Erste Bilder: Kate und William zeigen ihr Royal Baby

am 24.07.2013 um 11:13 Uhr

Als die Türen des berühmten “Lindo”-Flügels sich am Dienstagabend öffneten und Prinz William gemeinsam mit seiner Frau Kate das neugeborene Baby erstmals der Öffentlichkeit präsentierten, muss selbst dem härtesten Anti-Royalisten das Herz weich geworden sein. Die kleine Familie zeigte keinerlei Berührungsängste und trat offen auf Fans und Fotografen zu. Zuerst hielt Kate das umwickelte Baby in den Armen, dann William, der mit dem Kind zu der wartenden Menschenmenge auf der gegenüberliegenden Straßenseite ging.

Vor der Klinik warteten etliche Fans und Journalisten auf den ersten öffentlichen Auftritt der jungen Familie. “William, William!”, riefen einige von ihnen dem Prinzen zu. Sowohl er wie auch Kate machten einen sichtlich entspannten Eindruck. Offenbar haben sie die ganze Aufregung um die Geburt und dem öffentlichen Interesse daran sehr gut weggesteckt. “Er hat ganz schöne Lungen”, scherzte William. Groß sei er, und schwer. “Wir arbeiten noch an einem Namen, aber wir werden sobald wie möglich einen haben.” Kates Bauch war in einem hellblauen Kleid mit Punkten noch gut zu erkennen. “Es ist sehr emotional, das ist so eine besondere Zeit”, sagte sie.

“Zum Glück hat er ihr Aussehen”

Der frischgebackene Vater scherzte auch darüber, dass der Kleine eine Weile auf sich hatte warten lassen. “Ich werde ihn an seine Verspätung erinnern, wenn er ein bisschen älter ist.” Weiter witzelte er mit Blick auf Kate: “Zum Glück hat er ihr Aussehen”, woraufhin sie entgegnete: “Nein, nein, da bin ich mir nicht sicher.” Anschließend verglich William seine eigene schwindende Haarpracht mit der seines Sohnes: “Er hat mehr als ich, zum Glück.”

Prinz Charles in der Klinik

Kurz bevor William und Kate mit dem Baby aus der Klinik kamen, hatte Williams Vater Prinz Charles seinem ersten Enkelsohn einen Besuch abgestattet. Das Baby sei “hinreißend”, sagte er vor Reportern. Sie würden ihn “in einer Minute” zu sehen bekommen. Camilla hat schon Enkel von ihren Kindern aus erster Ehe. Für die 87 Jahre alte britische Königin Elizabeth II ist es das dritte Urenkelkind. Das vierte ist schon auf dem Weg: Enkelin Zara Philips ist schwanger und erwartet ihr Baby im Januar.

Middletons statteten Besuch ab

Auch Kates Eltern hatten im Krankenhaus vorbeigeschaut. Carole und Michael Middleton kamen am Nachmittag mit einem Taxi vor der Londoner Klinik an. Die Middletons, die zum ersten Mal Großeltern wurden, lächelten kurz in die Menschenmenge, bevor sie hineingingen. Beim Verlassen der Klinik sagte Kates Mutter der BBC, ihr Enkelsohn sei “wunderschön”. Sie lehnte es aber ab, etwas über mögliche Namen für den Prinzen zu sagen.

Schon am frühen Nachmittag hatte der Palast mitgeteilt, dass Kate die Klinik nicht vor 19 Uhr Ortszeit verlassen werde. Eventuell müsse die 31-Jährige auch bis Mittwoch warten. William und ihr Sohn fahren nach Palastangaben zunächst in ihre Wohnung im Kensington Palast. Weil das Paar so viel Privatheit wie möglich anstrebt, wird auch spekuliert, dass es sich unweit von London bei Kates Eltern im Dörfchen Bucklebury in der Grafschaft Berkshire aufhalten wird und dort die ersten Wochen mit seinem Kind verbringt. William hat zwei Wochen Vaterschaftszeit beantragt.

“Wissen, dass es eine sehr stressige Zeit war”

In einer Mitteilung hatten William und Kate dem Personal des St. Mary’s Krankenhauses gedankt. “Wir möchten uns bei den Mitarbeitern des Lindo Wings und dem ganzen Krankenhaus für die wunderbare Versorgung, die wir drei erfahren haben, bedanken. Wir wissen, dass dies eine sehr stressige Zeit für das Krankenhaus war und wir wollen uns bei allen – den Mitarbeitern, Patienten und Besuchern – für ihr Verständnis bedanken.”

“Mutter, Sohn und Vater geht es heute Morgen gut”

Der neue britische Thronfolger und seine Eltern sind bei guter Gesundheit. “Mutter, Sohn und Vater geht es heute Morgen gut”, ließen William und Kate am Dienstagmorgen in ihrer ersten eigenen offiziellen Erklärung nach der Geburt verlauten. Der neue Sprössling der Königsfamilie, der den dritten Platz in der britischen Thronfolge einnimmt, war am Montagnachmittag in der Klinik zur Welt gekommen, nachdem das Land dem Ereignis tagelang entgegengefiebert hatte. Prinz William hatte seiner Frau bei der Entbindung zur Seite gestanden und verbrachte die erste Nacht mit seiner kleinen Familie im Krankenhaus. Wie der Junge heißen soll, wurde bislang nicht bekannt.

Mit Salutschüssen begrüßt

Der Tradition gemäß wurden zur Begrüßung des Neugeborenen am Dienstagnachmittag 41 Salutschüsse im Green Park in der Nähe des Buckingham Palastes abgefeuert. Am Tower of London knallte es gleich 62 Mal und an der Westminster Abbey läuteten die Glocken.

Gauck gratuliert

Derweil hat auch Bundespräsident Joachim Gauck der britischen Königin Elizabeth II sowie den frischgebackenen Eltern zur Geburt des kleinen Prinzen gratuliert. “Die Geburt des Thronfolgers ist sicherlich für Sie, Ihre Familie und das ganze Land ein großes und glückliches Ereignis. Möge ihm Glück und Gesundheit für alle Zeiten beschieden sein”, hieß es in einem Schreiben an die Queen.

Für den Adels-Experten Rolf Seelmann-Eggebert (76) könnte der royale Nachwuchs das Land als König ins 22. Jahrhundert führen. “Die Sehnsucht der Menschen nach einer Kontinuität irgendwo ist groß”, sagte er. Denn bei der steigenden Lebenserwartung von Frauen und Männern sei es “keineswegs ausgeschlossen, dass er mit 87 Jahren König von Großbritannien im Jahr 2100 wird.”.

“Wie nach dem Tode von Königin Victoria”

“Die Thronfolge ist jetzt absolut in der geraden Linie gesichert für den Rest des Jahrhunderts, denn es stehen jetzt nach der Königin drei künftige Könige bereit”, so Seelmann-Eggeberts Einschätzung. “Das ist eine ganz ähnliche Situation wie nach dem Tode von Königin Victoria Anfang des 20. Jahrhunderts. Da waren auch erst vier Könige dran, bevor es mit Elizabeth eine weibliche Königin gab.”

Taufe in den kommenden Wochen

Wie es heißt, wird der junge Thronfolger vermutlich in den kommenden Wochen getauft, allerdings bei einer privaten Feier im engsten Familienkreis. Wie bereits sein Großvater Charles könnte der Prinz von Cambridge im Musikzimmer des Buckingham Palastes getauft werden. Experten gehen davon aus, dass der Erzbischof von Canterbury, Justin Welby, die Zeremonie leitet. Mit einer großen öffentlichen Feier wird nicht gerechnet. Traditionell wird ein Tauffoto mit der Familie veröffentlicht. Das Taufkleid ist die Nachbildung einer Mini-Robe, die Queen Victoria 1841 anfertigen ließ.

So normal wie möglich aufwachsen

Zwar soll die Kindheit des Prinzen dem Wunsch von William und Kate zufolge so normal wie möglich werden, doch das wird nur zum Teil zu schaffen sein. Wie in privilegierten Kreisen in Großbritannien üblich, wird er wohl ähnlich wie sein Vater und seine Mutter eine Ausbildung in Privatschulen bekommen. William etwa ging auf die Elite-Schule Eton, Kate auf das teure Marlborough College. Die Briten wünschen sich laut einer Umfrage allerdings, dass der Junge später einen normalen Beruf erlernt. Möglich ist auch eine Ausbildung oder zumindest ein Abstecher zum Militär, den die meisten männlichen Windsors im Lebenslauf haben. Ob der Kleine wie William bei wichtigen Ereignissen wie etwa seinem ersten Schultag von den Medien begleitet oder stattdessen abgeschirmt werden wird, ist offen.

Beobachter gehen davon aus, dass William und Kate kein Vollzeit-Kindermädchen anstellen werden. Wenn sie ihren offiziellen Verpflichtungen nachgehen, könnte sich ein Teilzeit-Kindermädchen um den Kleinen kümmern. Es wird jedoch auch erwartet, dass Kates Mutter Carole Middleton mithilft.

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