Line Up: Eine Linie, unzählige Möglichkeiten

am 23.01.2013 um 18:19 Uhr

Ob graphisch, verlängert, undone, soft, mit Metallic-Effekt oder in leuchtenden Farben – kein Make-up-Trend umhüllt so eine Magie wie der Eyeliner.

So alltäglich uns die berühmte Linie um den Wimpernkranz heute erscheint, lässt sich ihre Herkunft bis in die Steinzeit zurückverfolgen. Die schwarze Farbe absorbiert das Sonnenlicht und ermöglicht so eine bessere Sicht. Kein Wunder also, dass der Kajal deshalb vor allem in heißen Ländern wie Ägypten und Indien eine lange Tradition hat. Die ägyptischen Pharaonen benutzen Kajal vor allem aus religiösen Gründen, da das Auge ein Symbol für den Sonnengott Ra ist. Auch Hindugottheiten werden zu dieser Zeit oft mit umrandeten, mystischen Augen dargestellt.

Lidstrich als Klassiker

Seither avanciert der Lidstrich zu einem Klassiker, der für sinnliche Verführung, feminine Eleganz und subtile Romantik steht. Kleopatra, die Königin des Nils, wusste früh um die Wirkung der starken Linie und umrandete ihre Augen mit einem tiefen, starken Schwarz – ein dramatischer Blick, der bis in die Ewigkeit reicht. Stilikonen wie Audrey Hepburn, Brigitte Bardot oder Marilyn Monroe verhilft der Strich zu einem Augenaufschlag, der pure Weiblichkeit und glamouröse Extravaganz ausstrahlt. Amy Winehouse und Twiggy umhüllt ein Kult, der ohne den berühmten Eyeliner gar nicht möglich gewesen wäre. Auch der britische Komiker Charlie Chaplin nutzt ihn, um sein Spiel mit den Augen zu unterstreichen und seine Mimik zu betonen. Denn eines steht fest, wer seine Augen in den Fokus rückt, setzt ein Statement.

Der Star auf den Laufstegen

Auf den Laufstegen sieht man ihn 2012 erneut als allgegenwärtigen Eyecatcher. In Anlehnung an die Sixties, versetzen Thierry Mugler und Donna Karan den Eyeliner in die Lidfalte. Die Make up Artists bei Lanvin und Dolce & Gabbana kreierten einen breiten, fast bis zur Lidmitte ragenden, opulenten „Schwalbenschwanz“ und zauberten so geheimnisvolle Augen. Ein bisschen retro, aber dennoch zeitgemäß. Bei Jil Sander wird ein kühles Türkis zum Mittelpunkt – selbstbewusst und mutig.

Häufig wird, wie bei Louis Vuitton, am Unterlid ein plakativer Lidstrich gezogen, der über den äußeren Augenwinkel hinausragt und sehr aufregend wirkt. Eine großzügig ausgeblendete Undone-Variante des Eyeliners in glänzendem Schwarz bei Jean Paul Gaultier, erscheint lässig, rockig und unkompliziert – gewollt unperfekt.

Eine Linie, unzählige Möglichkeiten. Für jeden Stil eine passende Variante des Klassikers, der unsere Erwartungen immer wieder übertrifft und auf zukünftige, spannende Kreationen hoffen lässt.

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