Schmuck

Eine revolutionäre Erfindung: Die Geschichte der ersten Armbanduhr

am 23.03.2015 um 11:00 Uhr

In der Vergangenheit gab es immer wieder kluge Köpfe, die mit ihren Erfindungen eine ganze Ära geprägt haben und bis heute unser tägliches Leben beeinflussen. Zu diesen zählt zweifellos das Privileg, die Zeit messen zu können und die Möglichkeit zu haben, diese wann immer man möchte abrufen zu können. Was heute wie eine Selbstverständlichkeit klingt, das war vor rund 200 Jahren noch nicht der Fall und die allererste Armbanduhr im Jahr 1812 glich einer Sensation. Wie es dazu kam, welch prominente Persönlichkeit dieses bis dato unkonventionelle und völlige neue Stück in Auftrag gab und wie diese letztendlich aussah, das verraten wir Ihnen hier und in der Fotoshow .

Bevor es allerdings zu der uns heute bekannten Armbanduhr kam, gab es bereits seit dem 15. Jahrhundert die ersten tragbaren Uhren, die einer technischen Entwicklung zugrunde lagen und das Werk im Zuge dessen erstmals so klein gestaltet werden konnte, dass die gesamte Uhr in die Hosen- oder Jackentasche passte…

Die Taschenuhr: Praktisch und portabel

Bis zu der Erfindung der Taschenuhr wurde die Zeit mit Hilfe von Gewichten gemessen und die Uhr war aufgrund ihrer Größe an einen bestimmten Ort, beispielsweise die eigenen vier Wände oder an zentrale Gebäude, gebunden. Die Wand- oder Standuhren waren mit einem taktgebenden Pendel versehen, der diese antrieb. An portable, handliche Uhren war noch nicht zu denken.

Dies änderte sich erst durch die Erfindung des Federantriebs im Jahr 1504. Dort gelang es Peter Henlein das unpraktische Pendel zu ersetzen und die erste Taschenuhr war geboren. Diese kommt in der typisch kreisrunden Erscheinung daher, ist weiterhin mechanisch und muss von ihrem Besitzer regelmäßig aufgezogen werden, denn die Automatikuhr wurde erst sehr viel später, im Jahr 1923, erfunden. Üblicherweise wurde der praktische Begleiter in einem zusätzlichen Staubbeutel in der Tasche der Kleidung versteckt getragen und nur bei Bedarf herausgeholt. Um diese nicht zu verlieren, war sie zusätzlich an einem Kettchen befestigt und durch einen Clip mit der Kleidung verbunden. Doch warum dieses Versteckspiel?

Die erste Armbanduhr: Schmuckstück und Funktionalität vereint

Der Schweizer Uhrmacher Abraham Louis Breguet erfand im Jahr 1812, ganz ungewollt, eines der schönsten Schmuckstücke und Statussymbole der Welt. Ungewollt, weil er sich bis dahin wohl nicht ausmalen konnte, wie beliebt die Armbanduhr einmal sein würde und die Idee zu diesem Stück von einer anderen Person stammte.

Denn zwei Jahre zuvor gibt Caroline Murat, Königin von Neapel und Schwester von Napoleon Bonaparte, das gute Stück bei dem zu dieser Zeit laut historischen Überlieferungen  bekanntesten Uhrmacher in Auftrag. Die Vorstellung von Murat lautet wie folgt: Es sollte eine „längliche, für ein Armband geeignete Repetieruhr“ sein. Der Auftrag wird unter der Nr. 2639 vermerkt und umfasst insgesamt 34 unterschiedliche Fertigungsvorgänge, die von 17 Personen durchgeführt wurden.

Ein Jahr nach Eingang des Auftrages geht Breguet davon aus, dass das Meisterstück fertig ist und möchte es der Königin für 4800 Francs aushändigen lassen. Jedoch ist diese mit dem Werk nicht ganz zufrieden und fordert statt dem guillochierten Zifferblatt aus Gold lieber eines in Silber. Am 21. Dezember 1812 ist es dann endlich soweit und die erste Armbanduhr wird an die Königin von Neapel übergeben. Die für diese Zeit außergewöhnliche flache, ovale Repetieruhr besteht aus einem Blatt mit arabischem Ziffern aus Silber, einem Thermometer, einem Armband aus mit Goldfäden verflochtenem Haar und einem Aufzugsschlüssel aus Gold und wird in einem Etui aus roten Saffianleder aufbewahrt.

Das Originalstück ist bis heute nicht wieder gesehen worden und gilt unter Sammlern und Experten als nahezu unbekanntes Objekt.

Die Neuauflage: Ein Stück der Vergangenheit wird in die Gegenwart übersetzt

Als Hommage an den historischen Zeitmesser aus dem Jahr 1812 legt die Uhrenmarke Breguet den Klassiker rund 200 Jahre später neu auf und widmet ihm seit dem Jahr 2002 die exklusive Kollektion „Reine de Naples“.

Neben Ohrringen, einem Ring, einer Tiara und einer Halskette ist die moderne Rekonstruktion der ersten Armbanduhr zweifelsfrei das Highlight der Kollektion. Bei der heutigen Interpretation ließ sich das Label von den Beschreibungen des Originalstücks inspirieren und griff auf Archive zurück. Rund 30 verschiedene Berufszweige werden benötigt, um diese aufwendige Handwerkskunst zu verwirklichen. Wie in Breguets erster Armbanduhr wurde auf die Verzierung großen Wert gelegt und die unterschiedlichen Dekors sind zu einem Markenzeichen des Labels geworden.

Die Reliefgravurtechnik, die Guillochierung, besitzt einen hohen Stellenwert unter Meisteruhrmachern und wird bei Breguet für die Akzentuierung der Gehäuse und Zifferblätter verwendet. Wie damals, ist das Gehäuse oval und besitzt ein dezentrales Zifferblatt bei 6 Uhr, das mit 233 Brillanten und 303 blauen Saphiren besetzt ist. Weiterhin besticht es durch einen Boden aus 28 Brillanten und 27 Saphiren und besteht aus 18-karätigem Weißgold. Das diamantbesetzte Herz, eine gravierte Rose, ist aus Gold und das exquisite Armband ist aus Alligatorleder. Das Werk mit Automatikaufzug ist handgraviert und mechanisch. Der stolze Preis für dieses außergewöhnliche Stück? Rund 184700 Euro.

Nach dieser Beschreibung möchten Sie wissen, wie das gute Stück nun aussieht? Dann klicken Sie sich durch die Fotoshow und entdecken Sie dieses und weitere Armbanduhrenmodelle .

Kommentare


Luxus: Mehr Artikel