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Jetzt mal Klartext: Wie entscheidet man sich richtig?

am 28.07.2015 um 16:04 Uhr

Das Leben steckt voller Entscheidungen. Die meisten von ihnen nehmen wir sogar nicht mal als Entscheidung war. Haben Sie Ihren Wecker heute Morgen beim Klingeln in den Schlummermodus geschalten? Hatten Sie ein deftiges oder ein süßes Frühstück? Das waren schon die erste Entscheidung des Tages. Aber nicht nur diese alltäglichen Optionen begleiten uns, sondern auch der Fakt, dass sich die Welt in ein Labyrinth voller Möglichkeiten entwickelt hat. Das ist nicht leicht. Wie verraten Ihnen hier und in unserer Fotoshow überraschende Fakten über Entscheidungen und warum sie uns mal leichter und mal schwerer fallen.

Wer eine falsche Entscheidung trifft, hat einen Fehler gemacht. Wer länger nachdenkt, trifft die besseren Entscheidungen. Kompletter Humbug. Wahrscheinlich haben auch Sie ein komplett falsches Bild davon, wie Sie am besten Entscheidungen treffen und welche Faktoren Ihre tagtäglichen oder gar minütlichen Entscheidungen beeinflussen. Fakt ist: Ihrem Bauchgefühl sollten Sie vertrauen. Unzählige Studien haben bereits bewiesen, dass spontane Entscheidungen nicht nur weitaus schneller als Kopfentscheidungen sind, sondern meist auch abgeklärter.

Die Sache mit der Entscheidungsfindung

Eine Entscheidung ist nicht nur schlichtweg eine Abwägung von Möglichkeiten, sondern setzt grundsätzlich auch voraus, dass man sich seiner Sache sicher ist. Hat man sich einmal entschieden, möchte man auch, dass die gesetzten Ziele und Vorstellungen erfüllt werden. Wer sich nur schwer entscheiden kann, mit seinem Handeln hadert und sich von der Masse treiben lässt, verliert schnell den Respekt der anderen. Im Gegensatz dazu, sind zu verbissene Charaktere, die beinahe schon kontrollierend an ihren Plänen festhalten, im alltäglichen Leben zu verkrampft.

Der kranke Menschenverstand

Wie oft haben Sie sich schon für eine von zwei Sachen entschieden und im Nachhinein eben dem Verlust – also der abgewägten Sache – hinterher getrauert? Eben dieser Fakt, dass der menschliche Verstand von enormen Verlustängsten geprägt ist, führt dazu, dass wir viel zu häufig Entscheidungen treffen, die uns eine Belohnung versprechen, wenn auch nur eine kurzfristige. Ganz schön dämlich eigentlich. Man könnte sich stattdessen auch einfach über das freuen, was man hat. Aber nein, so ist der Mensch eben. Diese Verlustängste können uns langfristig einen ziemlich dicken Strich durch die Rechnung ziehen.

Langfristige Entscheidungen bringen in vielen Fällen nicht sofort Erfolg. Nehmen wir als Beispiel dafür doch die Berufswahl. Die einen studieren jahrelang, um am Ende Erfolg in ihrem Traumjob zu verbuchen. Die anderen wollen den schnellen Erfolg und direkt nach dem Schulabschluss Geld verdienen. Meist ein kurzfristig positives Ergebnis.

Wichtig ist also, bei einer Entscheidung Kompromisse abzuwägen und sich sicher zu sein, in wie weit diese Kompromisse Sie an Ihrem eigentlichen Ziel hindern. Ein Kompromiss ist grundsätzlich nichts Schlimmes, solange er die Ausnahme bleibt und uns nicht immer wieder über Umwege komplett von der eigentlichen Route abbringt.

Die Macht der Gewohnheit

Der Mensch liebt die Gewohnheit. Auch das ist eigentlich ziemlich kontraproduktiv, wenn wir doch alle von einem glücklichen Leben träumen. Wieso behält man also den Job, der einen schon seit Ewigkeiten anödet und wieso kommt man immer wieder nach Hause, um sich mit seinem langjährigen Partner zu streiten, immer und immer wieder? Einfach, weil wir es gewohnt sind und dieser tägliche, wenn auch unschöne Weg, wahnsinnig bequem ist.

Wir wollen Ihnen selbstverständlich nicht ans Herz legen, sich von Ihrem Partner zu trennen oder Ihren Job aufzugeben. Aber manchmal lohnt es sich doch, erneut abzuwägen – Bewährtes gegen Neues zu tauschen. Ein schwerer Kompromiss, der es in einigen Fällen allerdings Wert ist, gewisse Dinge zu verabschieden.

Fünf erstaunliche Fakten über die Entscheidungsfindung

Dunkelheit macht rational

Wissenschaftler der Northwestern Universität haben herausgefunden, dass Licht die Emotionen intensiviert und das sowohl positiv als auch negativ. Geht es also darum, eine sachliche Entscheidung im Büro zu treffen, ist gedämmtes Licht weitaus angebrachter als ein greller Strahler. Der könnte Ihnen wiederum allerdings bei einer emotionalen Entscheidung im Privatleben helfen.

Alternativen erleichtern die Entscheidung

Ein US-amerikanischer Professor fand mit einem überraschenden Test heraus, dass es sich zwischen zwei Möglichkeiten weitaus besser entscheiden lässt, wenn es noch eine weitere Vergleichsalternative gibt. Der Test: Zur Auswahl standen ein weit entferntes Fünf-Sterne-Restaurant und ein nahe gelegenes Drei-Sterne-Restaurant. Die Entscheidung fiel den Testern schwer. Dann wurde jedoch eine dritte, eigentlich komplett überflüssige Möglichkeit in den Raum geworfen: Ein Vier-Sterne-Restaurant, welches besonders weit entfernt liegt. Auf einmal entschieden sich die Testpersonen blitzschnell für das Fünf-Sterne-Restaurant, eigentlich absurd. Die letzte Möglichkeit stellte allerdings einen wunderbaren Vergleichspunkt dar, der die Entscheidung viel einfacher machte.

Viel Schlaf macht klug

Es ist wohl nicht sonderlich überraschend, dass man ausgeschlafen einfach konzentrierter und kreativer bei der Sache ist. Aber auch die Entscheidungen fallen bei ausgeschlafenen Personen deutlich klüger aus. Man geht weniger Risiken ein und kann sich weitaus schneller entscheiden.

Aufstehen beim Entscheiden

Das klingt weit hergeholt, soll laut einer Studie eines Münchner Psychologen allerdings wahr sein. Er untersuchte Testpersonen in unterschiedlich eingerichteten Büros. Das Ergebnis: Die Leute, die während ihrer Arbeit öfter standen und im Stehen Möglichkeiten abwägten, entschieden sich nicht nur besser, sondern waren bei ihrer Lösungsfindung auch deutlich kreativer.

Von Miesepetern und Grinsebacken

Während gut gelaunte und sehr positiv gestimmte Menschen schneller Optionen akzeptieren und sich somit für eine Möglichkeit entscheiden können, fallen Festlegungen bei schlecht gelaunten Menschen weitaus abgeklärter und souveräner aus. Ebenfalls können sie ihre Entscheidungen und Bewertungen verständlicher erklären, wie es aus einer Studie des australischen Psychologen Joe Forgas hervorging.

Lesen Sie in unserer Fotoshow weitere Fakten zu Entscheidungen und wie Sie sich leichter entscheiden können.

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