundum „HeForShe“ in unserer Bildergalerie.

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